Die schnelle Alleingeburt von J.P.

Hallo ihr Lieben! Heute darf ich einen Geburtsbericht mit euch teilen, der wieder so unspektakulär und schön ist, wie Alleingeburten in der Regel sind. Es ist das vierte Kind dieser Mama. Ihr erstes Kind kam im Krankenhaus, das zweite im Geburtshaus und das dritte war auch schon eine Alleingeburt. Viel Spaß beim Lesen! 🙂

Nun endlich will ich die Geburt meines vierten Kindes am 5.9.2014 festhalten.

Schon einige Tage vorher hatte ich abends Wehen, teilweise auch in regelmäßigen Abständen. Doch sie wurden nicht intensiver, sodass ich immer ins Bett ging und auch schlafen konnte. Vier Tage vor der Geburt wurde ich nachts wach und stand auf, doch nach zwei Stunden ging ich wieder ins Bett, da nichts vorwärts ging und ich sehr gefrustet war, dass ich nicht ausreichend Schlaf bekam.
Am 4.9. war ich vormittags im Ik*a. Als ich Mittags nach Hause kam, hatte ich den Schleimpfropf am Toipapier. Das hatte ich ja noch nie! Eine neue Erfahrung und die Vorfreude stieg, dass bald unser Baby zu uns kommt. Am Abend hatte ich Wehen, wie immer, aber sie wurden nicht doller, so dass ich gegen 23 Uhr ins Bett ging. Gegen halb drei wachte ich auf und hatte immer mal wieder ein Ziehen im Bauch. Der Blick aufs Handy verriet, dass die Wehen aller 7 bis 10 Minuten kamen. Nach einer halben Stunde war es unbequem im Bett, so dass ich nach unten ins Wohnzimmer ging. Da legte ich mich aufs Sofa und wartet auf die Wehen, die auch relativ regelmäßig kamen. Zwischendurch Klogänge, Versuche, den Muttermund zu fühlen und dennoch absolute Ruhe. Nachts gebären ist toll, die Welt scheint still zu stehen. Nach einer Weile wurden dann die Wehen im Liegen auf dem Sofa immer unangenehmer, so dass ich den Ball ausprobierte, mich drauf setzte oder drüber lehnte. Auch die Sofalehne war angenehm und so begann ich die Wehen zu veratmen. Zwischendurch zündete ich Kerzen an. Gegen 4.15 Uhr weckte ich meinen Mann, indem ich ihn auf dem Handy anklingelte. Die Treppen hoch ins Schlafzimmer wollte ich nicht mehr steigen. Er war diesmal auch gleich wach und kam herunter. Ich berichtet ihm vom „Fortschritt“, teilte ihm aber meine Unsicherheit mit, dass ich nicht weiß, ob’s wirklich Geburt ist. Auch die Sorge, dass er am Morgen arbeiten muss, kam immer wieder hoch. Ich konnte absolut nicht einschätzen, wie weit ich schon bin. So langsam begann ich auch zu tönen und mein Mann fing an, den Geburtspool aufzubauen und alles vorzubereiten. Er wusste gleich, dass es nicht mehr lang dauern wird und nahm die Lage ernster als ich. Erst war ich dagegen, den Pool einzulassen, zwei Wehen später wollt ich doch langsam ins Wasser. Kurz nach 5 Uhr war der Pool fast voll und ich konnte endlich hinein. Es war sehr angenehm und wurde dennoch gleich intensiver. Ich musste lauter tönen, um mit den Wehen zurechtzukommen, fluchte auch einige Male (Übergangsphase! 😉 ), und musste schon langsam mitdrücken. Mein Mann wuselte die ganze Zeit um mich herum, brachte noch zwei Eimer warmes Wasser und entfernte schwimmende Dinge aus dem Pool 😉 Nun bemerkte auch ich, dass JETZT unser Baby kommt und ich kräftig mitdrücken und tönen musste. Mist, die große Tochter wollte doch dabei sein. So schickte ich meinen Mann 5.20 Uhr meine Tochter wecken. Sie schaute wohl kurz rein, ihr war es aber zu laut, so dass sie sich im Treppenhaus auf die Treppe setzte und wartete. Zu lang musste sie nicht warten, denn bereits 5.24 Uhr erblickte uns Baby das Licht der Welt und schwamm ins Wasser. Ich presste den Kopf raus und der Körper flutschte gleich hinterher. So schwamm es im Wasser und ich war überwältigt und überrumpelt von der Schnelligkeit der Geburt. Ich ließ es einige Zeit schwimmen und nahm ihn dann heraus. Ja ich fühlte, es war ein Junge. Mein dritter Sohn! Meine Tochter war derweil zu uns gekommen. Sie war erst etwas enttäuscht, dass es wieder ein kleiner Bruder ist. Zum Glück hat sich dieses Gefühl gelegt und sie ist genauso verliebt in ihren Bruder wie der Rest der Familie. So saßen wir noch eine Weile im Wasser. Mein Mann fragte gleich, ob er die Hebamme rufen soll. Ich meinte nur, er soll mal ruhig machen, es ist doch alles gut gegangen und so können wir sie ruhig noch etwas schlafen lassen. Ich zog aufs Sofa um und gebar ca. 30 Minuten später die Platzenta in der Hocke in eine Schüssel hinein. Mein Mann schnitt später die Nabelschnur durch, wir ließen sie aber ziemlich lang dran am Kind. 6.15 Uhr kamen dann die großen Brüder. Mein größter Sohn war sehr zögerlich, hielt erst Abstand von uns und schaute nur von Weitem. Der kleiner Sohn kam gleich zu uns und freute sich und kuschelte mit mir und dem Baby. Mein Mann brachte den kleinen großen Sohn später in den Kindergarten, nachdem er 7.15 Uhr die Hebamme informiert hatte. Diese kam dann gegen 7.45 Uhr. Baby, Plazenta und auch ich haben ihren TÜV bestanden, so dass sie gegen halb zehn wieder verschwand und wir in die Babyflitterwochen starten konnten. Abends kam sie uns noch einmal besuchen zur U1. 2870g und 48cm und 34 cm Kopfumfang ergaben die Messeinheiten.
Mein Baby war fast eine Woche nackig, wir kuschelten ganz viel und stillten wie die Weltmeister. Der Stillstart war dieses mal schwierig, meine Brustwarzen waren ca. 3 Wochen sehr empfindlich und es tat höllisch weh beim Ansaugen. Einen Namen hatte wir auch erst nach einer Woche, dafür passt dieser jetzt umso besser zum Baby 🙂 Den ersten Monat hatte mein Mann Elternzeit, so dass ich mich erholen konnte und meine Zeit mit Baby auskostete. Es war eine sehr intensive, schöne Zeit.

Fazit: Es war wieder mal eine sehr schnelle Geburt. Eh ich verstehe, dass es wirklich Geburt ist, ist die Geburt auch schon wieder vorbei. Dennoch bin ich unendlich dankbar und glücklich, dass ich wieder so eine schöne, selbstbestimmte Geburt haben durfte und mein Mann mich so ruhig und selbstverständlich begleitet hat.

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