FAQ – Sonstiges

Besteht ein Zusammenhang zwischen der Mineralisierung der Knochen und der Zähne?

Knochen und Zähne hängen zusammen, ja. Beide brauchen Kalzium, andere Mineralstoffe und fettlösliche Vitamine, um alle Mineralstoffe einbauen zu können.

Funktioniert der Kariesstopp über Ernährung bei Milchzähnen oder bei bleibenden Zähnen?

Bei beiden, allerdings besser bei den Bleibenden. Milchzähne sind eher delikat. Nur die Stellen, wo die Zahnsubstanz schon zu weit verfault ist, kann der Zahn auch unter guten Umständen nicht mehr retten. Alles, was am Zahn diesen Punkt noch nicht erreicht hat, kann wieder mineralisiert werden und der Körper kann auch neuen Zahnschmelz darüber bilden. Dieser Prozess dauert allerdings Monate, genauso wie die Karies ja auch nicht über Nacht entstanden ist. Wenn es sich also um einen kleineren Defekt handelt, der nur den Zahnschmelz betrifft, kann das Loch auch wieder ganz verschwinden. Der Körper kann übrigens auch Dentin neu bilden, sog. Sekundärdentin, um eine (z.B. durch Karies) offen liegende Zahnwurzel zu schützen. Auch das dauert ein paar Monate, ist aber möglich. Weston Price hat das in Röntgenbildern schön dokumentiert.

Wie bist du dazu gekommen, das Buch von Nagel zu übersetzen?

Ich hab das Buch von Ramiel Nagel vor 2010 in die Finger bekommen, als ich auf der Suche nach einer Lösung für die Kariesprobleme meiner Tochter war. Seitdem habe ich viel zu dem Thema gelesen und konnte beobachten, wie der Ansatz bei meiner Tochter und mir zuverlässig funktionierte. Ich habe dann das Buch ins Deutsche übersetzt, weil es mich ärgerte, dass das Wissen über Westons Price und seine Forschung im deutschsprachigen Raum noch gar nicht angekommen war und alle denken, dass man gegen Karies nicht viel machen kann außer Putzen und Süßes meiden – und wenn trotzdem Löcher kommen, muss halt gebohrt werden. Uns hat die Anwendung dieses Wissens vor einer unangenehmen Zahnarztodyssee gerettet und dafür bin ich sehr dankbar – auch weil ich als Kind nicht so viel Glück hatte und infolge lange ein Zahnarzttrauma hatte.

Woher beziehst du die Informationen, die du hier präsentierst?

Was ich schreibe, basiert auf den Erkenntnissen von Weston A. Price, auf den Empfehlungen der Weston A. Price-Stiftung (www.westonaprice.org) und dem Inhalt des Buches „Karies heilen“ von Ramiel Nagel. Dazu kommen meine seit 2010 gesammelten Erfahrungen mit der Behandlung von Karies durch Ernährung bei mir selbst und meinen inzwischen 9 Kindern.

Bist du Zahnärztin? Was hast du für eine Ausbildung?

Ich bin keine Zahnärztin. Zahnärzte wissen diese Dinge über den Einfluss der Ernährung normalerweise nicht. Sie lernen in ihrer Ausbildung zur Kariesentstehung die Säuren-Bakterien-Theorie. Davon ausgehend behandeln und beraten sie ihre Patienten. Ich habe Humanmedizin studiert, aber danach nicht lange in der Klinik gearbeitet, sondern meine Kinder bekommen. Darauf, das Zahnthema zu recherchieren, bin ich gekommen, als unsere Älteste Karies mit schmerzhaften Abszessen entwickelte und gleichzeitig den Zahnarzt verweigerte.

Sind die Zähne deiner anderen Kinder durch eure Ernährung kariesfrei geblieben?

Nein, nicht zu 100%. Aber wir konnten den Zahnarzt bisher vermeiden und die jüngeren Kinder haben deutlich weniger Löcher. Es wäre natürlich schön, wenn man eine 100%ige Erfolgsquote vorweisen könnte. Leider spielen zu viele andere Faktoren mit rein: Meine eigene Ernährung in der jeweiligen Schwangerschaft und die dadurch ermöglichte Qualität der Zahnsubstanz. Die Darmflora, die ich dem jeweiligen Kind mitgegeben habe, war – ernährungsbedingt und aufgrund von Antibiotika – bei den ersten Kindern auch nicht optimal. Die beeinflusst wiederum, wie gut Nährstoffe aufgenommen werden können. Und dann gibt es Faktoren, die kenne ich noch nicht. Ich wüsste wirklich gern, was an den Schmelzdefekten von Kind Nr. 4 Schuld ist.

Wie geht es deinen Zähne inzwischen? Hast du keine Karies mehr?

Stand Januar 2016: Ich habe immer noch die Löcher, wie sie vor ca. 5 Jahren nach meinem Haferflockenexperiment und mit Beginn der verbesserten Ernährung zum Stillstand gekommen sind. Ein sehr großes in einem Weisheitszahn, kleinere in zwei weiteren Weisheitszähnen und in zwei 4ern. Den Weisheitszahn will mir jeder Zahnarzt seitdem ziehen (manche wollen auch gleich alle Weisheitszähne ziehen) und die anderen flicken. Aber bislang geht es mir damit prima und ich bin mir nicht sicher, ob es besser würde, wenn ich bohren bzw. ziehen ließe. Das einzige, was meine Zähne gelegentlich beschwert, ist eine Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD). Habe ich starken Stress, beiße ich auf bestimmten Zähnen so arg herum, dass die dann richtig wehtun können. Dagegen suche ich noch das Wundermittel …

Stand Januar 2017: Besuch und Röntgenbild beim Zahnarzt. Zahnarzt sieht nur noch in einem Weisheitszahn und zwei 4ern ein Loch, beide unverändert zum Röntgenbild von vor 4 Jahren. Leider ist der andere Weisheitszahn mit dem ganz großen Loch tot. Ich weiß auch, wann er gestorben ist: im März 2015 während unseres Umzugs. Der war schon durch das große Loch fragil. Bei Stress habe ich im Rahmen der CMD ausgerechnet auf diesem Zahn herumgebissen. Eines Nachts wachte ich von einem fiesen Schmerz auf. Wie sich herausstellte, hatte ich mir durch die Beißerei vom Zahn was abgesprengt, sodass die Wurzel freilag. Ich hatte zwar gehofft, da wäre vielleicht was zu retten, aber das war nicht der Fall.

Mehr über meine kieferorthopädische Behandlung auf meinem Youtube-Kanal „Zahngeschichten„.

Stand Januar 2019: Im Rahmen der kieferorthopädischen Behandlung (Anterior Growth Guidance Appliance), die ich aufgrund meines Fehlbisses (daher auch meine CMD-Probleme) im Juli 2018 begonnen habe, wurden wieder Röntgenbilder angefertigt. Sie zeigen, dass keine neue Karies entstanden ist. Das große Loch im oben erwähnten Weisheitszahn habe ich Anfang 2018 füllen lassen, weil es die Zahnstabilität gefährdete. Die vorhandenen Löchern in den beiden 4ern sind minimal gewachsen, ich vermute aufgrund der hohen Nährstoffanforderungen während Schwangerschaft 5 und 6, die mit 19 Monaten Geburtsabstand recht dicht aufeinander folgten.

Stand Januar 2022: Die Zahnspange ist seit August 2021 wieder raus. Während der Behandlung brach der Schmelz über zwei meiner Altlöcher ein, weshalb ich die hab flicken lassen. Ein Altloch ist jetzt noch unrepariert übrig. Ist ein größeres, aber der Schmelz darüber ist intakt und ansonsten ist es soweit unverändert. Keine neue Karies seit 2010 – trotz 5 Schwangerschaften seitdem. Yeah.

Ich beobachte die Sache weiter. 🙂