Was esst ihr so jeden Tag?
Unser Menüplan sieht derzeit etwa so aus:
Frühstück: Zum Frühstück gibt es bei uns immer: 1 weichgekochtes Ei für jeden, selbstgemachten Joghurt oder Sauermilch mit reingeschnippelten Früchten. Ca. 2x/Woche: Brei wie Milchreis (siehe Rezepte) oder mit etwas Sauerteigzugabe über Nacht eingeweichten Hafer-, Gersten- oder Hirsebrei. Meistens: Als Beilage geräucherte Makrele oder Dorschleber aus der Dose.
Mittagessen: Eintöpfe aus Knochenbrühe mit viel Gemüse, oft eigentlich fleischlos, aber durch die Brühe trotzdem nicht vegetarisch.
Nachmittagssnacks: Obst, geröstete Haselnüsse, Reste vom Frühstücksmilchreis etc.
Abendessen: Sauerteigbrot mit Weidemilchbutter, Wurst, Käse, mal Fisch, Rohkost (Gurke, Tomate, Kohlrabi), als Getränk Rohmilch, Wasser oder mit Wasser verdünnter Apfelsaft.
Seit wir im Januar 2021 drei Wochen Gaps-Diät gemacht haben, koche ich abends oft auch nochmal warm, gern ein Reste-Risotto oder Ofengemüse. Die Lust auf Brot hat irgendwie abgenommen.
Vor dem Zu-Bett-Gehen gibt es noch einen Teelöffel Lebertran, mit Rohmilch oder stark verdünntem Saft heruntergespühlt (letzteres für die bei uns, die keine Milch vertragen) und einen Schluck Wasserkefir.
Was kann man zum Frühstück essen?
Wie wäre es mit Joghurt oder Sauermilch mit Früchten? Ein weichgekochtes Ei? Rührei mit Speck? Sauerteigbrot mit Butter und Käse drauf? Eine leichte Brühe?
Was taugt als Zwischenmahlzeit?
Zwischenmahlzeiten sind bei uns meist Rohkost (Karotten), nicht zu süßes Obst, Nüsse und bei mehr Hunger die Reste von irgendeinem Essen. Außerdem tut’s auch eine Scheibe Käse und die kleineren Kinder lieben es, mal ein Stück Butter einfach so wegzumampfen.
Kann mir vielleicht jemand kurz erklären, was es mit Vollkorn in Bezug auf die Zahngesundheit auf sich hat? Welches Mehl und Brot bzw. welche Zubereitungsart sollte man am besten verwenden? Was vermeiden?
Getreide, wie Samen, Bohnen und Nüsse auch, enthält vorwiegend in der äußeren Kornschicht bestimmte Stoffe, die das Korn vor Schimmel und Fressfeinden schützen und als Starthilfe beim Keinen dienen. Diese sind nicht verdauungsfördernd (das Pflanzenbaby will ja auch nicht gefressen werden), und binden zum Teil Mineralstoffe, die dem Körper dann nicht zur Verfügung stehen (sog. Antinährstoffen, z.B. Phytinsäure). Vollkorn hat durch die Anwesenheit der Kleie (also der äußeren Kornschichten) einen hohen Gehalt an beispielsweise Mineralstoffen, die der Körper aber so zum größten Teil nicht verwenden kann, weil sie an diese Antinährstoffe gebunden vorliegen. Säuern mitttels Sauerteig baut Phytinsäure ab und setzt so einen Teil dieser gebundenen Mineralien frei. Säuern entfernt allerdings nicht (vollständig) alle Antinährstoffe, die die Kleie noch zu bieten hat (z.B. Lektine). Man sollte also laut Ramiel Nagel für die Zahngesundheit Vollkornmehle und -getreide sparsam einsetzen, besser Mehle verwenden, die die gröbste Kleie nicht mehr enthalten und Mehl allgemein wo es geht gesäuert (also unter der Verwendung von Sauerteig oder langer Teigführung) einsetzen. Nur ab und zu gibt es bei uns Nudeln und alle anderen Mehlprodukte, in denen Mehl ungesäuert vorkommt. Ein guter Teig braucht Zeit – Zeit, in der die Mikroorganismen des Sauer- oder Hefeteigs ungewünschte Getreidebestandteile abbauen. Unter den Methoden des Slow-Baking hergestellte Produkte sind also nicht nur geschmacklich sondern auch gesundheitlich besser. Bei den traditionellen Völkern, die Getreide regelmäßig verwendeten, wurde das Korn nach der Ernte auf dem Feld in den Ähren getrocknet, dann gedroschen und in Scheunen o.ä. gelagert. Das Korn wurde dann frisch gemahlen, grob die Kleie ausgesiebt und gesäuert. Je näher man diesem alt bewährten Prinzip kommt, umso besser.
Kann man mit Hülsenfrüchten Karies vorbeugen?
Hülsenfrüchte sind an sich nicht kariespräventiv … Es sind Samen, und die man mindestens gut einweichen sollte, bei größeren Exemplaren am besten die Hülle entfernen, damit der Gehalt an Antinährstoffen niedrig bleibt. Alle Samen enthalten in ihrer äußeren Schicht Stoffe, die die Baby-Pflanze vor Schimmel und Fressfeinden schützen. Diese sind nicht gut verdaulich und zum Teil leicht giftig. Deshalb müssen sie vor dem Verzehr entfernt oder durch keimen, säuern, kochen etc. aufbereitet werden.
Hülsenfrüchte können aber Bestandteil einer zahngesunden Ernährung sein, müssen aber in Verbindung mit Lebensmitteln gegessen werden, die fettlösliche Vitamine enthalten wie Weidemilchbutter, Leber, Eigelb, Käse, Lebertran etc..
Sind Haferflocken schlecht für die Zähne?
Wir haben vor der Ernährungsanpassung immer Haferflocken gegessen, ich bin praktisch von Haferflocken groß geworden. Die aus dem Laden, also die abgepackten, werden allerdings hitzebehandelt. Sind also nicht mehr roh, ungünstige Getreidestoffe werden durch Erhitzen zerstört. Deshalb sind sie nicht mehr so kariogen. Als Kind hatte ich zwar immer Löcher, aber nicht so große, wie meine Tochter und ich innerhalb eines Jahres mit rohen Haferflocken bekamen. Wusste ich vorher alles nicht, sondern dachte in meiner Naivität, ich tue uns mit den frisch gequetschten, rohen Flocken was besonders Gutes. Also ja, Haferflocken können den Zähnen schaden. Aber es kommt darauf an, wie man sie zubereitet. Ab und zu ein paar aus dem Laden oder selbstgemachte, die gesäuert und erhitzt wurden, sollten keine Schäden machen – solange gleichzeitig genügend fettlöslichen Vitaminen (D, A, K2) vorhanden sind.
Ist Joghurt essen, sind Milchprodukte gut für die Zähne?
Joghurt ist sicher als Ernährungsbestandteil unter vielen keine schlechte Wahl (wenn man die Polemik um „Kuhmilch nur für Kälbchen“ mal außen vor lässt). Die traditionellen Schweizer waren mit ihrer Kuhmilch jedenfalls praktisch kariesfrei, ebenso die Massai und andere Nomandenvölker mit ihrer Kuhmilch. Wichtig ist allerdings, dass die Milch möglichst unbehandelt verwendet wird und die Kühe artgerecht gefüttert wurden. Nur dann kann sie langfristig der Gesundheit dienen.
Sollte Reis vor dem Kochen gesäuert werden?
Weißer Reis ist als einziges Getreide auch ohne Säuerung gut verträglich. Aber man kann natürlich auch ihn fermentieren. Im Zahnbuch („Karies heilen“ von Ramiel Nagel) wird die Säuerung von halbgeschältem Reis beschrieben. (Begriffserklärung: Säuern und fermentieren sind dasselbe. Traditionell macht man das bei uns noch beim Brotbacken, wo Sauerteig verwendet wird.) Wenn man schon säuert, kann man aber auch Vollkorn verwenden. Damit erreicht man einen höheren Nährstoffgehalt.
Welche Vorteile hat Rohmilch?
Rohmilch enthält leicht verdauliche Eiweiße und leicht verdauliches Kalzium. Alle Vitamine, gute Bakterien und Zellen sind noch intakt. Der Konsum von Rohmilch ab Schwangerschaft beugt Allergien bei Kindern vor und fördert (durch leicht verdauliches Kalzium) die Remineralisierung von Karies. In pasteurisierter Milch verändern sich die Eiweiße, werden schwerer verdaulich, und das daran gebundene Kalzium wird kaum noch vom Körper aufgenommen. Viele Leute, die Ladenmilch nicht vertragen, können Rohmilch gut verdauen. Und nicht zuletzt schmeckt sie einfach besser.
Woher bekomme ich denn Rohmilch, am besten von der Weide? Kann ich auch Weidemilch aus dem Supermarkt nehmen, die ja behandelt wurde?
Weidemilch aus dem Supermarkt ist sicher besser als andere. Besser wäre natürlich noch, wenn sie nicht pasteurisiert und homogenisiert also Rohmilch ist. Aber wie bei vielen guten Produkten muss man ganz schön suchen, so etwas zu kriegen. Wir haben hier einen Kuhstall in der Nähe, wo die Kühe im Sommer auf der Weide sind und wo wir die Milch direkt holen können. In der Stadt ist es oft schwieriger. Wir hatten damals in Halle (Saale) einen Bio-Laden, über den ich Vorzugsmilch (Rohmilch, die auch im Laden verkauft werden darf) bestellen konnte. Wenn man auf den Laden angewiesen ist, dann sollte man Milch nehmen, die wenigstens nicht homogenisiert wurde.
Woher soll ich Fisch und Fleisch beziehen? Ist es besser, darauf zu verzichten, wenn es nicht aus Weidehaltung bzw. Wildfang ist?
Bei Knochen und Fleisch ist Weidehaltung sicher das Beste, aber das Herkömmliche ist immer noch besser als überhaupt nichts, würde ich sagen. Bei Fisch am besten Wildfang, keinen Zuchtfisch. Ist ähnlich wie mit anderen Tieren aus Massenhaltung. Das Futter ist nicht artgerecht und das Fleisch entsprechend minderwertig. Bei Fleisch gibt es auch im normalen Supermarkt immer mal Lamm. Das ist in der Regel aus Weidehaltung.
Wie deckt ihr euren Magnesium- und Zinkhausbedarf?
Zink ist ja in vielem: Käse, Fleisch, Innereien, Nüssen, Meeresfrüchten.
Magnesium ebenfalls: Bei uns gibt es dafür u.a. Knochenbrühe, Gemüse, Fleisch und Co., Milchprodukte etc.. Wir kommen bisher gut hin damit.
Welche Lebensmittel enthalten Vitamin K2?
Vitamin K2 ist u.a. in Milchprodukten und Eiern von weidenden Tieren. Deshalb nehmen wir auch das Lebertran/Butteröl-Gemisch, das es auch zu kaufen gibt (dort ist das Butteröl aus dem Milchfett von Weidetieren drin). Und wir verwenden Weidemilchprodukte, wo es geht. Vor allem Butter (Kerrygold). Auch Meeresfrüchte (z.B. Austern) haben wohl Vitamin K2.
Wie soll ich denn auf die angegebene Eiweiß-Menge kommen, die in „Karies heilen“ empfohlen wird? Das schaffe ich doch nie!
Ich bin der Meinung, dass es nicht so sehr auf die Eiweiß-Menge ankommt, sondern auf die Qualität und dass man es gut verdauen kann. Gebt euch Zeit, guckt was schmeckt … von heute auf morgen kann man keine Ernährung umstellen (hat bei uns Monate gedauert) und du musst auch nicht jeden Tag Fleisch essen. Wir essen gar nicht so viel Fleisch, aber wir machen eben u.a. viel mit selbstgemachter Knochenbrühe. Beispiel Kartoffelsuppe: Da koche ich die Kartoffeln und das Gemüse eben nicht in Wasser sondern Brühe (aber keine Brühwürfel, sondern echte, selbstgemachte!). Schmeckt eh viel besser.
Ich habe gelesen, dass Milch gar kein so guter Kalzium-Lieferant ist, wie immer behauptet wird. Warum empfiehlst du dann Milch?
Milch ist nicht gleich Milch. Pasteurisierte, homogenisierte Milch aus dem Laden kann wohl wirklich demineralisierend wirken, da der Erhitzungsprozess die Eiweiße verändert, die auch das Kalzium an sich binden. Der Körper kann es so nicht mehr so gut aufnehmen. Ideal ist Milch, wie sie bei uns bis vor hundert Jahren noch konsumiert wurde: roh – und am besten von Weidetieren. Dann enthält sie auch die wichtigen fettlöslichen Vitamine in vollem Umfang, besonders auch K2.
Ist Obst essen für die Zähne unbedenklich?
Obst gibt es bei uns, allerdings in Maßen – vor allem das, was sehr süß ist (Bananen, sehr süße Apfelsorten). Der hohe Zuckergehalt mancher Früchte ist bei regelmäßigem Verzehr ungünstig. Vorsicht vor allem bei Trockenfrüchten!
Alle sagen, Vollkorn sei am besten! Warum behauptest du das Gegenteil?
Alle Samen, wozu Getreide ja gehört, davon aber vor allem die äußere Kornschicht, enthalten verschiedene Stoffe, die das Korn vor Fraß und Schimmel schützen. Diese Stoffe sind für die menschliche Verdauung unvorteilhaft. Phytinsäure zum Beispiel bindet Mineralstoffe an sich, die dem Körper dann nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Vorzüge des Vollkorn erschließen sich nur bei ausreichender Zubereitung wie Säuerung und Erhitzen. Wenn Sauerteig zum Backen verwendet wurde und der Teig Zeit hatte, schön durchzusäuern, wird ein Großteil der Phytinsäure abgebaut. Erhitzen zerstört andere ungünstige Stoffe wie Lektine. Traditionell hat man die ganz grobe Kleie vor dem Säuern ausgesiebt, um ein gut verträgliches Produkt zu erhalten. Unterm Strich ist es wahrscheinlich besser, auf Vollkorn und ungesäuertes Getreide zu verzichten, solange man Karies aufhalten will. Eine zeitlang ganz auf Getreide zu verzichten kann man vor allem bei starker Karies in Erwägung ziehen. Will man ungesäuertes Getreide konsumieren, ist weißer Reis von allen Getreiden am verträglichsten, allerdings auch nährstoffarm.
Wie bekommt ihr ein gutes Verhältnis zwischen Omega-6 und Omega-3-Fettsäuren in der Ernährung hin?
Wir verzichten auf Pflanzenfette mit einem ungünstigen Verhältnis wie die meisten Pflanzenfette (außer Olivenöl und Kokosöl). Rapsöl soll wohl ganz ok sein, nehmen wir aber auch nicht, weil es aufgrund seiner vielen mehrfach ungesättigten Fettsäuren entweder Transfette enthält (wenn es mit Hitze raffiniert wurde) oder schnell ranzig wird (bei kaltgepresstem Öl) und sonst nicht viel Wertvolles enthält. Lebertran hat übrigens ein gutes Verhältnis und liefert uns außerdem die wichtigen fettlöslichen Vitamine A und D.
Esst ihr Wurst?
Ja. Ich finde Wurst nicht prinzipiell gut, denke aber, dass es in Maßen ok ist. Schließlich gehört sie, in traditionell verarbeiteter Form, seit langem zur Ernährung im deutschsprachigen Raum. Meine Jungs können auch nicht wirklich ohne. Ich gucke halt, dass ich möglichst gute Qualität direkt, hier selbstgemacht vom Bio-Fleischer, kaufe.
Die Ernährung nach Weston Price mag für die Zähne gut sein, aber was ist mit dem restlichen Körper?
Ich bin überzeugt, dass eine Ernährung, die den Zähnen gut tut, auch dem Rest gut tut. Schließlich sind im ganzen Körper komplexe Vorgänge nötig, um eine Auswirkung an den Zähnen zu sehen. Natürlich muss man schauen, was die Verdauung bewältigen kann. Wer zum Beispiel keine Rohmilch verträgt, für den ist die auch kein gesundes Lebensmittel.
Gibt’s bei euch auch mal Süßes?
Ja, am Samstag Marmelade und Honig zum Frühstück (zu Waffeln oder Pfannkuchen), und gekauften Fruchtjoghurt. Zwischendurch mal etwas Obst. Süßigkeiten aus dem Laden nur an Ostern, Weihnachten und Geburtstagen.
Kannst du die Ernährungsprinzipien, auf die du dich beziehst, kurz zusammenfassen?
Ich versuche folgende Prinzipien umzusetzen: ungesäuertes Getreide meiden, Hefeteig wenn dann mit langer Teigführung, Mehl idealerweise frisch selbst mahlen und die gröbste Kleie aussieben, fermentierte und rohe Lebensmittel (Sauerkraut, Kefir, Rohmilch, Obst und Gemüse), viel tierisches Fett und damit fettlösliche Vitamine (Lebertran, Fisch, Eigelb, Butter, Knochenmark, Rohmilch und Milchprodukte), wenig und wenn dann traditionelle Süßungsmittel (Honig, Früchte, Ausnahme Süßigkeiten einmal die Woche) und je mehr etwas industriell verarbeitet und mit diversen Stoffen versetzt wurde, um so eher meide ich es. Generell meide ich auch industriell raffinierte Pflanzenfette, weißen Zucker und Zuckerersatzstoffe, Säfte pur, ungesäuertes Mehl, Impfungen und Medikamente, Plastik (geht leider nur zu einem gewissen Grad, aber vor allem versuche ich zu vermeiden, das es mit Fett in Berührung kommt) …
Wie soll ich es mir leisten, das ganze Ernährungsprogramm umzusetzen? Die Lebensmittel und der Lebertran sind viel zu teuer!
Ja, das volle Programm ist teuer, aber es funktioniert meist auch, wenn man das Optimum nicht erreicht. Ich glaube, für die meisten ist das eh unmöglich. Man gibt sein Bestes und guckt, was dabei herum kommt.
Meine Heilpraktikerin sagt, ich als Blutgruppe A positiv würde Fleisch nur wenig vertragen und wenn dann helles Fleisch, sonst steigen meine Harnsäurewerte und ich übersäuere und der Körper zieht dann Mineralien aus den Zähnen und Knochen. Daher wohl jetzt meine Zahnprobleme. Hatte zehn Jahre keine Probleme und bei meiner Tochter genauso. Milch sollen wir auch weglassen und dann lieber Sahne mit Wasser mischen um mehr Fett aber wenig Eiweiß zu haben. Getreide sollte man meiden wegen Glyphosatbelastung, nach neuesten Erkenntnissen entsteht dadurch der Vitamin D Mangel. Ich bin gerade etwas überfordert und genervt. Ich bin ja ernährungstechnisch seit fünf Jahren am testen wegen Neurodermitis und jetzt noch Karies dazu. Man weiß auch gar nicht mehr was richtig ist.
Also ich halte den Blutgruppendiätansatz für Unsinn. Klar sollst du essen, was du verträgst und vorsichtig sein wo du Schwierigkeiten beim Verdauen bemerkst, aber wenn man das zurückverfolgt, kannte niemand bei den sog. Urvölkern seine Blutgruppe. Die haben gegessen, was das Land jeweils hergab und waren damit über viele Generationen gesund. Essempfehlungen von bestimmten Oberflächenmerkmale der roten Blutkörperchen abhängig zu machen, ist doch eigentlich absurd – oder finde nur ich das so? Genauso gut könnte man irgendwelche anderen Oberflächenmarker auf anderen Zellen nehmen. Studien, dass so ein Vorgehen Sinn macht fehlen außerdem.
Getreidekonsum macht einen höheren Bedarf an fettlösliche Vitaminen wie Vitamin D. Auch ohne Glyphosat.
Was ist, wenn man nicht viel Tierisches verträgt? Price empfiehlt ja sehr viel Tierisches.
Das Problem, das viele moderne Menschen haben, ist, dass sie Eiweiße nicht gut verdauen können. Deshalb vertragen so viele Gluten und Milch zum Beispiel nicht oder haben allgemein Probleme mit Eiweißen. Wobei tierische Eiweiße in der Regel eigentlich leichter verdaulich sind als Pflanzeneiweiße, weil sie den Eiweißen des Menschen ähnlicher sind – wenn man sie jetzt nicht überkocht o.ä.. Die Ursache für diese Verdauungsprobleme ist eine nicht optimale Darmflora, die durch Antibiotika, andere Medikamente und eine zuckerlastige, halb sterile und anderweitig nicht optimale Ernährung schwächelt. Damit sinkt die Verdauungskraft und Lebensmittel, die schwerer zu verdauen sind, werden nicht mehr vollständig verdaut und machen Probleme. Mit der Verbesserung der Ernährung (mehr gute Bakterien, wenig Zucker etc.) lässt sich da einiges wiederherstellen. Man sollte halt besonders darauf achten, leichtverdauliche Eiweiße (roh, fermentiert, mit Knochenbrühe) in Mengen zu essen, die man verträgt. Wichtig sind da nicht die Mengen, sondern dass man’s auch gut verdauen kann. Heutige Verdauungsprobleme waren zu Zeiten von Price eben noch so gut wie unbekannt.
Eine geschwächte Verdauung ist auch der Grund, warum es vielen mit einer veganen Diät erstmal so gut geht. Sie lassen die Eiweiße weg, die sie nicht richtig verdauen können. Für eine gewisse Zeit geht es ihnen damit natürlich richtig gut. Nur langfristig fehlen dann eben doch die Bausteine, die der Körper braucht, um sich zu erhalten. Plus einige Vitamine, die der Körper aber für einige Zeit gespeichert hat. Da werden dann die Zähne empfindlich, Depressionen sind nicht selten … Es ist auf jeden Fall auf lange Sicht sinnvoll, in eine gesunde Darmflora zu investieren, anstatt nur alles wegzulassen, was man nicht verträgt.
