37. SSW

Ich häng rum und krieg nix gebacken. Im Hinterkopf stapeln sich langsam die Aufgaben, aber ich finde für alles einen Grund, warum es nicht jetzt getan werden muß. Das Wetter ist traumhaft sommerlich, nicht so heiß, wie ich es aus Deutschland gehört habe. Mir und Bauchbaby geht’s gut, auch wenn die Nächte mit den häufigen Pipi-Pausen doch gewöhnungsbedürftig sind. Und mit dem Bauch überleg ich dreimal, ob sich jetzt das Aufstehen lohnt. Zum Glück hilft mir meine Schwiegermama gerade richtig viel im Garten und Haus, kocht, paßt auf Johanna auf. Aber wenn ich sie so rackern seh, hab ich auch irgendwie ein schlechtes Gewissen. Emotional wird die See ungemütlicher. Ich hab Angst vor dem Alltag mit zwei kleinen Kindern, fühle mich von Tim irgendwie unverstanden und allein und hab das Gefühl, daß die Zeit einfach stillsteht und sich vielleicht nie etwas am Jetzt ändern wird. Dann wieder klopft das schlechte Gewissen über all den unerledigten Sachen an, zu denen ich mich nicht aufraffen kann. Und der Gedanke, daß die Schwangerschaft ja schon bald vorbei ist und ich dann zwei von der Sorte hab. Ach, du Schreck! Gerade hab ich mich so schön an Johanna gewöhnt und wir haben einen für uns beide guten Rhythmus gefunden. Aber damit wird’s bald aus sein. Wann soll ich den verpassten Schlaf von der Nacht nachholen, wenn Baby 2 sich nicht nach unseren Mittagsschlafzeiten richtet? Oder wie krieg ich beide an meiner Brust unter, wenn beide Brust wollen? Was mach ich, wenn beide gleichzeitig auf Mamas Arm wollen? Und ob ich wohl diesmal trotz lauter Müdigkeit zum Kochen komme und nicht wieder wider Willen so viel abnehme?
Wenigstens müssen wir diesmal nicht 4 Wochen nach der Geburt umziehen. Wir müssen auch nicht jeden Tag um 6 aufstehen und 8 Stunden im Sprachkurs sitzen. Vielleicht wird Baby 2 kein Schreibaby und die Nächte ganz friedlich. Die Vorstellung mit Baby 2 im Arm Johanna beim Spielen zuzusehen klingt nett. Und Schwiegermama zieht zwar in ihre eigenen Wohnung und arbeitet bald, aber in der Nähe ist sie immer noch.
Hach, es wird schon werden. Und ich bin trotzdem besorgt.

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