Geburtsberichte gesucht!

Hallo meine lieben Leser!

Geburtsberichte zu lesen war für mich damals eine große Hilfe in Vorbereitung auf meine erste Alleingeburt. Damals gab es fast nur englische Berichte im Internet, aber davon jede Menge. Ganz besonders hilfreich fand ich solche, wo die Alleingeburt aus irgendeinem Grund abgebrochen wurde. Dadurch habe ich für mich so viel gelernt. Meine Seite hier lebt zu einem großen Teil von Geburtsberichten und soll euch helfen, wie mir all diese Berichte damals auch geholfen haben.

Wer schon eine Alleingeburt hatte und sein Erlebnis gern mit anderen teilen will, darf mir also gern schreiben! Ganz besonders wünsche ich mir auch Berichte, wo es nicht geklappt hat oder wo es nach der Geburt Probleme oder eine Verlegung gab. Solche Berichte sind zwar nicht unbedingt rosarot, aber dafür um so wertvoller für alle, die sich auf einem Alleingeburt vorbereiten. Veröffentlicht wird natürlich so anonym ihr das wünscht.

Also keine Scheu! Ihr müsst auch keine begnadeten Schriftsteller sein. Gerade wie ihr es schreibt, ist es genau richtig. 🙂

Unser Besuch im Frühstücksfernsehen

Alles beginnt am 11.1., als ich mittags von einem Termin nach Hause komme und unser Babysitter mir aufgeregt das Telefon entgegen trägt.

Am nächsten Morgen soll ich in Berlin im Frühstücksfernsehen sein und am besten sofort „ja“ sagen? Äh … da muss noch ein bisschen was geklärt werden vorher. Aber alles passt schließlich und am Abend sitze ich mit dem Jüngsten im Taxi in Richtung Flughafen.

Ich smartphone-skeptische Tante bin das erste Mal mit einem (ausgeliehenen, älteren) Smartphone unterwegs und nutze die Wartezeit vor dem Flug (hat wegen Schneesturm in Berlin Verspätung), um mich mit der Technik anzufreunden. Gar nicht so verkehrt das Teil. Es stellt sich auf dieser Reise sogar als überaus wertvoll heraus. Nur die Bildqualität könnte besser sein …

Landeanflug auf das verschneite Berlin. Die vielen Lichter glitzern wie lauter Edelsteine.

Das Baby ist gut gelaunt und freundlich zu allen Mitreisenden.

Nach ewiger Taxi-Fahrt durch Berlin endlich im Hotel. Das Baby ist immer noch gut gelaunt. Ich bin inzwischen ziemlich müde. Und morgen 6.20 Uhr steht das Taxi vor der Tür, das mich zum Sender fahren soll …

In der Nacht schlafe ich echt wenig. Aber das Adrenalin hilft. Ich bemerke den Schlafmangel am ganzen folgenden Tag nicht.

Das Interview und das ganze Drumherum wird eine nette Sache. Aufgeregt bin ich nicht mehr. Das mit dem Aufgeregtsein habe ich in der Nacht offenbar erledigt …

Hier ein Ausschnitt aus dem Interview bei www.sat1.de. Das lässt sich nur in Deutschland anschauen, leider. Für die Schweiz geht dieser Link: www.sat1.ch. Ich hab’s auch noch privat bei youtube hochgeladen, wer nicht rankommt. Öffentlich machen darf ich’s aus Urheberrechtsgründen nicht.

Die Zeit zwischen den Auftritten (dreimal bin ich ran) verbringe ich im dortigen Gästezimmer in netter Gesellschaft: Ich habe mich mit Denise und Isabel verabredet. Da meine Zeit in Berlin so kurz ist, treffen wir uns eben hier.

Isabel fährt mich zum Flughafen und wir quatschen auf der Fahrt. Kurz darauf bin ich wieder in der Luft. Diesmal fliege ich über Frankfurt zurück und dann geht’s mit dem Zug das letzte Stück.

In der Sendung mit der Maus wurde behauptet, dass Tomatensaft im Flugzeug besonders gut schmecken soll. Ich teste es, finde es aber nicht unbedingt lecker.

Kiran schläft derweil neben mir.

Ab Frankfurt also weiter mit dem Zug. Am Bahnhof spricht mich eine Frau an, die mich im Frühstücksfernsehen gesehen hat. Wir reden über Geburten, bis der ICE einfährt.

Der heimische Bahnhof in Sichtweite.

24 Stunden und 30 Minuten nachdem ich von daheim losgefahren bin, treffe ich wieder zu Hause ein. Was man in 24 Stunden so erleben kann! Ich fühle mich, als hätte ich einen Abstecher in eine andere Welt gemacht.

Anmerkung: Foto 4 und 5 stammen von Denise Wilke. Danke, dass ich sie nutzen darf!

 

 

 

Was wir essen und warum

Da es immer wieder nachgefragt wurde, habe ich zum Thema Ernährung und wie wir das handhaben mal eine dreiteilige Videoreihe gemacht.  Ich hoffe, das beantwortet die meisten Fragen. 🙂

Teil 1: Die Urvölker, Weston Price und unser Weg zu gesunder Ernährung

Teil 2: Sieben Prinzipien traditioneller Ernährung

Teil 3: Anwendung der 7 Ernährungsprinzipien

 

 

 

 

„Bei der stillen Geburt unseres Sohnes im Krankenhaus haben wir durch eine außerordentlich schöne Geburt und wie wir mit allem umgegangen sind einen besonderen und tiefen Eindruck hinterlassen. Und wir wurden ganz gelassen, konnten alles so machen, wie wir wollten, – etwas was ja sonst nicht möglich ist in der Klinik, – denn – das Kind war ja tot …  – Das finde ich irgendwie absurd. Und schade. Daher brauchten wir auch eine Weile, um zu realisieren, dass wir bei einem lebenden Kind niemals eine solche Geburt in der Klinik würden haben können.“

Daniela H. (stille Geburt im KH – Hausgeburt – Alleingeburt)

„Bin ganz überrascht, wie instinktiv man handelt und wie man im Rausch ist.“

Eine frischgebackene Mama, die sich beim 6. Kind das erste Mal eine Geburt in Eigenregie getraut hat.  Ihr Baby wurde 17 Tage nach Termin und mit der Hand am Kopf geboren.

Alleingeburt und natürliche Sterbegleitung

Liebe Leser,

heute darf ich einen besonderen Bericht mit euch teilen. Tod und Leben liegen manchmal dicht beieinander. Die Mutter im folgenden Bericht bekommt ihr viertes Kind in Eigenregie und verliert ihr erstes Kind kurze Zeit später an einem Hirntumor. So schrecklich das ist, so nötig ist es, dass unsere Gesellschaft nicht nur das Gebären, sondern auch das Sterben von allen auferlegten Tabus befreit und den Menschen zurück in die Hände legt. Die Berichtschreiberin und ich hoffen, hiermit einen kleinen Beitrag dazu leisten zu können.

Ich heiße Yana und bin Mutter von vier Kindern. Zwei Kinder waren  hebammenbegleitet und zwei Alleingeburten. Dieses Jahr habe ich mein viertes Kind im Wald mit dem Papa auf die Welt gebracht. Die Schwangerschaft verlief problemlos. Keine Untersuchungen, keine Arzttermine. Alles war entspannt.

Doch am Ende der Schwangerschaft wurde ich doch etwas nervös. Ich hatte Angst vor dem Verlust und Tod. Ich wusste, dass ich auch damit rechnen musste. Wir geben Leben und begleiten auch das Sterben. Das war mir plötzlich bewusst.

Als ich in der 37. Woche war, kam dann der Schock. Mein Sohn Lennox, 10 Jahre, vorher kerngesund, hatte plötzlich Probleme beim Laufen und Sprechen, er sabberte und schielte.

Wir sind ins Krankenhaus. Diagnose Hirnstammtumor!!! Überlebensrate ein Prozent. Ich war am Boden zerstört. Wie soll ich das schaffen? Wird er sterben? Wie soll ich denn jetzt ein Baby gebären? Wie soll ich leben? Mein Sohn musste ins Krankenhaus und wurde erst einmal mit Kortison behandelt. Einen Monat später sollte er mit der Strahlentherapie beginnen.

Der Papa blieb mit Lennox zwei Wochen im Krankenhaus. Dann durfte Lennox erst mal nach Hause. Er war stabil, aber mittlerweile konnte er kaum noch laufen, essen, trinken, sprechen. Es war ein Marathon zwischen Geburtsvorbereitung und Überlebenskampf. Wir haben angefangen, die Ernährung umzustellen. Haben uns über Naturheilverfahren informiert. Haben Pflanzenextrakte besorgt, Heiler kontaktiert usw. Nichts hat geholfen. Es ging ihm nicht besser und der Geburtstermin und die Strahlentherapie rückten immer näher.

Ich war im Stress. Das Baby musste vor der Strahlentherapie kommen. Denn die Strahlentherapie sollte in Paris gemacht werden. (Wir wohnen in Südfrankreich.) Und ich wollte in der Nähe von meiner Familie bleiben.

Dann am 26.3., 4 Uhr morgens, verlor ich den Schleimpfropf. Erste Wehen machten sich bemerkbar. Ich war so froh, endlich, drei Tage vor der Strahlentherapie.

Die Wehen waren noch unregelmäßig. Ich nahm mir Zeit, spazierte etwas im Wald und legte mich dann wieder schlafen. Am Nachmittag um 16 Uhr wurden die Wehen stärker. Ich ging in den Wald. Mein Mann kam nach. Wir haben ein Feuer gemacht und die Regentonne aufgefüllt. Es war warm und romantisch. Die anderen Kinder waren bei Freunden und nun hätte ich entspannen können.

Aber es war so schwer. Ich hatte Angst. Angst vor dem Tod. Die Wehen wurden langsam sehr stark. Ich stieg in die Regentonne. Aber irgendwie wurde es immer länger. Das war ich nicht gewohnt (die anderen Kinder kamen in 2 Stunden).

Dann um 23 Uhr kamen die Presswehen. Und irgendwie wollte ich plötzlich aus der Regentonne raus. Mit der letzten Kraft bin ich dann rausgeklettert. Noch drei Presswehen und die kleine Ziarka war geboren. Ein gesundes kleines Mädchen. Das Komische war nur: Die Nabelschnur war so kurz, dass ich die Kleine nicht mal auf meinen Bauch legen konnte. Ich glaube deshalb bin ich aus der Regentonne gestiegen. Aber irgendwie war das Anlegen nicht möglich mit dieser kurzen Nabelschnur. Also haben wir gewartet, bis sie auspulsierte und sie dann durchtrennt. Ich konnte nun endlich mein Baby in den Arm nehmen und sie an meine Brust anlegen.

Wir haben noch eine Weile auf die Nachgeburt gewartet und als die nicht kam, sind wir zu den anderen Kindern ins Bett und haben erst mal geschlafen. Am Tage ging es uns gut. Die Kinder sind aufgewacht und haben sich über die kleine Schwester gefreut. Nur die Nachgeburt wollte nicht kommen. Dann ENDLICH 16 Stunden nach der Geburt kam die Nachgeburt. Ufff, da waren wir sehr erleichtert.

Wir waren so froh, dass alles gut ging, aber ausruhen konnten wir nicht. Wir mussten alles vorbereiten, um nach Paris zu reisen. Drei Tage später waren wir dann in Paris, um die Strahlentherapie für Lennox zu beginnen. Voller Angst vor der Zukunft, dem Tod, der Strahlentherapie und gleichzeitig die Freude über das Baby, stellten wir uns unserer Aufgabe.

Wir blieben sechs Wochen in Paris. Lennox bekam seine Strahlentherapie. Ich war am verzweifeln. Es ging ihm immer schlechter, ich hatte das Gefühl, er wird sterben. Nach sechs Wochen sind wir zurück nach Hause und Lennox ging es sehr schlecht. Die Strahlen hatten ihm nicht geholfen. Zu Hause haben wir ihn weiter mit Pflanzenextrakten behandelt. Es schien ihm dann auch immer besser zu gehen. Er konnte so wieder Fahrrad fahren, Pony reiten usw.

Dann plötzlich, von einem Tag auf den anderen, konnte er wieder nicht sprechen, laufen, richtig essen. Wir sind wieder ins Krankenhaus. Der Tumor ist gewachsen. Er soll sterben. Die Ärzte haben ihn aufgegeben, es gibt keine Behandlungsmöglichkeiten. Noch ca. zwei Wochen zu leben. Lennox sollte aus dem Krankenhaus entlassen werden, um noch Zeit mit seiner Familie zu verbringen.

Was sollten wir tun??? Es war so schrecklich. Ich sollte mein Sohn beim Sterben begleiten. Ihn aufgeben. Also sind wir in unser Haus ans Meer gefahren (Lennox liebt das Meer), in Begleitung von Freunden, die uns unterstützten. Wir versuchten weiterhin Lennox zu heilen. Es ging ihm immer schlechter und wir mussten uns mit dem Thema Natürliche Sterbebegleitung auseinandersetzen. Ich habe meinen Sohn natürlich auf die Welt gebracht, ich werde ihn auch natürlich beim Sterben begleiten.

Mittlerweile war Lennox vollständig gelähmt. Er wurde nur noch mit einem Tropf am Leben erhalten. Wir haben ihn gepflegt und unsere letzte Zeit mit ihm genossen. Er hatte sich so verändert, er war so schön, wie ein Baby, so rein und weise. Jede Sekunde mit ihm, war ein Geschenk. Es war so schwer und doch so schön. Mein Herz weinte, aber seine Anwesenheit hat alle Unsicherheit genommen. Er war so stark. Als sein Tod immer näher rückte, wurde der Tropf von den Krankenschwestern entfernt. Um den Körper seinen natürlichen Weg gehen zu lassen. Er war ok, er hat nicht mehr gelitten, er war schon so weit weg. Er verließ so langsam seinen Körper. Wir haben in ausgezogen, er sollte nackt wie er geboren ist von uns gehen.

Einen Tag später, am 14. September, habe ich ihn im Arm gehalten und sein Herz hat aufgehört zu schlagen. Er hatte es geschafft und wir waren todtraurig, aber auch froh für Lennox, der nicht mehr leiden muss. Er ist von uns gegangen in LIEBE.

Es gibt nicht viel mehr zu sagen. Nur finde ich, es war eine Erfahrung, die ich gerne teilen möchte. Ich habe Lennox begleitet und es waren oft die gleichen Gefühle wie bei einer Geburt, Leben geben und das Ende zu begleiten sind sich schon sehr ähnlich. Nur der Tod bringt Trauer und Ende. Geburt bringt Freude und Zukunft.

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Vier ausgleichende Übungen für Schwangerschaft, Geburt und eine optimale Kindslage

Hier stelle ich euch die „Fantastischen Vier“ vor. Vier hilfreiche Übungen für die Schwangerschaft und während der Geburt von der Kindslageoptimierungs-Expertin Gail Tully:

Das Rebozo Sifting, die Forward-Leaning-Inversion, den Sidelying Release und den Standing Sacral Release. (Verzeiht mir das Englisch an dieser Stelle, aber mir fällt einfach keine richtig passende Übersetzung ein. Und mit den englischen Begriffen könnt ihr auch selbst nachgoogeln, denn da gibt’s im Englischen so einiges.)

Worum es geht: Gail Tully von www.spinningbabies.com arbeitet nach drei Prinzipien, um ein Baby in eine geburtsoptimale Position zu bringen und eine unkomplizierte Geburt zu fördern:

Balance

Schwerkraft

Bewegung.

Dass die Schwerkraft (aufrechte Gebärhaltung) und In-Bewegung-sein bei der Geburt helfen, ist relativ bekannt.

Balance meint die Ausgeglichenheit der Muskeln und Bänder im Körper in sich selbst und zueinander. Die folgenden Übungen (verlinkt mit eine Video, wo ihr sehen könnt, wie es geht) können das unterstützen:

Rebozo sifting soll helfen, das untere Drittel der Gebärmutter zu entspannen, um mehr Platz für das Baby zu schaffen und ihm zu erleichtern, sich in eine optimale Position zu begeben. Es handelt sich dabei um eine traditionelle Massagetechnik aus Mexiko, die einen Helfer mit einem langen Tuch (Tragetuch, Rebozo) braucht.

Wann macht man’s?

wöchentlich oder so oft man will in der Schwangerschaft

ergänzend zu anderen Übungen zweimal täglich, wenn das Baby nicht optimal liegt

in der frühen Eröffnungsphase der Geburt, wenn es nur langsam vorangeht.

Vorsichtig sein bei:

Vorderwandplazenta, Gefahr einer Fehlgeburt, stechenden Schmerzen/Krampf kurz über der Symphyse (im runden Gebärmutterband)

So geht’s: 

  1. Eine entspannte Atmosphäre schaffen
  2. Die Mutter kniet vor einem Stuhl/Sofa/Gymnastikball und lehnt den Oberkörper/die Arme darauf. Schön bequem.
  3. Der Helfer legt das Tuch um den Bauch der Mutter wie in eine Hängematte.
  4. Der Helfer hält das Tuch (wie die Zügel beim Pferd). Das Tuch trägt nun das Gewicht des Babybauchs. Ah, das entspannt schön!
  5. Der Helfer beginnt nun, den Babybauch mit kleinen, sanften Bewegungen zu schütteln. Dabei keine großen, wilden Bewegungen machen, sondern eher ein Vibrieren – schneller oder langsamer, wie es angenehm ist. Die Mutter gibt dem Helfer Feedback, damit Druck und Geschwindigkeit genau richtig sind.
  6. Nach 2 Minuten sind die Arme des Helfers wahrscheinlich müde und die Mama hoffentlich schön entspannt. Langsamer werden und stoppen.

Forward Leaning Inversion soll helfen, die Bänder, mit denen die Gebärmutter im Becken fixiert ist, zu dehnen und somit zu entspannen und dem Baby dadurch mehr Platz zu schaffen. Dehnt und entspannt außerdem Bänder im Becken und das untere Drittel der Gebärmutter. Letzteres kann durch schlechte Körperhaltung oder einseitige, wiederholende Bewegungen eine Verdrehung in sich haben, was dem Baby in dem Bereich weniger Platz lässt. Diese Übung geht auf Dr. Carol Phillips zurück.

Wann macht man’s?

täglich für 30-60 Sekunden in der Schwangerschaft, um einem Baby aus Beckenendlage oder Sternguckerlage in eine bessere Position zu helfen.

während der Geburt, aber nur wenn die Geburt stockt.

Wann macht man’s nicht?

bei hohem oder sehr niedrigem Blutdruck

bei Verdacht auf vorzeitige Plazentaablösung

bei sehr viel Fruchtwasser plus einem Baby, das noch nicht im Becken ist (Baby könnte sich in Beckenendlage drehen)

nach einer üppigen Mahlzeit (Gefahr von Sodbrennen)

So geht’s:

  1. Auf den Rand eines Sofas oder einer Treppe knien
  2. In Position bringen: Langsam und vorsichtig mit dem Oberkörper vorbeugen, bis die Hände, dann die Ellenbogen den Boden berühren. Dabei evt. von einem Helfer stützen lassen.
  3. Kopf frei hängen lassen (nicht auf den Boden auflegen), Kinn nicht überstrecken.
  4. Die Knie sind nah an der Sofakante, der Hintern zeigt in die Luft. Wenn man will, kann man sanft dieHüften schwingen oder den unteren  Rücken flach machen, um mehr Platz für die sich gerade dehnenden Bänder zu schaffen.
  5. Wenn möglich drei Atemzüge lang durchhalten, Bauch locker, Schultern fest, Kinn gerade und Hals lang.
  6. Fertig und langsam wieder aufstehen.

Bitte hör immer auf dein Gefühl bei dieser und allen anderen Übungen. Lass dir wenn nötig helfen, in Position zu kommen oder die Position zu halten. Und lass die Übung sein, wenn es dir dabei nicht gut geht.

Sidelying-Release dehnt eine Reihe von Muskeln und Bändern im Becken inklusive Beckenboden. Diese Übung wurde ebenfalls von Dr. Carol Phillips erfunden und bedeutet nicht, dass man nur auf der Seite herumliegt. Am besten macht man die Übung zusammen mit einem Helfer und immer auf beiden Seiten (allein geht auch, ist dann aber nicht so präzise).

Wann macht man’s?

zweimal täglich in der Schwangerschaft

bei Geburtsstillstand,

bei scharfen Hüft- oder Rückenschmerzen während Schwangerschaft und Geburt,

als Ergänzung zu anderen Techniken bei Querlage, Sternguckerlage, Beckenendlage, schief eingestellter Kopf (Asynklitismus), tiefem Querstand,

sehr schmerzhafte Wehen oder Wehen ohne Geburtsfortschritt

So geht’s:

  1. Die Mutter liegt auf der Seite auf dem Bett (nicht zu weich, ein Tisch mit Yoga-Matte tut’s auch), der Kopf liegt auf einem Kissen, so dass er in Verlängerung der Wirbelsäule gerade ist.
  2. Die Mutter hält sich an etwas beim Kopfende fest (Bettgibel, Stuhllehne o.ä.).
  3. Die Mutter rutscht mit dem Becken bis 5 cm an die Bettkante heran. Ein schwangerer Bauch ragt dann über die Kante hinaus.
  4. Die Schultern sollen gerade in einer Ebene sein
  5. Das untere Bein wird von der Mutter ausgestreckt (nicht von Helfer gerade gezogen), der Fuß angewinkelt
  6. Der Helfer hält die Hüften senkrecht, indem er Druck auf die obere Hüfte (Beckenkamm) ausübt. Dabei kann er die Hüfte leicht (!) schaukeln.
  7. Jetzt kommt der passive Stretch: Die Mutter hebt das obere Bein an und lässt es nach vorn unten hängen. 4-10 Minuten halten, bis die Mutter das Gefühl hat, die Muskeln werden länger.
  8. Jetzt auf der anderen Seite dasselbe.
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Dieses Bild zeigt die Muskeln, Bänder etc., die beim Sidelying Release beeinflusst werden.

Standing Sacral Release ist eine einfache Technik, mit der bindegewebige Strukturen gelockert werden sollen, die Muskeln und Organe im Becken und bis hoch zum Zwerchfell umgeben. Laut Gail kann es die Kindslage verbessern, bei Beckenproblemen, aber auch Sodbrennen helfen. Die Übung braucht einen Helfer (kann von der Mutter auch selbst gemacht werden, evt. mit einem weichen Ball als Kontaktgeber) und wurde von Dr. Carol Phillips speziell für Schwangere entwickelt.

Wann macht man’s?

bei Rücken- und Hüftschmerzen,

wenn das Baby sich aus Querlage, Beckenendlage oder Sternenguckerlage drehen soll,

zur Minderung vorzeitiger Wehen (vor der 37. SSW)

in der Schwangerschaft und während der Geburt, wenn es sonst nützlich erscheint

So geht’s:

  1. Füße (ohne Schuhe)  hüftbreit auseinander, Knie locker, mit ausgestreckten Armen nach vorn gegen eine Wand stützen. Lockere Kleidung.
  2. Der Helfer steht neben der Mutter, ebenfalls Knie locker.
  3. Der Helfer berührt mit einer Hand sanft den unteren Teil des Bauchs der Frau ohne zu drücken.
  4. Die andere Hand berührt ganz leicht das Kreuzbein, ohne Zug auszuüben.
  5. Die Berührungen sollen so leicht sein, wie der Auflagedruck eine kleine Münze (also sehr klein), der Helfer darf das Gewicht seiner Arme nicht auf der Mutter auflegen.
  6. Die Mutter spürt in ihren Körper hinein und fängt an, sich instinktiv von den Hüften an zu bewegen, der Berührung der Hände nachzugehen. Das sind spontane Bewegungen, die nicht großhirngesteuert sein sollen. Wie eine Art spontaner Tanz.
  7. Die Frau kann dabei alle möglichen Bewegungen machen, die Hände können auch die Wand verlassen. Die Bewegungen können auch ganz minimal sein oder nur für den Helfer zu spüren sein.
  8. Der Helfer bewegt die Mutter nicht und schränkt ihre Bewegungen nicht ein. Er folgt der Mutter oder kann auch loslassen, wenn die Mutter sich zum Boden bewegt oder Bewegungen macht, die den Kontakt zu seinen Händen verlieren lässt.
  9. Die Mutter hört auf, wenn sie sie das Gefühl hat, dass sie fertig ist. Diese Übung erreicht das beste Ergebnis, wenn Mutter und Helfer lockere Knie und Hüften behalten.

 

Was tun … bei Geburtsstillstand, weil das Baby nicht ins Becken will

Dies ist der zweite Beitrag zum Thema Geburtsstillstand und Optimierung der Kindslage. (Hier geht’s zu ersten Teil.) Das, was ich hier teile, beruht auf dem umfangreichen Wissensschatz von Gail Tully, den sie auf ihrer Webseite und in ihren Workshops teilt. Im Folgenden geht es um einen Geburtsstillstand und wie er sich überwinden lässt, weil das Baby sich nicht ins Becken einstellt. Ins Becken einstellen bedeutet, dass das Baby mit seinem größten Kopfdurchmesser am Beckenrand vorbei ins Becken eingetreten ist.

Bei einer Mutter, die mit dem ersten Kind schwanger ist, stellt sich das Baby normalerweise ungefähr zwei Wochen vor der Geburt ins Becken ein. Bei späteren Kindern ist das in der Regel auch so, aber nicht immer. Die meisten der Kinder, die zu Geburtsbeginn noch über dem Beckeneingang stehen, stellen sich aber unter den Geburtswehen ein. Nur wenn das nicht der Fall ist, hat man ein Problem.

Woran kann man erkennen, dass das Baby hoch steht, also Probleme hat, ins Becken einzutreten?

  • Man fühlt den Kopf des Babys über der Symphyse, entweder etwas überstehend oder auch so hoch, dass man die Fingerspitzen darunterstecken kann
  • Der Kopf kann auch ein kleines Stück eingetreten sein (bei -2, siehe Höhenstandsmessung nach Lee im ersten Teil), aber nicht weiterkommen, oft bei Geburten mit Sternengucker und androidem Becken.
  • Schmerzen sehr weit oben: auf der Symphyse, in den Hüften und im Lendenbereich
  • Start-und-Stop-Geburtsverlauf, der nicht im Zusammenhang damit steht, dass die Frau zu wenig getrunken hat oder andere, offensichtliche Gründen vorliegen (Tag-Nacht-Rhythmus: Wehen nehmen normalerweise abends und in der Nacht zu, tags werden sie schwächer, Störung durch Ortswechsel und andere Umstände)
  • schwache, unveränderte oder unregelmäßige Wehen über Stunden oder unaufhörliche, starke Wehen (wie normalerweise erst in der Übergangsphase) ohne Fortschritt
  • Fühlt sich an wie Übergangsphase, aber Baby kommt nicht
  • Die Mutter ist noch sehr im Großhirn-Modus, nicht in der instinktiven „Geburtsblase“, da die für diesen Wechsel zuständige Hormonveränderung bei einem hoch stehenden Baby oft noch nicht stattgefunden hat.

Was kann man tun?

Der gelbe Kreis zeigt, wie der Kopf in den Beckeneingang eintreten muss: quer.  Zu den Seiten hin bietet jedes Becken auf dieser Ebene genug Platz. Eng kann es aber zwischen Symphyse und Kreuzbein, also von vorn nach hinten werden. Hier setzt man an und kann mit verschiedenen Übungen mehr Platz schaffen.

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Die Fantastischen Vier: vier Übungen, die Becken, Beckenboden, diverse Bänder und Muskeln ins Gleichgewicht bringen helfen und die ich im verlinkten Artikel näher beschreibe. Sie sind allgemein hilfreich, wenn es in der Schwangerschaft und während der Geburt ein Problem mit der Kindslage gibt.

Speziell für die Situation, dass das Baby sich nicht ins Becken einstellt, sind außerdem folgende Übungen gedacht:

Abdominal Lift and Tuck: Der Bauch wird während 10 Wehen hintereinander angehoben und gleichzeitig der untere Rücken flach gemacht, wobei man das Becken nach hinten kippt. Dabei bewegt sich der obere Vorsprung vom Kreuzbein (Promontorium genannt) ein Stück nach hinten und der Beckeneingang vergrößert sich.

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Die Übung lässt sich auch mit einem großen Tuch (Tragetuch, Rebozo) machen (Man denke sich einen Bauch an den Mann ;-).):

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Wichtig ist, den Rücken flach zu machen und das Becken zu kippen – und zwar in die richtige Richtung: nach hinten.

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Weitere Übungen, den Beckeneingang zu öffnen:

Wenn man im Pool ist, die Füße über den Poolrand haken. Den Kopf natürlich aus dem Wasser raus. 😉

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Walcher’s Manöver:  Wenn 10 Wehen Abdominal Tuck nichts bringen oder im Krankenhaussetting: Beine von der Bettkante hängen lassen ohne den Boden zu berühren, durch 3 Wehen halten. Öffnet den Beckeneingang, die Wehen drücken das Baby ins Becken. Nicht einfach mit dickem Bauch, aber hat schon so manche Geburt gerettet.

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Solange das Baby nicht im Becken ist, sollten alle Positionen vermieden werden, die den Beckeneingang kleiner machen. Dazu gehören die tiefe Hocke und die Knie-Ellenbogen-Lage.

Ist das Baby endlich im Becken, passiert es laut Gail typischerweise, dass die Wehen erst einmal aufhören. Die Mama eine Pause bekommt zum Schlafen, Ausruhen, Essen und Trinken. Dann nehmen die Wehen wieder Fahrt auf und das Baby wird in der Regel rasch geboren.