Meine 3. Schwangerschaft: 29. SSW

Noch 2 1/2 Monate. Der Bauch wächst immer weiter und die ersten Walroßgefühle kommen auf. Man überlegt nachts dreimal bis man ein Umdrehmanöver startet. Je schwangerer ich werde, desto weniger hab ich Lust, das Haus zu verlassen oder irgendwen zu sehen. Dabei muß ich noch bis Ende April arbeiten. :-/
Mit einer, die sich zur Fachärztin für Psychatrie ausbilden lässt und in dem Rahmen zwei Wochen bei uns auf Station gearbeitet hat, hab ich mich nett unterhalten. Sie erzählte, daß ihr erstes Kind fünf Kilo schwer war und auf normalem Weg geboren wurde (wohl, weil damals das Gewicht noch nicht mit dem Ultraschall geschätzt wurde). Es ging auch ganz gut, außer daß sie (wahrscheinlich wegen hebammengeleitetem Powerpressen in Rückenlage plus Dammschnitt) eine Sphinkterruptur bekam (die aber problemlos heilte). Bei der nächsten Schwangerschaft wurde gleich mal prophylaktisch ein Kaiserschnitt gemacht, obwohl das Kind sich noch von Beckenendlage in Schädellage drehte und nachher weniger als 5 Kilo wog. Sie hätte schon gern normal geboren, aber die schlauen Gynnis hielten einen Kaiserschnitt für viel sicherer. Das dritte Kind wog ganze 3,5 Kilo und kam natürlich auch per Kaiserschnitt. Sie hat selbst ein Jahr in der Frauenklinik gearbeitet, scheint aber die Entscheidung für die Kaiserschnitte nie hinterfragt zu haben, obwohl sie selbst sagt, daß sie lieber normal geboren hätte und das viel leichter war als die Kaiserschnitte. Verrückte Welt.
Gestern war mein Blutdruck den ganzen Tag im Keller. Ich kann mich erinnern, daß ich das bei den anderen Schwangerschaften auch manchmal hatte. Nur gestern mußte ich arbeiten und war noch dazu übermüdet von einer zu kurzen Nacht. Ich weiß nicht, wie ich bis Mittag durchgehalten hab. Mir war schwindelig, konzentrieren war so schwer und als ich vor dem Mittagessen saß, wurde mir übel. Meine Rettung war eine Pritsche im sogenannten Parkinson-Raum, der nur wenige Stunden am Tag genutzt wird. Ich hätte nicht gedacht, daß ich dort schlafen kann, aber ich konnte und nach einer 3/4 Stunde war ich wenigstens nicht mehr müde und konnte mich konzentrieren. Am Nachmittag waren nämlich zwei Aufnahmen. Zwei nette, alte Leute nach Schenkelhalsbruch, die zu uns zur Reha kamen. Die eine war schon Uroma, aber für ihr Alter und trotz früherem Schlaganfall noch so neugierig und munter, wie ich auch gern mal sein will, wenn ich so alt bin.
Der niedrige Blutdruck (ich kam kaum auf 100/60, hab aus Neugierde mal gemessen) verfolgte mich noch bis abends. Heute ist’s als wäre nichts gewesen.
Draußen liegt immer noch viel zu viel Schnee. Bei 2 Grad taut es nur langsam. Eigentlich wollte ich Kaninchen schlachten heute, aber man kriegt noch nicht mal die Türen vom Stallgebäude richtig auf, weil der ganze Schnee vom Dach herunter gekommen ist. Ich hab den Schnee inzwischen so satt. 🙄

3 Gedanken zu „Meine 3. Schwangerschaft: 29. SSW“

  1. An den niedrigen Blutdruck und die Schwindelanfälle während der Schwangerschaft kann ich mich noch gut erinnern!
    Ganz schlimm war stehen bleiben, z.B. in der Schlange an der Supermarktkasse…dann bin ich immer gleich kreidebleich geworden und alle haben mich freiwillig vorgelassen.
    Das war aber auch das einzig Gute daran 🙂

    Schwanger sein fand ich echt ziemlich anstrengend!
    Aber nach der Geburt war ich sofort wieder fit wie ein Turnschuh. Ich war so froh mich endlich wieder bewegen zu können.
    Wir sind gleich am ersten Tag nach der Geburt zu Fuß ins Städtchen gelaufen.
    Als mich zwei ältere Damen fragten wie alt denn unser kleiner man sei und ich Ihnen sagte dass er am Vortag geboren wurde, waren die total schockiert.
    Zu ihren Zeiten blieb man nach der Entbindung 6 Wochen im Haus….
    Ich wäre verrückt geworden!

  2. Ich möchte jetzt einfach mal positives Feedback geben: Respekt!

    Ich hatte vor nun 6,5 Jharen eine ziemliche Horrorgeburt von nahezu 40 Stunden. Geburtsstillstand in der Austreibugnsphase, Der nette Herr Oberarzt musste dann das Schlüsselbein brechen um das Kind noch herauszubekommen – mir wäre ein Kaiserschnitt lieber gewesen, was ich allerdings auch vorhergesehen hatte, aber mir hat ja keiner geglaubt. Dumme Situation. Ich habs vorher gewusst, aber alle sagten: Du machst Dich verrückt. Nunja, Tochter mit dem Schlüsselbeinbruch, verletzter Nervenstrang – linker Arm gelähmt. Fast ein Jahr lang. Durch Voijta Krankengymnastik haben wir es hinbekommen daß sich alles regeneriert hat. Ich konnte fast 1 Jahr nicht wieder normal gehen, ich war völlig verzerrt.
    Dies alles ist nun fast 7 Jahre her. Was ich eigentlich sagen wollte ist: Daß ich unheimlich großen Respekt davor habe, ein Kind selbst und in Eigenmacht zu gebähren. Das finde ich absolut prima. Ich verfolge Deine Seite schon länger und – wow.

    Wäre ich heute schwanger mit meinem jetzigen Bewusstsein, würde ich wissen daß mir unrecht geschah in dem Moment als der Arzt die Schiebetür zuschob und mich meinem Schicksal überließ . (Die Gyn station ist übrigens nun geschlossen)

    Aber ich war einfach so unsicher und unwissend und was weiss ich – mir gehört mein körper, ich entscheide was passiert, das weiß ich jetzt.

    Ich beglückwünsche alle die es schaffen ein Kind in Eigenmacht zu gebähren, wundervoll!!!

    Ich hoffe das klang jetzt nicht zu negativ, das war einfach nur meine Erfahrung. Ich bin auch nicht wieder schwanger geworden. Das ist mir einfach zu riskant für beide Seiten.

    Aber wenn ich das alles so lese wünsche ich mir fast noch einmal diese Erfahrung – und dann für mich meine Selbstverantwortung. Total schön.

    Ich danke Dir daß Du mir noch eine andere Seite des gebährens gezeigt hast.

    Liebe Grüße,
    Beltane.

    1. immer diese horror – geschichten…. ich hasse es wenn menschen meinen sich so profilieren zu müssen im internet und anderen schwangeren alles verderben…. meine güte…. echt traurig….

      schönes leben noch….

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