Eine freie Geburt mit Hebamme

Die Mama im folgenden Bericht bekommt ihr zweites Kind. Aufgrund von Interventionen bei ihrer ersten Geburt im Krankenhaus entscheidet sie sich für eine Hausgeburt. Und dafür hat sie das Glück, eine tolle Hebamme gefunden zu haben. Die ist einfach nur da, lässt sie machen und ermöglicht ihr so ihre Traumgeburt.

Ich bin eine Frau und der Körper einer Frau ist perfekt dafür geschaffen, neues Leben entstehen zu lassen, ein Baby im Bauch heranreifen zu lassen und dieses Baby zum richtigen Zeitpunkt zu gebären. Schon als ich mit meiner nun bald schon vierjährigen Tochter schwanger war, wollte ich nichts anderes, als mein Baby selbstbestimmt und natürlich gebären. Denn dafür bin ich ja schließlich geschaffen! Da Krankenhäuser bekanntermaßen eine sehr hohe Interventionsrate haben, dachte ich, mit einer Beleghebamme und einer genauen Wunschliste, die wir im Vorfeld mit der Hebamme ausführlich besprochen haben, könnte ich all den Interventionen entgehen. Tja, Pustekuchen! Erste Aktion meiner damaligen Hebamme nach Ankunft im Krankenhaus war, mir einen Venflon-Zugang zu legen! Dann ein CTG in Rückenlage, Muttermundskontrollen, irgendwann wahrscheinlich eine für mich sehr unangenehme, schmerzhafte Eipollösung, Wehenhemmer, PDA, Wehenmittel, Vakuum. Die Wunschliste hätte ich mir auch sparen können! Natürlich wurde das alles mit mir „besprochen“ und begründet, aber unter der Geburt hat doch keine Frau die Kraft und vor allem Konzentration, zu diskutieren und sich gegen ausgebildetes Fachpersonal zu widersetzen. Und wie hätte ich mich denn mit einer Nadel im Handrücken, auf dem Rücken liegend, mit fremden Fingern in mir,… auf das Geburtsgeschehen einlassen können? Mich gehen lassen können? Für mich so keine Chance auf eine natürliche Geburt!

Also war schon vor der nächsten Schwangerschaft klar: Da geh ich nicht mehr hin! Das nächste Mal bleibe ich daheim. Mein Schatz fand den Gedanken anfangs befremdlich und vielleicht auch beängstigend (für ihn war Töchterleins Geburt auch alles andere als ein Spaziergang, es ging sehr lange, er hat mir so gar nicht helfen können und ich glaube, er hat es gar nicht ertragen, mich so leiden zu sehen). Aber nach ausführlichen Gesprächen, in denen ich ihm meine Beweggründe dargestellt habe und ihm vor allem erklärt habe, dass Hausgeburten statistisch genauso sicher sind wie Krankenhausgeburten, aber deutlich geringere Interventionsraten aufweisen, hat er mich verstanden und wollte diesen Weg mit mir gemeinsam gehen.

Also habe ich mir ziemlich schnell nach dem positiven Schwangerschaftstest eine Hausgeburtshebamme gesucht. Das war gar nicht so einfach, denn obwohl ich schon so früh dran war, haben mir einige absagen müssen, weil sie schon ausgelastet waren. Zum Glück sind wir dann bei unserer wundervollen Hebamme gelandet. Das erste Kennenlernen war sehr schön und hat Schatz‘ letzte Zweifel ausgeräumt. Ab da war auch klar, dass unsere Hebamme die Vorsorge übernehmen wird. Ich war nur zweimal bei der Frauenärztin. In der Frühschwangerschaft und zum Organscreening.

Die gesamte Schwangerschaft über ging es mir sehr gut und ich stimmte mich mit Büchern von Gaskin (Die selbstbestimmte Geburt), Mongan (Hypnobirthing), Leboyer (Atmen, Singen, Gebären) und Schmid (Alleingeburt) positiv auf die bevorstehende Geburt ein. Leider fingen wir uns fünf Wochen vor dem erratenen Termin alle drei eine fiese Grippe ein. Schatz und Töchterchen waren recht bald wieder fit, bei mir blieb ein hartnäckiger Husten und eine verstopfte Nase. Die Hustenkrämpfe waren teilweise so stark, dass ich richtig Schmerzen im Unterbauch hatte. Und eigentlich wollte ich zu dem Zeitpunkt intensiver meine persönliche Entspannungsübung, angelehnt an die Mongansche Regenbogenentspannung mit der tiefen Bauchatmung, üben, was aber mit verstopfter Nase unmöglich war. Mein Gemütszustand war verständlicher Weise nicht mehr ganz so berauschend, aber ich sagte mir, dass ich ja noch genügend Zeit zur Genesung habe.

Um mich wieder auf positivere Gedankenbahnen zu lenken, las ich so viel schöne Geburtsberichte wie möglich. Sämtliche Alleingeburtsberichte auf Sarah’s Blog verschlang ich geradezu. Gleichzeitig begann ich damit, mir meine eigene Geburt zu visualisieren, was mir aber nicht gelang, weil ich ja nicht wissen konnte, ob ich zum Beispiel im Pool sein würde, ob es mit Blasensprung beginnen würde,… Was aber super gut klappte, war mir zu visualisieren, wie ich an Sarah schreiben würde, um ihr von meiner wundervollen Geburt zu berichten. „Liebe Sarah, ich freue mich, dir heute von meiner perfekten, selbstbestimmten Traumgeburt zu schreiben …“ Das hat mein Unterbewusstsein ganz stark umprogrammiert!

Trotzdem gab es 10 Tage vor dem errechneten Termin noch einmal so einen richtigen Tiefpunkt. Durch das dauernde Husten hatte ich schon länger starke Schmerzen im linken Rippenbogen und eines Abends, nach einer ungünstigen Bewegung, ist es mir so richtig in die Rippe gefahren. Ich vermute, dass sie angeknackst ist. Konnte mich kaum bewegen und hatte Schmerzen beim Atmen! Wie sollte ich so gebären? Leider war Schatz an dem Abend nicht zuhause und so fiel ich in ein tiefes Loch und sah mich schon auf dem OP-Tisch für einen Kaiserschnitt. Ein Telefonat mit Schatz hat mich wieder ein bisschen beruhigt, so dass ich wenigstens einigermaßen zur Ruhe kommen konnte und die nächste Kontrolle bei unserer Hebamme am nächsten Tag abwarten konnte. Diese gab mir diverse Tipps und Hausmittelchen um endlich den Husten in den Griff zu bekommen, fühlte ein bisschen mit mir mit, hegte aber keinerlei Zweifel an der bevorstehenden Geburt. Dieses Vertrauen in mich hat mich wieder auf Kurs gebracht und ich habe ab da dankbar jeden weiteren Tag mit Baby im Bauch angenommen und zur weiteren Genesung genutzt und war gar nicht ungeduldig was den Geburtsbeginn anging.

Tatsächlich angefangen hat es dann in der Nacht von Ostersonntag auf Ostermontag, als wir ins Bett gegangen sind. Mit meiner, schon bei der ersten Geburt verwendeten und selbst aufgenommenen Entspannungsübung und der tiefen Bauchatmung konnte ich die Wehen sehr gut bearbeiten. Schlafen war jedoch, wie auch schon die Nacht vorher, nicht mehr drin. Die Wellen kommen unregelmäßig und in unregelmäßigen Abständen, aber es ist ein großer Unterschied zu den Übungswehen der vorherigen Nacht zu erkennen und langsam dämmert es mir, dass es nun ernst werden könnte. Durch den sanften und langsamen Beginn habe ich genug Zeit zu lernen, dass es für mich am besten funktioniert, wenn ich beim Einatmen zum Bauchaufblasen visualisiere, dass ich meiner Gebärmutter den nötigen Platz für ihre Arbeit gebe und beim langsamen nach unten Ausatmen den Luftstrom direkt durch den Muttermund lenke und ihn so bei der Öffnung unterstütze. Körper und Geist arbeiten Hand in Hand. Ganz erstaunlich ist auch, dass ich zwischen den Wehen durch den Mund atmen muss (wegen der verschnupften Nase), sich aber bei der Wehe wenigstens ein Nasenloch soweit „entstopft“, dass ich spätestens zum Ausatmen schön durch die Nase atmen kann. Wow!

5:30 Ich bin nun so richtig wach und habe keine Lust mehr im Bett zu liegen. Duschen tut gut. Die Wehen scheinen deutlich häufiger zu kommen, aber viel weniger stark zu sein. Bei jeder Wehe hänge ich mich an die Duschwand, lasse mir das angenehm warme Wasser über den unteren Rücken laufen und lerne, dass die tiefe Bauchatmung im Stehen nicht funktioniert. Stattdessen schaue ich den Bauch von oben an und gebe ihm beim Ausatmen einen Impuls nach unten. Ich lege mich wieder zum schlafenden Schatz ins Bett und habe kaum mehr Wehen bis Töchterchen mit ihrem üblichen „Hallo, ich bin da!“ zu uns ins Bett kommt und uns ihre Kuscheltiere zuteilt. Dann gehe ich aufs WC. Juhu, ein weiteres Anzeichen, dass es doch los geht: Ich habe richtig schön weichen Stuhlgang. Töchterchen kommt ins Badezimmer und ich erzähle ihr, dass sich das Baby auf den Weg gemacht hat. Sie ist begeistert und erzählt es gleich freudestrahlend dem Papa. Der freut sich und bleibt erstmal die Ruhe in Person.

Wir tauschen: Töchterchen aufs WC, ich wieder zu Schatz ins Bett.

8:45 Einmal bitte Prostaglandine zum Anstupsen: „Schatz, das war jetzt vielleicht das letzte Mal für ein paar Wochen. Und danach sind wieder Kondome angesagt.“

9:23 SMS an unsere Hebamme, dass sie sich heute vielleicht nicht allzu viel vornehmen soll.

9:30 Wir frühstücken gemeinsam. Als ich auf’s WC muss, freue ich mich über das nächste deutliche Geburtsanzeichen: der Anstupser von vorhin hat tatsächlich Wirkung gezeigt, denn ich habe den Schleimpfropf auf dem Klopapier. Irgendwie voll schön den zu sehen! Die Wehen kommen immer noch sehr unregelmäßig, aber manche möchte ich schon besingen. Und ich lerne, dass es ganz wunderbar ist, die Wellen stehend, mit den Händen auf der Wickelkommode abgestützt zu tönen und dabei den Bauch im gestreiften T-Shirt ganz bewusst anzusehen und ihm (bzw. der Gebärmutter und dem Baby) meine volle Aufmerksamkeit zu schenken. Töchterchen kann das Singen nicht so recht einordnen und ich befinde, dass es nun Zeit wird, die Großeltern zu bitten, sie abzuholen. Mein lieber, aufmerksamer Schatz fragt nach, ob er ihnen Töchterchen auf der Treppe übergeben soll oder ob sie noch rein kommen dürfen. Ich kann zwischen den Wellen noch sehr gut kommunizieren und freue mich, beide Schwiegereltern noch kurz zu sehen und nehme dankbar ihre guten Wünsche an.

Ruhe kehrt ein. Schatz macht alles geburtsbereit. Fixiert das Bettsofa im Wohnzimmer, legt die Matratze darauf, bezieht diese, hängt mir das Tragetuch auf, … Nur den Pool lässt er in der Abstellkammer. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich ihn brauchen werde. Ich räume Spielsachen auf, veratme diverse Wehen an unterschiedlichen Orten in unterschiedlichen Positionen und lerne, dass mir am wohlsten an der Wickelkommode oder am Waschbecken ist. Reden geht noch wunderbar. Ich fühle mich fit und wohl, von der angeknacksten Rippe merke ich nicht mehr viel (bin auch nicht, wie noch vor zwei Tagen, in meinen Bewegungen eingeschränkt). Nur die Schnupfennase nervt!

11:39 Ich liege (in Seitenlage) auf dem geburtsbereiten Bettsofa im Wohnzimmer und versetze mich mit meiner eigenen Entspannungsübung als mp3 noch einmal in eine Tiefenentspannung. Jedoch merke ich am Ende des Tracks, dass Liegen nun unangenehm wird. Also tigere ich wieder meine Runden zwischen Esszimmertisch, Wickelkommode und WC mit meiner Geburtsplaylist auf Dauerschleife im Hintergrund. Allerdings in einem komplett anderen mentalen Zustand wie noch davor. War ganz fest bei mir, meinem Körper und dem Baby, war aber überhaupt nicht so weggebeamt, wie während den Entspannungsübungen. Aber das wäre auch nicht gut gewesen, denn wie hätte ich denn sonst auf meine Intuition hören können … Augen während des Tigerns fast geschlossen, Schatz und alles andere ausgeblendet, während der Wehen auf die Wickelkommode abgestützt, die Welle willkommen geheißen und ganz bewusst den gestreiften Bauch angeschaut. Schatz‘ gelegentliche Nachfragen konnte ich ganz bewusst erfassen, habe aber bewusst knappe Antworten gegeben. Er hat sich mit Buch und Notebook im Wohnzimmer in eine Ecke außerhalb meines Sichtfeldes verzogen. Warmes Kirschkernkissen auf dem unteren Rücken ist eine Wohltat. Irgendwann zerre ich Töchterchens super weichen Spielteppich hinter mir her und Schatz hilft mir, ihn doppelt gefaltet vor die Wickelkommode in den Gang zu legen. Da hab ich wohl schon geahnt, dass das mein Platz zum gebären sein wird. Hin und wieder schmeiße ich mich zwischen zwei Wehen auf einen Kissenberg oder hänge mich ins Tragetuch um Kräfte zu sparen, aber spätestens zur Welle will ich mich stehend irgendwo abstützen können.

15:37 Mein Tönen wird kräftiger und mit meinem OK ruft Schatz unsere Hebamme an. Während der 30 minütigen Anfahrtszeit habe ich kurz gehofft, vorher noch so schwupp di wupp eine Alleingeburt hinlegen zu können (hahaha, ich denke ich war gerade mal gegen Ende der Eröffnungsphase). Dann habe ich mich aber darauf konzentriert, dass nur ich es bin, die das Baby gebären kann und wird und ich die Geburt nicht abgeben werde, nur weil eine Fachperson da sein wird. Ich glaube nämlich, dass mir das damals im Krankenhaus passiert ist. Irgendwann nach den ersten Diskussionen habe ich wohl unbewusst die Verantwortung abgegeben. So nach dem Motto: „Ihr wisst es besser als ich, ihr habt die Erfahrung. Also sagt mir, was ich machen soll.“ Und das kann meiner Meinung nach nicht funktionieren.

Nach Ankunft unserer Hebamme Unruhe. Beide queren meinen Weg, es wird geredet, telefoniert (mit der zweiten Hebamme, die informiert wird, dass sie in ca. 2 Stunden da sein sollte, um gegen Ende der Geburt da zu sein) und im Blickfeld gesessen. Natürlich alles sehr dezent, leise und zurückhaltend, aber ich konnte es nicht ertragen. Nur, dass die Hebamme nur noch mit zwei verbleibenden Stunden rechnet, hat mich dann doch irgendwie motiviert (kleine Anmerkung am Rande, die zweite Hebamme kam dann erst nach der Geburt dazu und von ihr habe ich gar nichts gemerkt!). Es hat mich enorm Überwindung gekostet, aber ich habe es geschafft ihnen mit einem kurz zugeworfenen „Bitte psst!“ klar zu machen, dass ich nichts von ihnen hören und sehen möchte, so dass wieder Ruhe einkehren konnte. Zum Glück habe ich mit beiden im Vorfeld besprochen, dass das so sein könnte und dass sie mir diese „Unfreundlichkeit“ bitte nicht übel nehmen sollen, sonst hätte ich es nicht geschafft, meine Bedürfnisse zu kommunizieren.

Während einer Wehe läuft mir Flüssigkeit zwischen den Beinen auf den Spielteppich. Ich vermute Fruchtwasser und ziehe mir die Hose auf dem WC ab. Wie gut, dass ich schon vor einiger Zeit Kniestrümpfe und Stulpen unter die Hose gezogen habe. Nur der kalte Popo stört mich. Darum bitte ich meinen Schatz nun um ein Feuer im Kamin. Der Fruchtwasserabgang ist der Aufmerksamkeit der Hebamme nicht entgangen und sie fragt, ob sie kurz die Herztöne hören darf. Sie darf, obwohl ich das Baby spüre und weiß, dass alles gut ist. Das war die einzige Interaktion von ihr. Kein Muttermund getastet, keine Positionen vorgeschlagen, kein Anfeuern … Perfekt für mich!

Danach „next level shit“: Die Wehen sind deutlich stärker und wollen lauter besungen werden. Zum Glück wissen unsere unter uns wohnenden Vermieter über die Hausgeburt Bescheid. Langsam zwingen mich die Wehen immer mehr in die Knie. Aber das ist nicht negativ gemeint. Ich spüre, wie es mich dehnt und der Kopf durchs Becken geht. Das tief und breitbeinig in die Hockegehen scheint den Vorgang zu unterstützen und fühlt sich wie das einzig Richtige an. Es ist unglaublich anstrengend! Ich bin laut! Ich sage Dinge wie: „ich mag nicht mehr“, „Baby du darfst jetzt kommen, es ist alles bereit.“ „Wir freuen uns auf dich“, „Ich kann nicht mehr!“ und rufe sogar nach meiner Mama!?? Und gleichzeitig fühle ich mich wie eine starke, wilde Löwin. Eindeutig die Übergangsphase!

Dann endlich Presswehen. In der tiefen Hocke! Unglaublich diese Kraft!!! Unbeschreiblich! Es geschieht einfach. Ich gehe mit, lasse meinen Körper machen. Schatz und die Hebamme sind nun näher bei mir. Hin und wieder bestätigen sie mich. Jedoch kein Anfeuern, keine Berührung! Ich blende sie aus und bleibe bei mir, meinem Körper und dem Baby. Immer wieder spüre ich nach dem weichen Köpfchen. Ein unglaubliches Gefühl! Nun ist es bald soweit. Trotzdem fühlt es sich wie eine Ewigkeit an. Ich schwitze unglaublich. Das Brennen wird stärker. Nach jeder Wehe rutscht das Köpfchen wieder etwas zurück und ich rufe dem Baby „Bleib bei mir!“ zu und weiß doch eigentlich genau, dass es genauso sein muss und gut ist. Noch ein paar mal presst mein Körper mit dieser Urgewalt, ich bekomme einen fiesen Krampf in den Fuß und das Bein, schiebe ein letztes Mal mit, gehe über das Brennen hinaus und halte plötzlich das unglaublich weiche, seidige, runde Köpfchen in meiner Hand. Und schon flutscht der Rest des Babys hinterher und ich nehme es in meine Arme. So warm, so weich, so wunderbar. Ich würde diesen Moment gerne schriftlich festhalten, aber es ist nicht möglich dafür Worte zu finden. Das kann man nur spüren …

Da sind wir nun beide, ich kniend und verschwitzt mit Krampf im Bein, er glitschig und blau in meinen Armen, lautstark über diese Ungeheuerlichkeit des In-die-Welt-geboren-werdens protestierend und dürfen uns nun voll und ganz auf die Unterstützung von Schatz und Hebamme verlassen. Vier starke Arme stützen uns und führen uns auf das Wochenbett. Fast unsichtbar agierende Hände legen alles mit Unterlagen aus, setzen uns auf’s Sofa, decken uns drei mit kuschelig vorgewärmten Handtüchern zu, räumen die „Sauerei“ weg … Schatz, Baby und ich sind happy und kuscheln erst einmal ausgiebig. Die Tränen in Schatz‘ Augen werde ich nie mehr vergessen.

Irgendwann hilft die Hebamme mir noch mit der Plazenta, schaut ob ich gerissen bin (nein, nur eine leichte Schürfung), hilft mir beim Duschen, durchtrennt die Nabelschnur und so weiter. Diese Unterstützung war perfekt für mich! Unter der Geburt fast unsichtbar, das Baby wurde in meine eigenen Hände geboren, und danach durfte ich die Königin sein und mich voll und ganz auf das Baby konzentrieren.

Einfach perfekt!

Ich bin meinem Schatz und der Hebamme so dankbar für alles was sie nicht gemacht und gemacht haben. Ich wünsche jeder schwangeren Mama, dass sie erspürt, was sie braucht und dies unter der Geburt auch bekommt und sie die für sie und ihr Baby perfekte Geburt hat, egal wo, wie und mit welchen Geburtshelfern.

2 Gedanken zu „Eine freie Geburt mit Hebamme“

  1. Danke für den Bericht!
    Bin ca zwei Wochen vor dem Termin und fast genau so stelle ich mir meine Geburt vor. Eine Alleingeburt mit Hebamme im Hintergrund, am liebsten in einem anderen Raum. Das hat mich jetzt nochmal bestärkt! (-:

    1. Vielleicht hattest du in der Zwischenzeit sogar schon deine Traumgeburt, wenn noch nicht, dann wünsche ich dir dafür alles Gute und viel Energie!

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