Nee, oder?

Heute traf ich eine Frau, deren Schwägerin vor zwei Tagen entbunden hat, das vierte Kind. Eingeleitet.
Warum? Weil sie Angst hatte, es wie das dritte im Auto auf der Fahrt ins KH zu kriegen.

5 Gedanken zu „Nee, oder?“

  1. Naja …

    so hat eben jeder eine andere Sicht der Dinge.

    Ich habe damals die Sache verfolgt, als Du Dein Baby allein im Wald zur Welt brachtest. Ich bewundere Dich für Deinen Mut alleine und auch noch mitten in der Wildnis zu entbinden. Aber mir fiel damals die Kinnlade sonst wo hin, schlicht aus Unverständnis. Das jemand eine eingeleitete Geburt haben möchte weil er ein Erlebnis hinter sich hat, das er nicht wiederholen möchte, ruft in mir nicht mehr als ein Schulterzucker hervor.

    Jeder tickt halt anders in seinen Einsichten 😉

    Lg, Sandra

  2. Die Tatsache, daß Geburten aus solchen Gründen eingeleitet werden, verwundert mich auch nicht. Dafür kenn ich die moderne Geburtsmedizin gut genug. Aber es macht mich traurig, daß ein solcher Eingriff, der das Risiko für Komplikationen eindeutig anhebt, heutzutage als völlig normal angesehen wird. Wenn hingegen eine Frau sich entscheidet, ein Kind außer Reichweite für Technik und Eingriffe zu bekommen, ist die Gesellschaft weit davon entfernt, daß normal zu finden. Obwohl man sich ernsthaft fragen kann, wer von beiden die größeren Risiken eingeht. Künstliche Eingriffe werden für normal gehalten und rufen gerade mal ein Achselzucken hervor, während eine normale, ungestörte Geburt den Leuten aufstößt. Diese verzerrte Wahrnehmung ist es, die mich traurig macht, und die ich ein bißchen gerade rücken will, indem ich mich über solche Geschichten offiziell wundere.

  3. Vielleicht liegt es daran, dass kaum jemand weiß, was „eingeleitet“ wirklich bedeutet. Dass es nicht mal eben eine Pille ist, die man schluckt, dass die Wehen plötzlich, hart und kaum auszuhalten sind, dass das Kind aus der Gebärmutter gejagt wird ohne zu fragen, ob es schon so weit ist (das Baby leitet die Geburt ein!) etc.

    „Eingeleitet“ klingt halt sauber, problemlos und sicher. Wenn man stattdessen z.B. „Zwangsgeburt“ oder ein ähnliches Wort verwenden würde, wäre auch die Wahrnehmung eine andere (auch wenn das nicht unbedingt besser wäre).

    Sprache ist ein mächtiges Werkzeug. Wir haben die Diskussion gerade im Windelfrei-Blog: Windelfrei-Mamas müssen erklären, warum sie sich GEGEN Windeln entscheiden, aber niemand fragt „Echt? Du packst dein Kind ständig in Plastiktüten? Das ist doch total gegen die Natur, oder?“. Es fragt auch niemand „Du lässt deinen Säugling alleine schlafen? Aber das ist doch total gefährlich!“ sondern alle fragen nur „In eurem Bett? Seid ihr verrückt?“.

    Aber wer weiß…panta rei…

    nic

    123-windelfrei.de

  4. Endlich Menschen, die genauso denken wie ich…
    Ich verstehe die Menschen nicht, die sich von anderen Leuten und Maschinen sagen lassen, was sie tun sollen.
    Eine Frau weiß doch von Natur aus, wann es los geht und was sie machen muss.

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