FAQ – Angeborene Schmelzdefekte

Bei meinem Kind bröckeln mehrere Milchzähne einfach weg. Vor kurzem sind sie erst durchgebrochen und schon zerfallen sie. Was kann das sein?

Klingt nach Schmelzdefekten. Meine Jüngste hat das auch – obwohl ich bei ihr nie Antibioktika hatte. Obwohl wir uns seit der Karies bei der Großen ernährungstechnisch große Mühe geben. Diese Defekte sind im Zunehmen, ohne dass einer weiß warum. Bisher haben wir’s über die Ernährung gut im Griff, immerhin. Damit kannst du auch Zähnen mit schwachem Schmelz etwas geben, damit sich die Karies selbst begrenzt. Fast keiner der Zähne meiner Tochter sieht bei genauer Betrachtung schön aus – aber sie funktionieren! Trotz abgeplatztem oder verfärbtem Schmelz, trotz Kariesbeginn auf drei Kauflächen. Sie hat keine Schmerzen und auch sonst keine Probleme mit den Zähnen. Sie ist jetzt vier und bis jetzt war ich damit lieber nicht beim Zahnarzt. Der würde meiner Meinung nach da eh vor allem Kosmetik betreiben wollen. Mir ist wichtiger, dass die Zähne intakt sind und die Karies nicht weiter fortschreitet. Das beobachte ich jetzt seit Jahren (sie hatte es ja auch fast von Anfang an) und bin zufrieden soweit.

Wie entstehen diese Schmelzdefekte?

Frühkindliche Schmelzdefekte entstehen in der Schwangerschaft oder kurz danach. Man weiß noch nicht genau warum, aber es reichen wohl kleine Imbalancen von Seiten der Mutter, um die schmelzbildenden Zellen zu stören. Schmelzdefekte bei Erwachsenen, so sie nicht direkt nach Zahndurchbruch auftreten (was ja dann schon im Kindesalter bei den bleibenden Zähnen passiert), sind eher ein Ausdruck der Mangelversorgung des Körpers, zum Beispiel aufgrund von Zöliakie. Der geschädigte Darm nimmt nicht genug Vitamine und Nährstoffe auf, was sich auch an den Zähnen bemerkbar macht.

Was kann man zur Kariesvorbeugung tun, gerade auch bei Schmelzdefekten an Milchzähnen?

Ich kann nur sagen, was ich probiert habe und als effektiv erlebt habe. Fleißig putzen gehört leider nicht dazu. Aber die Ernährung nach Weston Price/Ramiel Nagel ausrichten, hat uns bisher gut gedient. Obwohl die Jüngste Schmelzdefekte an fast allen Zähnen hat. Mir ist wichtig, die Milchzähne als Platzhalter zu erhalten, bis die Bleibenden kommen. Wie sie dabei aussehen, finde ich erst einmal zweitrangig. Eine entsprechende Ernährung verlangsamt deutlich oder stoppt den Kariesfortschritt (je nachdem, wie weit die Karies fortgeschritten ist, wie gut oder schlecht die Zahnsubstanz ist und wie gut man es schafft, die veränderte Ernährung dem Kind nahe zu bringen). Unsere Große konnte so zwei Backenzähne bis zum Zahnwechsel behalten, die zwischendurch sogar Abszesse entwickelt hatten. Ohne Zahnarzt. Viele fühlen sich auch wohler, wenn sie einen Zahnarzt den Defekt reparieren lassen (dann sieht es jedenfalls schön aus) und die Ernährung soll dann nur weiteren Schaden vorbeugen. Ich bin da wahrscheinlich eine von den Radikaleren. Ich will nicht, dass mein Kind Plastik, Fluorid und Kleber in den Mund bekommt – gar unter Vollnarkose, wenn es keine Schmerzen und Probleme hat. Und damit das nicht passiert, gebe ich mein Bestes mit der Ernährung. Unserer Jüngsten beobachte ich die Zähne jetzt seit einigen Jahren und bin soweit zufrieden. Ihre Zähne sehen zwar mehr oder weniger abenteuerlich aus, Verfärbungen, Schmelz fehlt, sie hat auch Kariesbeginn auf drei Backenzähnen … aber es ist stabil. Kein Zahn bröckelt weiter weg und sie ist schmerz- und entzündungsfrei. Wie ihre Zähne aussehen ist ihr egal. Also lasse ich es erst mal beim Beobachten …

 Mein Kind hat angeborene Schmelzdefekte. Bekommt es jetzt automatisch Karies? Sollte ich abstillen?

Schmelzdefekte und Karies gehen in der Regel Hand in Hand. Wenn Zähne mit schwachem Schmelz durchbrechen, werden sie unter Umständen (Einfluss des Speichels weiter unten) sofort kariös, weil eben der Schmelz so schwach ist. Oder der Schmelz platzt ab, legt das Zahnbein darunter frei, das dadurch ebenfalls leicht Karies bekommen kann. Unsere Jüngste (jetzt bald 4) hat Schmelzdefekte an mehreren Milchzähnen. Man sieht, dass an manchen größere Flächen Schmelz abgeplatzt ist und in drei Vertiefungen Karies begonnen hat, die aber dunkel ist, also zum Stillstand gekommen ist oder nur langsam fortschreitet. Gestillt habe ich sie übrigens ungeachtet dessen. Es ist nämlich so, dass Zahnschmelz von Zähnen, die neu durchbrechen, eine Erstmineralisierung durch den Speichel erfahren. Selbst wenn also die angelegten Zähne aus irgendeinem Grund schwachen Schmelz haben, kann bei guter Speichelzusammensetzung noch bis zu einem gewissen Grad eine nachträgliche Mineralisierung geschehen – genauso wie ungünstige Speichelzusammensetzung die Kariesentstehung begünstigt.

Sind Antibiotika Schuld an angeborenen Schmelzdefekten?

Schmelzdefekte können, aber müssen nicht durch bestimmte Antibiotika kommen. Man weiß noch nicht genau, warum es das seit 20 Jahren immer häufiger an Milchzähnen, aber auch an den ersten durchtretenden bleibenden Zähnen, gibt. Antibiotika sind eine mögliche Ursache. Unsere Jüngste hat Schmelzdefekte – ohne, dass Medikamente im Spiel waren.

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