Was tun … wenn das Baby im Becken stecken bleibt?

Dies ist der dritte Beitrag zum Thema Geburtsstillstand und Optimierung der Kindslage. (Hier geht’s zu ersten Teil.) Das, was ich hier teile, beruht auf dem umfangreichen Wissensschatz der Hebamme Gail Tully, den sie auf ihrer Webseite und in ihren Workshops teilt. In diesem Beitrag geht es um einen Geburtsstillstand und wie er sich überwinden lässt, wenn das Baby ins Becken eingetreten ist und dort nicht weiterkommt. Meist ist das auf Beckenmitte der Fall, aber auch ein Steckenbleiben im Beckeneingang ist möglich.

Woran erkennt man, dass das Baby im Becken steckengeblieben ist?

  • Geburtsstillstand (2-4 Stunden) mit starken Wehen, mit oder ohne Schmerzen im untere Rücken (Wenn die Hebamme untersucht, ist der Muttermund gewöhnlich bei 5-8 cm, klassischer Stillstand auf Beckenmitte geschieht bei 7 cm Muttermundseröffnung)
  • Die Pfeilnaht (die Rinne zwischen den Schädelplatten, die von vorn nach hinten über Babys Kopf zieht und von der Hebamme getastet werden kann) bleibt quer und der Kopf tritt nicht tiefer. Wenn das Problem der Beckenboden ist, dreht sich der Kopf nach Übungen, die den Beckenboden entspannen und ins Gleichgewicht bringen (z.B. Side-Lying-Release). Wenn der Kopf sich nicht dreht, bleibt er über den Knochenvorsprüngen im Becken hängen, auf die im Bild die Pfeile zeigen (tiefer Querstand). 
  • Der durch den quer stehenden Kopf gefühlte Druck kann zu Panik führen oder dazu, dass die Frau zurückhält und sich dem Prozess nicht hingeben kann.

Welche Ursachen kann das haben? (eine oder mehr sind möglich)

  • Asynklitismus – der Kopf ist ein Stück zur Seite gekippt und kommt deshalb nicht weiter. Meist bei einem Beckenboden, der zu einer Seite hin verspannt ist. Der Beckenboden dient dem Kopf als Führung. Ist die Führung schräg, kippt der Kopf eher schräg.
  • Sternenguckerlage (hintere Hinterhauptslage), evt. plus wenn das Baby das Kinn nicht auf die Brust genommen hat, was aus der Sternenguckerlage häufiger mal passiert. Dann ist das Manövrieren durch das Becken u.a. aufgrund des größeren Kopfdurchmessers erschwert.
  • verspannte Bänder und Muskeln im Becken durch eine ungünstige Körperhaltung/viel sitzen in der Schwangerschaft
  • Unfälle oder andere Ursachen für ein schiefes Becken

Was kann man tun?

Im unteren Bild ist dargestellt, an welcher Station im Becken jeweils der meiste Platz ist und wie das Baby seinen Kopf drehen muss, um durch das Becken zu manövrieren.

Während es den Kopf im Beckeneingang quer drehen muss (gelb), ist auf Beckenmitte der meiste Platz diagonal (grün) und am Ausgang in gerader Richtung zu finden (blau). Der Kopf muss sich also vom Beckeneingang zum Beckenausgang um 90° drehen.

Die meisten Babys drehen sich auch brav so. Die, die das nicht tun, bleiben stecken.

Verschiedene Übungen können helfen, wieder Bewegung in die Situation zu bekommen.

Übungen zur Entspannung des Beckenbodens: 

Sidelying Release: Die dritte Übung der Fantastischen Vier, die ich hier detailliert beschrieben habe: Vier ausgleichende Übungen für Schwangerschaft und Geburt. Sie soll den Beckenboden entspannen und ins Gleichgewicht bringen, da der verspannte Beckenboden eine häufige Ursache für einen Stillstand im Becken ist.

„Das Bäumchen schütteln“ (shake the apple tree): Auch diese Übung soll helfen, den Beckenboden zu entspannen. Mit den Händen oder dem Rebozo-Tuch schüttelt man für ca. 20 Minuten rhythmisch den Po der Mutter – in sanften, schnellen Bewegungen, die es der Frau ermöglichen, Muskeln des Beckenbodens zu entspannen, die sie nicht so einfach bewusst „loslassen“ kann. Die Frau kann sich dazu vorn übergebeugt auf etwas lehnen oder stützen oder sich in der weiter unten beschriebenen offenen Knie-Ellenbogenlage befinden. Wichtig ist, dass das Wackeln als entspannend empfunden wird, denn entspannen soll es.

Das Becken weiter machen:

diagonale Ausfallschritte: Diese Übung soll mehr Platz zu den Seiten im mittleren Becken schaffen, damit ein im tiefen Querstand steckengebliebenes Baby den Kopf drehen kann oder ein Baby, das mit nicht optimal kleinsten Kopfdurchmesser eingestellt ist, passieren kann.

Wie macht man’s?

Die Mutter stellt ihren Fuß auf einen Stuhl, der neben ihr steht und macht leichte Schaukelbewegungen, indem sie ihr Gewicht ein Stück zu dem aufgestellten Fuß hin und wieder zurück verlagert. Festhalten an der Stuhllehne oder einem Helfer erlaubt. Während ca. 10 Wehen wiederholen, auf beiden Seiten oder mehr auf der Seite, wo es sich effektiver anfühlt. Zwischen den Wehen den Fuß herunternehmen, entspannen oder das tun, was sich passend anfühlt.

offene Knie-Ellenbogen-Lage: Wenn das Baby während der Geburt  auf Beckenmitte oder auch im Beckeneingang stecken geblieben ist, kann diese Übung das Baby wieder ein Stück aus dem Becken bewegen, und ihm die Chance geben, sich – mit Hilfe der Wehen – erneut und besser einzustellen.

Wie macht man’s?

Wie der Name schon sagt, befindet sich die Frau dazu auf den Knien und Ellenbögen. Der Hintern ragt in die Luft. Im Gegensatz zur normalen Knie-Ellenbogenlage werden die Knie weiter nach hinten platziert, weg vom Bauch. Ein Helfer kann die Frau von vorn an den Schultern stützen und einer kann von hinten die Oberschenkel  entlasten – das geht am besten mit einem langen Tuch, das um die Oberschenkel gelegt und mit Zug nach hinten gehalten wird.

Die Übung erfordert Ausdauer und Durchhaltewillen, da die Position am besten 40 Minuten gehalten werden sollte, um Erfolg zu bringen. Sind keine regelmäßigen Wehen vorhanden, sollte man die Übung aber nicht länger als 5 Minuten machen. Wenn das Baby noch nicht im Becken ist, sollte man die Übung nicht machen, da ein Baby, dass noch nicht im Beckeneingang fixiert ist, sich dabei in Beckenendlage drehen könnte.

Kombiniert mit dem oben beschriebenen Bäumchen-schütteln wird die offene Knie-Ellenbogen-Lage noch effektiver. Man kann diese Übung übrigens auch in der Schwangerschaft machen, um ein Baby aus Beckenendlage zu drehen. Fotos dazu auf der oben zur Übung verlinkten Seite von Gail Tully.

Beckenpresse: Auch dabei wird das Becken in der Mitte etwas weiter. Ein Helfer (gern ein kräftiger Mann ;-)) presst während der Wehe die Beckenschaufeln oben an den Seiten zusammen. Dadurch öffnet sich das Becken weiter unten. Noch mehr Platz entsteht, wenn die Mutter gleichzeitig die Knie ein Stück einwärts gedreht hält. Die Mutter sollte die Beckenpresse als angenehm und erleichternd empfinden.

Weitere Möglichkeiten:

Periduralanästhesie (PDA) – kann den Beckenboden entspannen und zum Fortschritt führen. Kann aber auch dazu führen, dass das Baby sich falsch positioniert, weil die Führung durch die Beckenbodenspannung verschwindet.

Manuelle Drehung: Es kann versucht werden, den Kopf manuel zu drehen. Dabei benutzen erfahrene Hebammen ihre Hand als Widerlager während der Wehen, denn Babys können sich am besten gegen einen Widerstand drehen.

Nicht hilfreich ist es, die Fruchtblase zu sprengen, wenn das Baby ein Sternengucker ist oder sich im tiefen Querstand befindet. Denn da ist die kindliche Lage die Ursache für den Stillstand. Die gesprengte Fruchtblase beschleunigt in dem Fall nichts und nimmt dem Baby das Wasserpolster vor dem Kopf weg, das ihm eine Drehung erleichtern könnte.  Außerdem tickt ab dann für die meisten Geburtshelfer wegen eines möglichen Infektionsrisikos die Uhr, ab wann die Geburt beendet sein muss.

Funktioniert alles nicht, ist ein Kaiserschnitt der letzte Ausweg.

Geplante Hausgeburt wurde zur ersehnten Alleingeburt

Hallöchen ihr lieben Leser, heute darf ich auf dem Blog von Sarah euch von der Geburt unsres Kindes erzählen.

Erstmal war mir der Gedanke, den Geburtsbericht öffentlich zu machen, total unangenehm. Aber wir haben uns jetzt entschlossen es doch zu tun, da wir durch das Buch von Sarah, ihrer Offenheit und all den Allein-/ Hausgeburtsberichten der anderen Frauen Mut, Hilfe und viele Informationen bekommen haben  und wir hoffen, durch unseren Bericht auch anderen Mut zu machen.

Kurz vorab:

Unser erstes Kind wurde nach einer schrecklichen Schwangerschaft mit extremem Erbrechen Tag und Nacht (Hyperemesis gravidarum) im Krankenhaus geboren – was alles andere als eine schöne, natürliche Geburt war, an die man sich gerne erinnert. Nach dieser Geburt haben wir nach Alternativen zu Krankenhausentbindungen gesucht, da ich unter keinen Umständen nochmals ein Kind im Krankenhaus entbinden wollte und sind auf Sarahs Blog gestoßen.

Die 2te Schwangerschaft planten wir dann als Hausgeburt. Leider endete diese ganz still und traurig im 4ten Schwangerschaftsmonat, leider wieder im Krankenhaus. In der 3ten Schwangerschaft haben wir uns dann ganz bewusst mit dem Thema Alleingeburt befasst (Geburtsberichte und Bücher gelesen und Sarah immer wieder mit Fragen gelöchert. 😉 )

Ca. 18te SSW haben wir unsere Ernährung umgestellt, d.h. so gut es geht keine Zucker (und die ganzen anderen zuckerähnlichen Industrieprodukte) und kein Weißmehl. Wir backen seitdem unser Brot selber, setzen unser Sauerteig selber an, haben angefangen Joghurt und Kefir selber zu machen, kaufen beim Bauern im Nachbarort Rohmilch und frisches Rindfleisch / Knochen, wenn wir etwas süßen, dann nur noch mit Honig von Freunden die Bienen halten, benutzen hochwertige Öle, essen viel Rohkost (Obst/Gemüse)… Da ich in allen Schwangerschaften sehr stark unter Hyperemesis gravidarum, also dem extrem übermäßigem Erbrechen gelitten habe, war die Ernährungsumstellung ein Versuch, dass das Erbrechen weniger wird. Und wirklich, nach ein paar Wochen ist das Erbrechen weniger geworden, dass ich nur noch so ca. 3mal am Tag erbrechen musste, was für mich schon eine sehr große Erleichterung war!

Wir wünschten uns unbedingt eine Alleingeburt, wussten aber ehrlich nicht, wie wir das alles anfangen sollten. Ca. in der 21. SSW habe ich dann endlich eine super Hebamme gefunden, die Vorsorge / Nachsorge, Hausgeburt und Geburtshausgeburten anbietet. Da wir ja nicht wussten, wie sich alles entwickelt, wollten wir uns gerne die Option „begleitete Hausgeburt / Geburtshaus“ freihalten und haben uns mit der Hebamme auch gemeinsam auf eine Hausgeburt vorbereitet. Aber wir als Eltern haben uns so sehr eine Alleingeburt gewünscht, zusammen darüber geredet, uns ausgemalt wie es wohl doch klappen könnte, viel informiert, viele Fragen gestellt und dafür gebetet.

Erzählt haben wir von unsrem Alleingeburts-Wunsch niemanden. Manchmal haben wir angedeutet, dass wir gerne eine Hausgeburt bzw. eine außerklinische Geburt wünschen, haben aber ganz schnell versucht, das Thema verdeckt zu halten, als wir die Reaktionen gemerkt haben: „zu gefährlich / macht das bloß nicht / großes Risiko / unvernünftig / was ist, wenn was passiert …“

So jetzt zum eigentlichen Bericht:

* geplante Hausgeburt wurde zur ersehnten Alleingeburt * 🙂

Es fing alles in der Nacht an, 6 Tage vor dem errechneten Termin (damit hatten wir eigentlich gar nicht gerechnet, denn unser erstes Kind kam 8 Tage nach ET).

Ich träumte von Wasser – ich weiß leider nicht mehr genau, ob es eine Wasserflasche oder ein Wasserhahn war, auf jeden Fall träumte ich, dass ich Wasser ausversehen verschütte … erschrocken wachte ich auf … und das Bett war nass 😀 Ah, die Fruchtblase war geplatzt … und die Wehen setzten auch so ziemlich sofort ein, alle 3-5min … Mein Mann war dann auch ganz schnell wach, wir waren total aufgeregt und aufgedreht …

Erstmal wussten wir gar nicht, was wir machen sollten, denn meine Hebamme war ein paar Tage vorher noch dagewesen und meinte, dass der Babykopf noch nicht richtig im Becken eingestellt ist. Wir haben sie dann doch nachts angerufen und einfach gefragt, wie wir uns verhalten sollen: die Fruchtblase ist geplatzt, es kam ein riesen Schwall, jetzt kommt aber kaum mehr Fruchtwasser …

Sie meinte, wir sollen uns nicht so viele Gedanken machen, von wegen Nabelschnurvorfall und sofort hinlegen, wie man es überall hört … Sie meinte, der Kopf ist schwerer und senkt sich schneller als die Nabelschnur und ich soll einfach auf mich, meinen Körper und das Baby hören und spüren, ob das Kind sich bewegt … Dann hat sie noch gefragt, ob es uns lieber wäre, wenn sie doch kurz vorbei kommt… aber das wollten wir nicht. Wir wollten Gott vertrauen …

Nur wegen der Badewanne war sie nicht ganz so glücklich. Ich wollte so gerne baden. Sie meinte, dann müsse das Baby aber innerhalb 24 Stunden geboren sein. Ich war mir ganz sicher, dass unser kleiner Schatz bis dahin auf jeden Fall da sein wird! Wir haben dann mit der Hebamme ausgemacht, dass sie im Laufe des Vormittags bei uns vorbeischaut, wenn sie wieder ihre Hausbesuchsrunde abfährt. 🙂

Der frühe Morgen ging echt schnell rum, Wehen alle 2-3 min ca. 40-50sec. Ich kam damit wirklich gut klar, entweder auf dem Gymnastikball, in der Hocke oder auf Knien! Unser großes Kind ist dann aufgewacht, mein Mann hat es versorgt und dann seinen Cousin + Familie angerufen, ob er unser großes Kind abholen könne, da unser Baby heute wahrscheinlich kommen würde.

Als sein Cousin kam, hat niemand damit gerechnet, dass wir 20 Minuten später schon unser Baby in den Händen halten sollten. In der Zwischenzeit waren die Wehen echt heftig geworden, ich konnte und wollte einfach nicht mehr. Die Wehen waren so unerträglich und ich habe erst total versucht, gegen den Schmerz zu kämpfen. Ich hab plötzlich total Angst bekommen, dass ich die Schmerzen und diese Wucht nicht aushalte und musste mich dann erstmal ausweinen, weil ich so fix und fertig war, bis ich dann wieder bereit war, mit den Wehen mit zu gehen und mit ihnen zu arbeiten.

Als mein Mann dann zu mir ins Bad kam, war er ganz schön erschrocken, wie heftig die Wehen inzwischen waren. Weil er in dem Moment mit der Sache etwas überfordert war, rief er die Hebamme, ob sie sich nicht doch auf den Weg machen könnte, weil bei mir die Wehen so stark waren. Die Hebamme meinte, dass sie schon unterwegs zu uns sei, weil wir (wie Nachts abgemacht) gerade die nächsten auf ihrer Route waren. Sie sagte, dass sie in ca. 15 Minuten bei uns ist. Kurz danach bekam ich plötzlich so einen heftigen und starken Druck zu pressen. ( Mit dem Pressdrang kam plötzlich die Erinnerung an die erste Geburt hoch. Da hatte die Hebamme gewollt, dass ich noch nicht pressen sollte, sondern den Pressdrang veratmen und unterdrücken sollte, was total unmöglich und echt schrecklich war. Und jetzt war keine Hebamme dabei und ich wusste gar nicht, ob ich diesmal pressen durfte.) Aber dann war es mir einfach egal, ich habe das gemacht, was mein Körper mir signalisiert hat – es war so heftig, was man da für Kräfte spürt. Nach 3 Presswehen habe ich unser Baby in die Badewanne geboren. Mein Mann hat unsren kleinen Schatz aus dem Wasser gehoben und mir gegeben. Die Nabelschnur war einmal um den Hals, ich habe sie abgewickelt und ein bisschen Schleim aus Mund und Nase gesaugt. Mein Mann hat die Hebamme angerufen und ihr gesagt, dass das Baby 9 Minuten nach seinem Anruf geboren ist. 6 Minuten später ist die Hebamme bei uns eingetroffen. Das Beste an ihr war, sie kam ganz gelassen und cool rein und hat, nur als sie die Tür geöffnet hat, gemeint: „Mama und Baby geht`s gut.“ Das war besonders für meinen Mann sehr hilfreich, denn er war echt total aufgelöst und fertig 🙂 …

Mein Mann hat uns dann ein schönes Lager im Wohnzimmer gemacht und wir sind dann dahin umgezogen um einfach Zeit miteinander zu haben und zu kuscheln. Nach ca. einer halben Stunde habe ich dann die Plazenta in der Hocke geboren. Wir haben die Plazenta noch ca. 30 Minuten an unsrem kleinen Schatz gelassen, dann hat der stolze Papa die Nabelschnur durchgeschnitten … das war alles so schön in Ruhe … die Atmosphäre zu Hause, ohne hektische Ärzte und Hebammen … mit meinen Lieben – herrlich!

Eine Stunde nach der Geburt wurde unser großes Kind wieder nach Hause gebracht, um das Geschwisterchen kennenzulernen. Das war so schön und süß!! Für uns war das alles so ein Wunder. Das Baby ist gesund, mir geht es gut, ich musste nie unsre eignen vier Wände verlassen, ich hatte nur eine kleine leichte Abschürfung und musste nicht genäht werden …

Inzwischen ist unser Baby drei Monate und unser großes Kind zwei Jahre und sechs Monate… sie lieben sich heiß und innig und wir haben diesen Weg noch nicht eine Sekunde bereut …

Die Alleingeburt war zwar nicht so geplant gewesen, aber dafür wie ein Geschenk!

 

Eine Alleingeburt – Mit der Familie und Gottvertrauen

Liebe Leser, wieder darf ich die schöne, ganz normale Geburt in Eigenregie einer anderen Mama mit euch teilen. Warum und wie sie ohne Hebamme geboren hat und wie sie mit einer stärkeren Lösungsblutung nach der Geburt umgegangen ist, erzählt sie euch im folgenden Bericht:  

Meine erste Geburt war eine sehr unschöne Krankenhausgeburt. Die Geburt vom zweiten Babysohn war eine sehr schöne, hebammenbetreute Hausgeburt. Ich hätte auch mein drittes Kind wieder mit meiner tollen Hebamme bekommen, einfach weil ich sie sehr gerne mag, nicht weil ich mir das gebären nicht alleine zugetraut hätte, aber sie konnte leider keine Hausgeburten mehr anbieten. Mit der Option Krankenhaus konnte ich auch nicht wirklich leben … Also habe ich mich die ganze Schwangerschaft über auf eine Alleingeburt eingestellt.

Sonntag, 27. September 2015: SSW 40+1

Nachdem ich in der letzten Woche immer wieder Wehen hatte und dachte, dass es jetzt bestimmt los geht, ist es heute sehr ruhig. Ich hab letzte Nacht gut schlafen können und bin morgens relativ fit. Vormittags habe ich aber einfach das Bedürfnis mich zurück zu ziehen und mein Mann kümmert sich um die Jungs, so dass ich das machen kann.

Ich lege mich ins Bett, döse ein bisschen vor mich hin. Danach schreibe ich noch einen Brief an das Baby in meinem Bauch. Ich freue mich so auf dich und hoffe, dass du ganz bald bei uns bist.

Generell ist die Stimmung einfach ruhig. Ich freue mich auf mein Baby. Bin weder total euphorisch, noch total down, sondern einfach in frohere Erwartung.

Nachmittags sind wir bei meinen Eltern und auch einige meiner Geschwister. Wir trinken Kaffee, die Jungs spielen draußen mit ihren Cousinen und Papa. Ich hab Lust abends noch mal gemütlich Essen zu gehen und meine Mama kommt mit mir.

Als ich mich fertig mache, fangen die Wehen wieder an, es zieht immer mal, aber das nehme ich nicht mehr ernst. Ist ja an den meisten Abenden so. Das bleibt so, auch als wir im Restaurant sitzen. Ab 20 Uhr gucke ich immer mal auf die Uhr, die mir gegenüber hängt. Die Wehen sind schön beständig und alle unter zehn Minuten. Ab und zu muss ich mal mein Besteck hinlegen und kann auch nicht sooo gut zuhören oder erzählen. Aber auch das ist ja nichts Neues. Auf dem Rückweg ins Auto gucken wir noch ein bisschen Schaufenster an. Beim Laufen kommen die Wehen schon unter fünf Minuten und ich muss auch immer mal stehen bleiben.

Ich überlege, wann ich meine Freundin anrufen soll, die zum Photos machen kommen soll. Will sie nicht unnötig aufscheuchen. So richtig glaube ich immer noch nicht an einen Beginn der Geburt. Ich schreibe ihr einfach, dass ich Wehen habe, aber noch nicht weiß ob sie bleiben, dass sich alles auch noch wieder legen kann. Sie soll sich ruhig ins Bett legen. Und ich rufe dann an, wenn sie kommen soll.

Ich will zu Hause erstmal duschen gehen und gucken ob alles so bleibt.

Gegen 22 Uhr sind wir zu Hause und ich sage J., meinem Mann, wie der Stand der Dinge ist. Als ich auf dem Klo bin, sehe ich, dass sich der Schleimpfropf langsam löst. Hach, vielleicht doch Geburtsbeginn?!

Ich gehe duschen und sage J., dass er sich ruhig noch mal ins Bett legen kann. Ich wecke ihn dann, falls es ernster wird.

Die Wehen bleiben auch nach dem Duschen. Zwischen 4 und 6 Minuten sind die Abstände und sie werden ganz langsam kräftiger. Ich veratme sie noch still vor mich hin.

Montag, 28. September 2015

Meine Mama kommt um 12:40 Uhr dann auch zu mir. Wir wollten sie gerne da haben, falls die großen wach werden. Und falls nicht, ist es auch schön, sie einfach so bei der Geburt dabei zu haben. Sie kann sowieso nicht schlafen. Gemeinsam verbringen wir noch einige Zeit im Wohnzimmer und irgendwann habe ich dann Lust, Wasser in den Pool zu lassen, um mich darin ein bisschen zu entspannen.

Zwischen den Wehen räume ich hier und da noch ein bisschen rum, der Pool füllt sich langsam. Ich ruhe mich immer wieder auf dem Bett aus. Die Abstände der Wehen sind im Laufen und auf dem Klo sehr viel kürzer als im Liegen und werden immer intensiver.

Um zwanzig nach 1 rufe ich meine Freundin an, die dann gegen 2 Uhr da ist. Wir Frauen unterhalten uns in den Wehenpausen, meinen Mann lasse ich noch eine Stunde schlafen. Um 3 weckt Mama ihn.

Ich wandere immer zwischen Pool und Klo hin und her. Dazwischen stütze ich mich während der Wehen an Kommode oder Bett ab und kreise mein Becken. Ich töne schon langsam bei den Wehen mit. Im Pool sind die Abstände weiterhin sehr viel größer als draußen. Deshalb gehe ich immer wieder raus und bewege mich, damit es weiter geht. Gehe auch immer wieder zum Wehen veratmen aufs Klo, weil ich merke, dass dieses Geburtshocker-artige Sitzen gut tut. Der Kopf rutscht immer weiter nach unten, der Muttermund öffnet sich langsam, aber ich fühle, wie die Fruchtblase ganz prall vor dem Kopf sitzt.

Ab ca. 4 Uhr werden die Wehen wirklich heftig. Ich muss sie schon gut vertönen um sie auszuhalten. Diese Intensität kenn ich nur von der Übergangsphase bei den beiden Jungs und freue mich, dass es dann wohl bald geschafft ist.

Zwischendurch fällt es mir wirklich schwer, mich nicht auf den Schmerz, sondern die Atmung zu konzentrieren. Die Wehe zuzulassen und mich zu öffnen, alles locker zu lassen und nicht anzuspannen, weil ich möchte, dass sie schnell vorbei ist. Ab hier habe ich kein wirkliches Zeitgefühl mehr. Ich möchte gerne, dass es voran geht, steige deshalb immer wieder aus dem Pool, aber merke schnell, wie mein Körper an seine Grenzen kommt und ich immer erschöpfter und müder werde. Ich möchte nur noch schlafen. Ich schicke irgendwann alle aus dem Zimmer und lege mich ein bisschen ins Bett. Wenn mein Körper ein bisschen Ruhe braucht, soll er die haben. Ich habe keine Ahnung, wie lange ich Wehenpausen habe, aber ich kann mich ein bisschen erholen.

Irgendwann hole ich meine Mama wieder dazu. J. und B. – meine Freundin, bleiben nebenan. Sobald ich aufstehe sind, die Wehenabstände wieder kürzer. Ich verbringe jetzt viel Zeit auf dem Klo und versuche immer mal mitzuschieben, aber es tut sich nichts. Wenn diese Fruchtblase doch endlich platzen würde.

Irgendwann wachen die Jungs auf und ich weiß, dass während sie da sind, das Baby auch nicht kommen wird. Ich veratme weiter meine Wehen. Ich erinnere mich selbst dabei an eine Löwenmama – ich brauche so viel Kraft für diese Wehenarbeit, hab vor jeder Wehe das Gefühl, es nicht mehr länger zu schaffen und muss mich selbst immer wieder ermutigen weiter zu machen. Die Wehenabstände sind weiterhin lang aber die Wehen, die ich dann habe, seeehr intensiv und lang.

Gegen viertel nach sieben bringt mein Mann die Jungs in den Kindergarten. Ich gehe wieder auf mein Klo um die Wehen zu veratmen. Da werden die Abstände wieder sehr viel kürzer. Die Blase ist immer noch prall. Ich töne inzwischen sehr intensiv und merke schnell, dass wir so nicht mehr ins Krankenhaus fahren werden.

Ich gehe in den Pool in der Hoffnung, noch etwas Entspannung zu bekommen. Aber auch da bleiben jetzt die kurzen Abstände und die Wehenintensität nimmt noch mal zu. Hier ist auch jetzt nichts mehr mit Kind einfach raus atmen. Ich muss stark mitpressen und führe gefühlt einen innerlichen Kampf gegen diese Fruchtblase … Irgendwann platzt sie dann und mit ihr kommt die Hälfte des Kopfes mit. Es brennt und diese Wehenpause, in der der Kopf halb draußen ist, ist so urgewaltig. Ich habe die ganze Zeit die Hand an Babys Kopf und fühle viele Haare. Es kommt mir wie eine Ewigkeit vor. Ich widerstehe dem Drang einfach noch weiterzupressen, weiß kurz nicht, wie ich mich platzieren soll und bleibe dann einfach so aufrecht wie ich bin. Irgendwann kommt die nächste Wehe, ich merke wie der Körper meines Babys sich durch mein Becken dreht und irgendwann ganz raus flutscht. Ich hebe mein Baby ganz schnell an meine Brust. Dabei fällt mein Blick auch schon zwischen die Beine und ich sehe, dass ich Mama von meinem dritten Sohn geworden bin. Was für ein Gefühl. Ich bin so erleichtert. Es ist 8:36 Uhr und ich habe mein Kind alleine in meine eigenen Hände geboren!

Um mich rum weinen alle. Die Anspannung fällt spürbar von allen ab. J. kommt ins Zimmer, ich habe gar nicht mitbekommen, dass er die ganze Zeit im Flur neben der Tür saß und gebetet hat. Er holt Handtücher und ich decke unser Baby damit zu. Da kommt auch schon die erste Nachwehe. Recht schnell möchte ich aus dem Pool raus, um die Plazenta draußen zu bekommen.

J. und Mama helfen mir aus dem Pool und decken mich auf dem Bett zu. Da kommt auch schon die nächste heftige Nachwehe und ich höre ein flatschen in meinem Bauch, als ob die Fruchtblase noch mal platzt. Da hat sich wohl die Plazenta gelöst. Es kommt ein riesen Schwall Blut, und ich merke, dass die Plazenta auch bald kommt. Ich gebe mein Baby an meine Mama ab und hocke mich über eine Schüssel, damit ich die Plazenta aufrecht besser gebären kann. Mit ihr kommt noch mal einiges an Blut. Als die Plazenta komplett draußen ist und ich wieder zurück ins Bett möchte, merke ich, dass mir unglaublich schwindelig wird und ich kurz vor der Ohnmacht bin. Ich fange an zu zittern und bekomme nichts mehr mit um mich rum, nur Hände die auf meinem Rücken liegen und Leute, die für mich beten. Das Zimmer ist ganz schnell voller Engel… Irgendwann werde ich ruhiger und merke, dass ich langsam wieder zurückkomme. Ich lege mich auf den Boden, die Füße auf einen Hocker und bitte, dass irgendjemand mir schnell ein Stück Plazenta gibt. Die Blutung wird schnell weniger.

Da liege ich dann einige Zeit, bis ich denke ganz langsam ins Wohnzimmer aufs Sofa krabbeln zu können. Während der Plazentageburt um 9 Uhr hat mein Mann G., die Hebamme, angerufen und die ist auf dem Weg zu uns. Irgendwie habe ich es geschafft nach nebenan zu kommen und lege mich aufs Sofa. Meine Mama hat hier mit dem Babysohn und der Plazentaschüssel gewartet.

Um halb zehn ist G. da. Die Nabelschnur ist inzwischen auspulsiert und ich schneide sie durch. J. und Mama waschen mich – ich bin überall voller Blut.

Auch jetzt habe ich wieder kein Zeitgefühl mehr. G. macht einiges an Papierkram. Irgendwann wird unser Sohn gewogen und gemessen: 3750 g – 50 cm und 36 cm Kopfumfang. Ich liege nackt mit ihm auf dem Sofa und so genießen wir die ersten Stunden bis die großen Brüder nach Hause kommen und ihren kleine Bruder glücklich begrüßen.

 

 

Geburtsberichte gesucht!

Hallo meine lieben Leser!

Geburtsberichte zu lesen war für mich damals eine große Hilfe in Vorbereitung auf meine erste Alleingeburt. Damals gab es fast nur englische Berichte im Internet, aber davon jede Menge. Ganz besonders hilfreich fand ich solche, wo die Alleingeburt aus irgendeinem Grund abgebrochen wurde. Dadurch habe ich für mich so viel gelernt. Meine Seite hier lebt zu einem großen Teil von Geburtsberichten und soll euch helfen, wie mir all diese Berichte damals auch geholfen haben.

Wer schon eine Alleingeburt hatte und sein Erlebnis gern mit anderen teilen will, darf mir also gern schreiben! Ganz besonders wünsche ich mir auch Berichte, wo es nicht geklappt hat oder wo es nach der Geburt Probleme oder eine Verlegung gab. Solche Berichte sind zwar nicht unbedingt rosarot, aber dafür um so wertvoller für alle, die sich auf einem Alleingeburt vorbereiten. Veröffentlicht wird natürlich so anonym ihr das wünscht.

Also keine Scheu! Ihr müsst auch keine begnadeten Schriftsteller sein. Gerade wie ihr es schreibt, ist es genau richtig. 🙂

Unser Besuch im Frühstücksfernsehen

Alles beginnt am 11.1., als ich mittags von einem Termin nach Hause komme und unser Babysitter mir aufgeregt das Telefon entgegen trägt.

Am nächsten Morgen soll ich in Berlin im Frühstücksfernsehen sein und am besten sofort „ja“ sagen? Äh … da muss noch ein bisschen was geklärt werden vorher. Aber alles passt schließlich und am Abend sitze ich mit dem Jüngsten im Taxi in Richtung Flughafen.

Ich smartphone-skeptische Tante bin das erste Mal mit einem (ausgeliehenen, älteren) Smartphone unterwegs und nutze die Wartezeit vor dem Flug (hat wegen Schneesturm in Berlin Verspätung), um mich mit der Technik anzufreunden. Gar nicht so verkehrt das Teil. Es stellt sich auf dieser Reise sogar als überaus wertvoll heraus. Nur die Bildqualität könnte besser sein …

Landeanflug auf das verschneite Berlin. Die vielen Lichter glitzern wie lauter Edelsteine.

Das Baby ist gut gelaunt und freundlich zu allen Mitreisenden.

Nach ewiger Taxi-Fahrt durch Berlin endlich im Hotel. Das Baby ist immer noch gut gelaunt. Ich bin inzwischen ziemlich müde. Und morgen 6.20 Uhr steht das Taxi vor der Tür, das mich zum Sender fahren soll …

In der Nacht schlafe ich echt wenig. Aber das Adrenalin hilft. Ich bemerke den Schlafmangel am ganzen folgenden Tag nicht.

Das Interview und das ganze Drumherum wird eine nette Sache. Aufgeregt bin ich nicht mehr. Das mit dem Aufgeregtsein habe ich in der Nacht offenbar erledigt …

Hier ein Ausschnitt aus dem Interview bei www.sat1.de. Das lässt sich nur in Deutschland anschauen, leider. Für die Schweiz geht dieser Link: www.sat1.ch. Ich hab’s auch noch privat bei youtube hochgeladen, wer nicht rankommt. Öffentlich machen darf ich’s aus Urheberrechtsgründen nicht.

Die Zeit zwischen den Auftritten (dreimal bin ich ran) verbringe ich im dortigen Gästezimmer in netter Gesellschaft: Ich habe mich mit Denise und Isabel verabredet. Da meine Zeit in Berlin so kurz ist, treffen wir uns eben hier.

Isabel fährt mich zum Flughafen und wir quatschen auf der Fahrt. Kurz darauf bin ich wieder in der Luft. Diesmal fliege ich über Frankfurt zurück und dann geht’s mit dem Zug das letzte Stück.

In der Sendung mit der Maus wurde behauptet, dass Tomatensaft im Flugzeug besonders gut schmecken soll. Ich teste es, finde es aber nicht unbedingt lecker.

Kiran schläft derweil neben mir.

Ab Frankfurt also weiter mit dem Zug. Am Bahnhof spricht mich eine Frau an, die mich im Frühstücksfernsehen gesehen hat. Wir reden über Geburten, bis der ICE einfährt.

Der heimische Bahnhof in Sichtweite.

24 Stunden und 30 Minuten nachdem ich von daheim losgefahren bin, treffe ich wieder zu Hause ein. Was man in 24 Stunden so erleben kann! Ich fühle mich, als hätte ich einen Abstecher in eine andere Welt gemacht.

Anmerkung: Foto 4 und 5 stammen von Denise Wilke. Danke, dass ich sie nutzen darf!

 

 

 

Was wir essen und warum

Da es immer wieder nachgefragt wurde, habe ich zum Thema Ernährung und wie wir das handhaben mal eine dreiteilige Videoreihe gemacht.  Ich hoffe, das beantwortet die meisten Fragen. 🙂

Teil 1: Die Urvölker, Weston Price und unser Weg zu gesunder Ernährung

Teil 2: Sieben Prinzipien traditioneller Ernährung

Teil 3: Anwendung der 7 Ernährungsprinzipien

 

 

 

 

„Bei der stillen Geburt unseres Sohnes im Krankenhaus haben wir durch eine außerordentlich schöne Geburt und wie wir mit allem umgegangen sind einen besonderen und tiefen Eindruck hinterlassen. Und wir wurden ganz gelassen, konnten alles so machen, wie wir wollten, – etwas was ja sonst nicht möglich ist in der Klinik, – denn – das Kind war ja tot …  – Das finde ich irgendwie absurd. Und schade. Daher brauchten wir auch eine Weile, um zu realisieren, dass wir bei einem lebenden Kind niemals eine solche Geburt in der Klinik würden haben können.“

Daniela H. (stille Geburt im KH – Hausgeburt – Alleingeburt)