Ist ein sauberer Zahn ein gesunder Zahn?
„Saubere Zähne bekommen keine Karies.“ Das ist wohl das klassischste Dogma der konventionellen Zahnmedizin. Der Realität hält diesem Dogma aber nicht stand. Meiner Großen habe ich vom ersten Zahn an die Zähne geputzt. Sie hatte mit Abstand die meisten Löcher in ihren Milchzähnen von allen unseren sechs Kindern (denen ich nicht von Anfang an die Zähne geputzt habe). Ich selbst habe mein Leben lang fleißig geputzt: mit Zahnseide, Interdentalbürsten und was nicht alles. Ich hatte trotzdem immer Löcher. Bis vor 6 Jahren. Da habe ich meine Ernährung nach Weston Price (wie im Buch „Karies heilen“ von Ramiel Nagel beschrieben) umgestellt. Seit dem habe ich KEIN einziges neues Loch bekommen. Obwohl ich nur noch einmal abends putze. Mit Wasser, ohne Zahnpasta und ohne Bürstchen und sonst welchen Schnickschnack. Und dreimal schwanger war ich in der Zeit auch. Die Völker, die Weston Price dokumentiert hat, waren ohne Zahnarzt und Zahnbürsten kariesfrei – bis sie die westliche Ernährungsweise übernahmen. Die Annahme, dass saubere Zähne gesunde Zähne sind, basiert auf der ca. 100 Jahre alten Überzeugung der Schulmedizin, dass Bakterien uns krank machen. Und das man Krankheiten verhindern kann, wenn man die Bakterien entfernt. Diese Theorie löste die Säftetheorie und andere Krankheitstheorien ab, als man das Mikroskop erfand und darin Bakterien beobachten konnte. Dass dieser Schluss ein Trugschluss ist, entdeckt die Wissenschaft erst langsam. Denn: Der Mensch wie auch alles andere in der Natur ist ein Ökosystem. Bakterien sind dringend notwendig, damit das Ökösystem gesund bleibt. Gerät das Ökosystem aus dem Gleichgewicht – beim Menschen in der Regel durch Mängel oder Fehler in der Ernährung – dann ist die Anwesenheit gewisser Bakterien ein Anzeiger für eine Schieflage – nicht die Ursache.
Wie kann ich Karies feststellen?
Gelbliche bis gelb-braune Farbe bedeutet in der Regel aktive Karies. Wenn sie nur oberflächlich ist, tut es normalerweise nicht weh. Je dunkler eine Karies, desto langsamer schreitet sie in der Regel fort. Braun bis Schwarz bedeutet normalerweise, dass die Karies zum Stillstand gekommen ist. Mit einer Zahnsonde kann man fühlen, ob der Zahn hart und fest ist (die Zahnsonde gleitet ohne Widerstand über die Oberfläche) oder weich (die Zahnsonde bleibt stecken). Hart bedeutet Stillstand, weich bedeutet, die Karies ist aktiv.
Sehr oberflächliche Karies kann allerdings auch hellbraun aussehen und remineralisiert sein. Am zuverlässigsten ist, denke ich, die Probe, ob es weich ist oder nicht. Ein Loch im Zahn (also dass da einfach was fehlt) aber ohne Verfärbung kann ebenfalls Karies sein.
Ich finde, die Karies an den sichtbaren Zahnflächen sieht man schon recht gut … spätestens, wenn der Zahnschmelz sich an bestimmten Stellen verfärbt (weiß, später braun) und der Zahn Substanz verliert – also ein Loch wächst. Zwischen den Zähnen ist schwieriger. Da merkt man es zuerst daran, dass fasriges Essen hängen bleibt. Manchmal bleibt bei mir auch was zwischen den Zähnen hängen, wenn mein Zahnfleisch an der Stelle gereizt ist oder weil manche meiner Inlays nicht ganz bündig mit dem Zahn sind … Da schafft unter Umständen nur ein Röntgenbild Klarheit.
Ist ein schwarzer Zahn ein toter Zahn?
Ein schwarzer Zahn muss nicht abgestorben sein. Der kann trotzdem sehr lebendig sein.
Bedeutet eine weiße Stelle am Zahn, dass dort Karies beginnt?
Schmelzdefekte äußern sich oft als weiße Stellen. Der Schmelz ist dort nicht ganz so dicht, es liegt eine leichte Demineralisierung vor, deshalb erscheint er weißer. Heißt nicht, dass man da Karies bekommen muss – kann aber sein. Der heutige Zahnarzt lernt, dass Bakterien, die sich dort, wo der Schmelz nicht ganz so dicht ist, gern festsetzen, Schuld an der Karies sind. Der alternative Zahnarzt (und auch nicht jeder) weiß, dass eine fortschreitende Demineralisierung (Karies) durch eine Schieflage in der Ernährung entsteht („böse“ Bakterien zwar vorhanden und beteiligt sind, aber nicht als Ursache der Schieflage, sondern als Folge). Nur unter diesen Voraussetzungen kann ein solcher Schmelzdefekt in aktive Karies münden.
Kann Karies wirklich heilen? Verschwindet dann das Loch und wird wieder aufgefüllt?
Karies heilt unter guten Ernährungsbedingungen in dem Sinne, dass der Zahn das, was noch nicht zu weit verfault ist, remineralisiert (Karies kommt zu Stillstand, die Zahnsubstanz wird wieder hart) und man – wenn man die Schiene beibehält – mit ziemlicher Sicherheit nie wieder Karies kriegt. Aufgefüllt werden Löcher in der Regel nicht. Kleine Anfangskaries kann allerdings wieder ganz verschwinden.
Ich habe Karies. Aber meine Blutwerte von Vitamin D sind in Ordnung. Wie kann das sein?
Die Blutwerte müssen nicht unbedingt im Keller sein. Schon ein geringes Ungleichgewicht zeigt sich gern an den Zähnen. Vitamin D ist nur eine Komponente von vielen, die für kariesfreie Zähne wichtig sind. Vitamin K2 ist z.B. ebenfalls für die Mineralisation wichtig. Dafür gibt es aber noch keinen Labortest.
Wann würdest du ein Loch füllen lassen?
Ich würde mir dann ein Loch füllen lassen, wenn es mich stört, also wenn sich z.B. Essen drin verfängt. Bei meinem einen Zahn ist das ja der Fall, aber ich zögere noch. Denn andererseits weiß ich, dass ein Zahnarzt viel gesunde Zahnsubstanz wegbohrt und das wiederum will ich nicht. Auch sind die Füllmaterialien nicht so ohne. Viele geben ständig Fluoride ab. Das will ich auch nicht. Mit der entsprechenden Ernährung kommt die Karies ja zum Stillstand, der Zahn wird hart und schmerzfrei. Das Loch macht dir also an sich nichts, auch wenn der Zahnarzt da weiterhin ein Loch sieht, das er unbedingt flicken will, so wie er es gelernt hat.
