Gott hat alles sehr gut gemacht – Alleingeburt nach 3 Kaiserschnitten (Hba3c, Uba3c)

Geburtsbericht einer Mama, die nach 3 Kaiserschnitten und einer Spontangeburt im Krankenhaus eine Alleingeburt zu Hause hat. 🙂

Bei meiner ersten Schwangerschaft war mir klar: Das Kind soll so zur Welt kommen, wie es gezeugt wurde, mit dem Mann alleine zuhause. Das war meine Vorstellung einer perfekten Geburt. Und dann kam es zu einem Not-Kaiserschnitt mit der Diagnose beginnende Schwangerschaftsvergiftung. Innerhalb von ein paar Stunden von meinem perfekten Traum zum Worst-Case-Szenario. Heute bin ich Gott unendlich dankbar, dass Er meine Gebete und Wünsche damals nicht erfüllt hat, weil ich dann wohl immer noch in Ängsten, Stolz und einem viel zu kleinen Gottesbild gefangen wäre. Im Rückblick habe ich auch entdeckt, dass dieser große Wunsch nach einer Alleingeburt vor allem aus Angst vor intervenierenden Menschen und Kontrollverlust entstanden war. Ich konnte nicht glauben, dass Gottes Macht größer sein könnte als die von Ärzten. Was ich mir als Vertrauen Gott gegenüber einredete, stellte sich später als mangelndes Vertrauen heraus. Und ich bin froh, dass Gott nicht locker ließ und mir aufzeigte, wo ich Ihn nur missbrauchen wollte, um auf meine Art mein Herz von draußen zu beschützen. Der Kaiserschnitt verlief sehr gnädig und ich durfte erleben, dass Gott die ganze Zeit mit dabei war und mit mir da durch ging. Das war eine wertvolle erste Erfahrung seiner Größe, die über meine Vorstellung hinausging! Es folgte ein weiterer Kaiserschnitt 14 Monate später. Wir wohnten zu diesem Zeitpunkt in Budapest und die Klinik mit dem besten Ruf für Vbacs (Spontangeburt nach Kaiserschnitt) hätte in meinem Fall das Baby zwei Wochen vor dem Termin per Kaiserschnitt geholt, weil die Schwangerschaften so nah aufeinander lagen. So sahen wir Gottes Hand darin, dass wir es irgendwie schafften, in einer anderen Klinik den Kaiserschnitt zum Termin machen zu können. 15 Monate später dann der dritte Kaiserschnitt. Auch bei dieser Geburt hatte ich bis zum Schluss die Hoffnung, es würde doch normal beginnen und ich hätte zumindest die Chance auf eine spontane Geburt. Oder würde zumindest einmal Wehen erleben. Aber unsere Babies lieben es im Bauch und rührten sich nie vor dem Termin 🙂 Bei all dem durfte ich erleben, wie Gott mich durchtrug, gute Ärzte schenkte und wie Er Kraft für alles gab. Und da ich Routine und Wiederholung über alles liebe und sich sozusagen dieselbe Geschichte drei Jahre hintereinander wiederholte, gewöhnte ich mich irgendwie fast daran und fand einen guten Umgang mit den Eingriffen.

Wir zogen nach Berlin und ich merkte, dass mein Körper eine Pause brauchte. Kaiserschnitte sind große OPs und wenn man dann drei so kleine Mädchen hat, kommt man nicht wirklich dazu, sich zu erholen. Drei Jahre später werde ich wieder schwanger. Wie immer halte ich die Vorsorgeuntersuchungen so gering wie möglich. In der 17. SSW bekomme ich eine Blutung und als ich zum Ultraschall gehe, lebt das Baby nicht mehr. Mein Mann ist gerade beruflich unterwegs und so darf ich das Baby ganz alleine, in aller Ruhe und Frieden, mit echten Wehen, bei uns zuhause zur Welt bringen. Es ist ein kleiner Junge! Die Ärztin wollte mir sofort eine Überweisung zur Kürettage mitgeben, aber das kommt für mich nicht in Frage. Meine liebe Hebamme ist für all meine Fragen am Telefon erreichbar und so erlebe ich diese Fehlgeburt als wirklich heilsame Erfahrung. Vielleicht hatte ich mich schon zu sehr mit den Kaiserschnitten abgefunden und war versucht, mich mit dem Altbekannten zufrieden zu geben. Aber durch diese Geburt küsste Gott den ersten Wunsch nach einer normalen Geburt alleine zuhause wieder in mir wach. Noch im gleichen Jahr werde ich wieder schwanger. Die Schwangerschaft verläuft ohne Komplikationen, mit sehr wenigen Vorsorgen und einer netten Hebamme. Sie würde eine Hausgeburt machen, aber es wäre nur erlaubt, wenn ich schon einmal spontan entbunden hätte. Doch in Deutschland ist vieles möglich, wenn man weiß, was man will. Ich will, dass Gottes Wille geschehen darf. Ich merke, dass es gar nicht mehr so wichtig für mich ist, ob das nun ein Kaiserschnitt oder eine spontane Geburt wird, Hauptsache, ich vertraue Gott und lasse Ihm alle Möglichkeiten offen. Ich erfahre von einer Klinik, die Vbacs nach mehreren Kaiserschnitten macht. Und dort kommt unser Sohn zur Welt, neun Tage nach dem Termin, fünf Tage nach dem Blasensprung. Die Geburt in der Klinik erstreckt sich über fünf Tage, ohne Interventionen, mit langen Wehenpausen dazwischen. Aber vom 5cm weit eröffneten Muttermund bis zur vollständigen Geburt sind es knappe fünf Minuten! Gott weiß haargenau, was für meinen Körper gut ist! Am nächsten Tag können wir nach Hause gehen und ich kann nicht genug über Gottes Treue und das Wunder einer normalen Geburt staunen! Nach einer weiteren frühen Fehlgeburt, die wieder ganz natürlich zuhause geboren wird, werde ich wieder schwanger. Dies wird, soweit wir das als Ehepaar planen können und wollen, unser letztes Kind sein. Ich beschließe, diese Schwangerschaft nochmals in vollen Zügen zu genießen, ohne Kontrolle von außen. Den Mutterpass lasse ich mir ausstellen, um nicht unnötige Kämpfe mit Behörden zu haben und in der Hälfte der Schwangerschaft mache ich einen Ultraschall um sicherzugehen, dass die Plazenta nicht in der Narbengegend ist. Als ich mit meinem Mann über den Wunsch einer Geburt alleine zuhause rede, wird klar, dass ihm das zu viel Verantwortung wäre. Er kann es sich nur mit einer Hebamme vorstellen. Aber auch nach langer Suche finden wir keine Hebamme, die nur zur Geburt kommen würde. Und so beschließen wir, uns wieder in der Klinik anzumelden, wo unser erster Sohn geboren ist. Damit es mit der Anmeldung einfacher wird, lasse ich eine Blutabnahme machen, aber danach steht mein Entschluss fest, bis zur Geburt keine Termine mehr wahrzunehmen. Und mit Gottes Hilfe kann ich alle Terminvorschläge von Ärzten und der Klinik in aller Freiheit ablehnen, nicht aus Angst vor dem System sondern aus Freiheit und Vertrauen heraus. Ich merke auch, wie Gott mich herausfordert, ihm trotz der Anmeldung bei der Klinik alle Möglichkeiten offen zu lassen. Ich bete, dass wenn es doch zu einer Hausgeburt kommen sollte, Gott es so führen möge, dass es für alle Beteiligten und vor allem meinen Mann gut passt. Wie das möglich sein soll, kann ich mir gar nicht vorstellen. Ich darf in dieser Schwangerschaft wieder so viel lernen, auch darüber, wie die Vorbereitung auf eine Geburt ein perfektes Bild für unser Warten auf das Kommen von Jesus ist! Eine Freundin, die dieselben Geburtserfahrungen wie ich hatte, schreibt mir folgende Zeilen, die meine Herausforderungen in dieser Schwangerschaft und Geburt treffend ausdrücken: „Wir können gar nichts erreichen und auch nicht planen. Wenn wir auf Gott schauen, lenkt er uns in dem Moment. Selten sagt Er uns schon lange vorher wie es werden wird. Häufig aber müssen wir in dem Moment ganz genau hinhören und besonders unsere Herzen offen und weich lassen.“ Meinen Wunsch für die Geburt beschreibe ich ihr so: „Ich wünsche mir eine ‚perfekte‘ Geburt in dem Sinn, dass ich ganz und gar mit dem mitgehen kann, was Gott für diesmal vorbereitet hat, für mein Herz, fürs Baby, für unsere Ehe, unsere Familie, alle Beteiligten.“ Was für ein Unterschied zu meinem ‚kleinen‘ Wunsch in der ersten Schwangerschaft. Jetzt geht es nicht mehr so sehr um die Umstände, Gott hat den Raum in meinem Herzen weit für Ihn gemacht!

Als die Wehen langsam beginnen und der Muttermund sich ganz langsam öffnet, bin ich voller Vorfreude. Es ist wieder genau wie bei der vorigen Geburt ein Prozess von fünf Tagen mit Schleimpfropfabgang, Zeichnungsblutung, ab und zu Wehen und dann wieder langen Wehenpausen. In der Nacht vor der Geburt habe ich die ganze Nacht Wehen, die aber liegend im Bett gut zu veratmen sind. Am Vormittag ziehe ich mich öfters ins Zimmer zurück, um auszuruhen und ein paar Weihnachtsgeschenke einzupacken. Um ca. 11:40 ist mein Muttermund auf 7cm mit einer prall gefüllten Fruchtblase vor dem Kopf. Ich sage meinem Mann, dass wir nach dem Mittagessen und Mittagsschlaf in die Klinik fahren können. Dann platzt die Fruchtblase bei einer stärkeren Wehe und ich sause durch die ganze Wohnung ins Bad. Die Oma ist in der Küche am Kochen, Opa und Kinder sind im Wohnzimmer. Als ich zurück im Zimmer bin, um mich vor dem Mittagessen nochmals kurz hinzulegen, merke ich, dass die Wehen intensiver werden. Um 11:58 schreibe ich meinen vielen lieben Freundinnen: Wehen werden stärker, danke fürs Beten! In dem Moment kommt eine Wehe mit ganz viel Druck nach unten. Ich knie mich im Bett hin und schon kommt die erste Presswehe. Ich sage zu meinem Mann: „Ich glaub, das Baby kommt!”, und weiß nur, dass ich die Geburt weder im Bett noch auf dem Teppichboden haben will. Also sause ich wieder an der ganzen Familie vorbei ins Bad, zieh schnell die Hose halb herunter, setze mich aufs Klo und schon kommt die nächste Presswehe. Inmitten dieser Wehe knie ich mich auf eine Einmalunterlage auf den Boden und schon kommt der Kopf. Nach einer kurzen Pause kommt bei der nächsten Wehe der ganze Körper nach. Um 12:05 ist unser kleiner Sohn geboren! Mit mir und meinem Mann alleine zuhause!

Es ist dann für mich auch total in Ordnung, dass mein Mann die Rettung ruft und ich für die Plazentageburt und die erste Untersuchung in die Klinik gebracht werde. Am Abend sind wir zurück zuhause und feiern als ganze Familie das Wunder!

Und was für große Wunder Gott gemacht hat! Er hat mein Gebet erhört, dass die Geburt zuhause für alle Beteiligten und vor allem meinen Mann gepasst hat. Er hat mir geholfen, meine Pläne und Vorstellungen loszulassen und mit dem mitzugehen, was Er geplant hatte. Er hat meinen Wunsch nach einer Alleingeburt erfüllt. Aber das größte Wunder von allen: Er hat mein Herz durch alle Geburten hindurch ganz tief berührt und verändert, meine Ängste ans Licht gebracht und durch Vertrauen ersetzt und die Schwachstelle meines Herzens verwendet, um mir zu zeigen, was für ein unglaublich großer und guter Gott Er ist! Diese Erfahrung möchte ich um nichts in der Welt missen! Gott hat alles sehr gut gemacht!!!

Kontakt: Rebekka +49 1631936816 (Whatsapp und Telegram)

detaillierterer Bericht über die Spontangeburt in der Klinik: http://www.geburt-in-eigenregie.de/2020/09/15/selbstbestimmte-geburt-nach-3-kaiserschnitte

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