Mein Weg zu Freiheit und Selbstbestimmung – Ein Erfahrungsbericht

Ihr Lieben, der folgende Bericht stammt aus einer Email, die diese Mutter an mich geschrieben hat. Ich fand ihre Geschichte so inspirierend und kraftvoll, dass ich sie gefragt habe, ob ich sie mit euch teilen darf. Sie schildert darin die Geburten ihrer drei Kinder und ihren Weg von der Fremdbestimmung zur Selbstbestimmung. 

In meiner dritten Schwangerschaft habe ich erstmalig von Alleingeburt, einer schönen Geburt, Geburt ohne Ärzte, Hypnobirthing und ähnlichem gehört. Nachdem ich zwei Schwangerschaften und Geburten erlebt habe, die ich so überhaupt gar nicht wollte, habe ich alles verschlungen was mit dem Thema zu tun hatte. Schon in meiner ersten Schwangerschaft war ich sehr unglücklich. Diese vielen Untersuchungen, dieser Druck, jedesmal wurde etwas Neues festgestellt. Ich musste jede Woche zum Ultraschall kommen. Weil ich natürlich risikoschwanger war. Mein Kind war viel zu klein. Mein Kind hatte dies. Mein Kind hatte das. In der 29. Schwangerschaftswoche habe ich dann Wehen bekommen und habe das Krankenhaus erst nach der Geburt bei 34+0 wieder verlassen. Für mich eine fast traumatische Erfahrung. Ich wurde angeschrien, gezwungen mich auf den Rücken zu legen obwohl ich mehrfach sagte, dass ich mich auf der Seite viel wohler fühle und meine Schmerzen viel erträglicher wären. Dies wurde aber ignoriert. Ich wurde festgehalten, wenn ich mich bewegen wollte. Mir wurde ein Katheter gelegt, damit mein Baby mehr Platz hat und schneller raus kommt, obwohl ich dies verneinte. Meiner Tochter musste noch in meinem Unterleib Blut aus dem Kopf abgenommen werden. Ich wurde angeschrien, dass mein Baby jetzt stirbt, und schon pressten zwei Ärzte mit vollem Körpergewicht auf meinen Bauch um mein Baby zu gebären. Mein Muttermund riss sogar dabei ein. Über die weiteren Geburtsverletzungen an Damm, Schamlippen und von innen in der Scheide muss ich vermutlich nichts erzählen. Meine Tochter wurde mir sofort weggenommen und lag zwei Wochen lang auf der Intensivstation.
Damals dachte ich, das war alles so richtig.
Dann wurde ich zum zweiten Mal schwanger. Ich ging (natürlich wie jeder) zum Frauenarzt. Musste ganz schnell alle 2 Wochen kommen, da meine erste Schwangerschaft ja so risikobehaftet war und dies auf jeden Fall wieder so sein würde. Mein Baby würde auf jeden Fall wieder ein Frühchen. Ich würde wieder monatelang im Krankenhaus liegen. Für mich völlig unverständlich. Wieso sollte alles genau so werden? Aber ich glaubte den Ärzten und ging brav zu jeder Untersuchung. Eines Tages sagte meine Frauenärztin, dass mein Sohn vermutlich das Down Syndrom hat. Ich sollte dorthin und dies untersuchen und und und. Aber ich weigerte mich. Für mich hätte es keinen Unterschied gemacht. Ich hätte mein Kind niemals abgetrieben. So ging ich zu einem anderen Arzt und vereinbarte einen 3D Ultraschall. Ich dachte, so könnten wir uns unseren Sohn noch mal genau anschauen, schauen ob die Finger wirklich so kurz sind, wie die Ärztin sagte und die vielen anderen Dinge, die auf ein Down Syndrom hinweisen. Der Arzt machte den Ultraschall und sagte, dass unser Sohn in seinen Augen völlig gesund aussieht. Da war ich zum ersten mal so sauer, wie ich noch nie war. All die Sorgen waren völlig unbegründet. Vorher war es für mich immer völlig normal, dass Ärzte recht haben. Dass alles so sein muss. Schließlich sagt einem jeder, wie gefährlich alles ist. Die Untersuchungen, die dann bis zur Geburt folgten, waren für mich nur noch eine Pflichtveranstaltung. Alles was sie sagte und maß war für mich nur noch Schwachsinn. Ich fand es nur noch schön, meine kleine Maus live zu sehen, wie er an seinen Fingern nuckelt und gähnt.
Ich schrieb einen Brief. Einen Brief an meine Hebamme im Krankenhaus. (Ja, da war es für mich leider immer noch normal, wieder ins Krankenhaus zu gehen.) In dem Brief stand alles, was während der ersten Geburt passiert war. Alles wovor ich panische Angst hatte. Und alles was ich mir wünschte. (z.B. keine Medikamente. Keine äußeren Einwirkungen. Keine Dauerüberwachung. Freie Wahl der Geburtsposition.) Alles was völlig normal sein sollte, schrieb ich auf und gab es der Hebamme die mich bei der Geburt betreute. Wir gingen spät abends los, als ich anfing zu bluten. (Heute weiß ich, dass ich noch nicht hätte hin gehen müssen.) Im Krankenhaus angekommen fand die Hebamme meinen Brief ganz toll und wollte versuchen, sich an alles zu halten (wenn denn alles normal verläuft). Vermutlich war es nur dieser eine Satz und ich hatte keine einzige Wehe mehr. Wäre mein Muttermund nicht schon 4 cm offen gewesen, hätte ich nach Hause gehen können. Aber so durfte ich nicht. So lag ich dort die ganze Nacht. Immer wieder wurde ich gefragt, ob sie nicht was machen sollten. Einleiten. Medikamente. Einen Einlauf. Ich war aber schon immer gegen Medikamente und wollte einfach nur meine Ruhe haben. Am nächsten Tag wurde mittags (mal wieder) untersucht. Bei der Untersuchung platzte Gott sei Dank einfach so ohne Wehen meine Fruchtblase und mein Sohn schnappte sich seinen Schlitten und rodelte innerhalb von 50 Minuten in die Freiheit. 🙂 Ich hatte eine Wehe nach der anderen und war soooo glücklich. Ich durfte mich nämlich hinlegen wie ich das wollte und hatte dadurch kaum Schmerzen. (Achso, übrigens keine vorzeitigen Wehen. Geburt bei 37+2 SSW.)
Nun kommen wir zum dritten Kind. Da ja beim zweiten alles so viel schöner verlief, ging ich wie gewohnt zum Frauenarzt. Genervt ging ich zum Frauenarzt. Lustlos. Ich erfuhr im Laufe der Schwangerschaft von dir und kaufte mir sofort dein Buch. Das war das beste was ich hätte machen können. Ich wünschte, ich hätte es schon 2008 lesen können. Nachdem meine Frauenärztin meinte, meine Tochter würde nicht mehr wachsen und sie würde mir raten, sofort ins Krankenhaus zu fahren um einleiten zu lassen (noch weit entfernt vom Geburtstermin), dachte ich, ich falle vom Glauben ab. Mein Bauch wuchs und wuchs. Mein Gewicht stieg und stieg, ohne das ich dicker wurde (außer der Bauch) und die Tritte meiner Tochter wurden von Woche zu Woche immer stärker und heftiger. Ich suchte mir auf der Stelle eine Hebamme und bat sie mich zu betreuen. Aber ohne Untersuchungen. Ich wollte, dass sie sich mit mir trifft, sich mit mir unterhält. Wir zwischendurch mal nach meinem Urin schauen und ich ansonsten einfach nur meine Ruhe habe. Gesagt, getan. Leider durfte sie mich nicht bei einer Hausgeburt betreuen. (Du kennst das ja. Ein Frühchen. Der Frauenarzt schreibt dramatische Dinge und schwupps darf man gar nichts mehr.)
Ich kann dir gar nicht sagen, wie glücklich ich war. Ich war so frei. Mir ging es so gut. Ich hatte keinen Druck mehr nach unten (in den anderen Schwangerschaften immer mit offenem Muttermund). Ich ging spazieren, zupfte Unkraut, räumte den Garten auf, putze jeden Tag das ganze Haus. (All das wurde mir in den anderen Schwangerschaften verboten. Ich durfte nur liegen. Weil die Gefahr einer Frühgeburt viiiel zu gross war.)
Ich sagte meiner Hebamme, dass ich bis 40+0 schwanger sein werde. Und sie lachte herzlich und meinte, ich solle von meinem Körper nicht zu viel verlangen. Ich wüsste ja, was alles passieren kann. Gegen Ende der Schwangerschaft drängte sie mich ein wenig dazu, noch ein einziges Mal zum Frauenarzt zu gehen. Sie sagte, sie müsse sich absichern. Versicherungen und und und würden ihr sonst Probleme machen. Da ich nicht wollte, dass sie Ärger bekommen kann, ging ich widerwillig zum Arzt. Ich wollte es allen beweisen. Meiner Ärztin, meiner Hebamme. Allen wollte ich beweisen, dass mir meine eigenen Gefühle genau den richtigen Weg zeigen. Im Ultraschall wurde dann festgestellt, dass mein Baby perfekt entwickelt ist und alles gesund und munter ist. Ich war richtig zufrieden mit mir selbst. Ich war richtig zufrieden, dass ich innerlich einen kleinen Stinkefinger zeigen konnte, da ich recht hatte und die Ärzte nicht.
Bei 40+0 platzte Zuhause die Fruchtblase. Ich ging in die Badewanne und blieb dort so lange, bis ich wusste, jetzt kommt sie gleich. (Mein Mann ist weiterhin ein Schisser und wir hatten das Abkommen, dass ich mit ihm ins Krankenhaus fahre, wenn ich denke, dass es Zeit wird.) Auf dem Weg ins Krankenhaus hörten die Wehen fast auf. Im Krankenhaus angekommen, zog ich mich auf der Stelle aus und stieg aufs Bett und begab mich sofort in Geburtsposition. Zig Hebammen und Ärzte (ich glaube fünf oder sechs Leute standen da rum als wäre ich eine Schwerverletzte in Lebensgefahr) kamen angerannt mit Geräten und Nadeln und irgendwelchen Schlüpfern und und und. Ich wurde ziemlich schroff und ich glaube auch sehr zickig und fauchte, dass mich niemand anfassen soll und das Baby jetzt kommt. Die Ärztin beharrte darauf, dass sie unbedingt fühlen muss, ob ich vollständig eröffnet bin. Ich glaube, ich habe noch nie so wütend geguckt und meinte zu ihr, dass man die Haare ja wohl schon sehen kann. Sie untersuchte trotzdem und stellte völlig erstaunt fest, dass da ja ein Kopf raus kommt. Ich verdrehte die Augen und fing an zu pressen. Zwei Minuten später war meine Tochter geboren. Völlig gesund und munter. Nach der Geburt fing ich an zu erzählen, dass hier nichts gemacht wird. Dass die Nabelschnur so lange dran bleibt bis sie nicht mehr pulsiert, das keine Medikamente gegeben werden oder unnötige Untersuchungen. Die Ärztin war total genervt von mir. *hahahaha* Aber das war mir scheißegal. Als die Plazenta geboren war, bin ich mit meinem Mann direkt nach Hause gefahren. Völliger Schwachsinn für sowas ins Krankenhaus gefahren zu sein. Aber mein Mann war beruhigt.
Jetzt bin ich mit meinem vierten Kind schwanger. Derzeit in der 11. SSW. Ich war einmal beim Arzt um zu schauen, ob das Herz schlägt und dass es am richtigen Platz sitzt, da ich so starke Unterleibschmerzen hatte (Eileiterschwangerschaft). Mein Mann fragte schon, wann ich denn den nächsten Termin habe. Daraufhin antwortete ich: „Wenn ich glaube, medizinische Hilfe zu benötigen.“ Derzeit wüsste ich nicht, wozu mich jemand untersuchen sollte. Die Übelkeit nimmt langsam etwas ab. Ich habe keine Schmerzen, keine Blutungen oder sonst was. Mein Bauch wächst bereits. Ich bin einfach nur glücklich. Ich werde dein Buch wieder lesen. Auch wenn ich es auswendig kann *hahahaha* Und diesmal möchte ich Zuhause bleiben und mir von niemandem mehr reinreden lassen. Auch von meinem ängstlichen Mann nicht. Meine beiden Grossen haben gefragt, warum sie bei der Kleinen nicht dabei sein konnten. Warum wir weggefahren sind. Diesmal möchten sie unbedingt helfen. 🙂

Aus Paraguay: Alleingeburt beim ersten Kind

Ihr Lieben, wir Frauen sind zum Gebären gemacht. Aber in unserer heutigen Zeit verlangt es Mut, eine Geburt in die eigenen Hände zu nehmen. Trotzdem wagen es immer mehr – auch beim ersten Kind. Der folgende Bericht stammt von einem Paar, das nach Paraguay ausgewandert ist. 

Der 05.12.2016 begann wie ein ganz normaler Tag für mich hier in Paraguay. Um unsere Vorräte an Lebensmitteln auszufüllen, fuhren wir in die Stadt. Dafür mussten wir 20 km Sandweg fahren. Da mich am Ende der Schwangerschaft die Stöße dieser Strecke immer ein leichten Druck nach unten verspüren ließen, nahm ich mein großes, gepolstertes Kissen mit. So verging der Vormittag und der Mittag mit einem Großeinkauf und zurück am Haus angekommen wollte ich mich einfach nur noch hinlegen, weil ich sehr müde war. Mein Mann fuhr zur Baustelle und ich schlief bis ca. 16 Uhr, bis mich leichte Wehen weckten. Ich habe diese nicht weiter ernst genommen, da ich nun bei 39+5 war, kannte ich es schon, dass ich hin und wieder Wehen hatte. Ich versuchte wieder einzuschlafen, was mir nicht wirklich gelang. So schrieb ich meinem Ehemann eine SMS, das ich doch jetzt schon regelmäßige Wehen hätte, er sich aber keine Sorge machen solle, da das nicht heißen müsse, dass es jetzt los gehe. Anscheinend hat er allerdings gespürt, dass es jetzt wohl ernst wird, so stand er 15 Minuten später bei mir im Zimmer. Ich erklärte ihm, das die Wehen immer noch da sind und das ich jetzt eine heiße Dusche nehme um zu testen, ob die Wehen dann verschwinden oder gar stärker werden. Bei dem Gang auf die Toilette zuvor merkte ich, dass mein Schleimpfropf sich gelöst hatte. Ich war mir allerdings noch immer nicht sicher, ob es jetzt richtig losgeht. In der Dusche wollte ich nach meinem Muttermund tasten. Dies gelang mir allerdings nicht wirklich, ich stellte nur fest, dass der Muttermundhals verkürzt war.

Da meine Wehen langsam stärker zu werden schienen, bat ich meinem Partner, er möge doch bitte den Geburtspool aufpusten. Derweilen hängte ich mich auf den Knien hockend über mehrere Kissen, die ich mir drapiert hatte. Ich fing langsam an zu tönen und meine Hüfte kreisen zu lassen. So hockend platzte gegen 20:15 Uhr meine Fruchtblase und ich stellte fest, dass ich grünes Fruchtwasser hatte. Nun war mir klar, dass es schnell gehen sollte, da der Neuankömmling unter Stress stand. Ich muss dabei sagen, ich fühlte mich nie panisch oder ängstlich.

Mein Gatte war bereits fleißig am Eimer tragen um den Pool zu füllen. Ich stieg hinein und empfand das Wasser gleich als sehr angenehm. So fand ich mich in der gleichen Position über den Poolrand gebeugt wieder. Die Schmerzen wurden immer doller und zwischendurch ging mir ein Gedanke durch den Kopf wie: Könnte die Geburt nicht morgen weiter gehen? Diesen Gedanken schüttelte ich allerdings gleich wieder ab und sagte mir: Jetzt hast du es bald geschafft, mach weiter! Die Wehen kamen an ihren Höhepunkt und ich schrie wirklich laut, weil ich mir nicht anders zu helfen wusste. Im Nachhinein weiß ich, dass das der Moment der Übergangsphase war, die ich als so schmerzhaft empfand.

Plötzlich verspürte ich ein starkes Druckgefühl, dem ich nicht widerstehen konnte. Jetzt war es mir zu 100% klar, dass ich gerade mitten in der Geburtsphase stecke. Ich fühlte sogleich zwischen meinen Beinen, ob ich was fühlen konnte. Ich war glücklich, dass ich bereits die Haare fühlen konnte. Der Schmerz der Übergangsphase war weg, jetzt war es eher dumpf und ich wurde plötzlich ganz still und konzentrierte mich auf den Druck und auf mein Kind. Als ich merkte, dass das Köpfchen immer tiefer kommt, sagte ich zu meinem Mann, dass ich den Kopf fühlen kann und dass es wehtut, es brennt so, sagte ich ihm in einer normalen Lautstärke. Er stellte das Wasserholen ein und blieb im Raum. Kurz darauf gebar ich den Kopf unseres Kindes. In der nächsten Wehe die Schultern und ein ausgestrecktes Ärmchen. Mit der nächsten Wehe zog ich unseren Schatz Mia Lorena um 21:23 Uhr aus dem Wasser und sie begrüßte uns gleich mit einem lieblichen Schrei.

Sie wog 2850g war 51 cm groß mit einem Kopfumfang von 34,5 cm. Schnell bekam sie Farbe und ich stieg mir ihr aus dem Pool. Ich fühlte mich zwar leicht erschöpft aber nicht schlapp. Die Geburt hat ca. fünfeinhalb Stunden gedauert und ich strahlte über das ganze Gesicht.

Ich legte die kleine Maus gleich an, was mir noch etwas Probleme bereitete, denn Mia ist mein erstes Kind. Es war meine erste Geburt, eine bewusste Alleingeburt. Für mich war es eine Traumgeburt. Wir mussten zwar fast vier Stunden auf die Nachgeburt warten, aber das scheint auch seinen Vorteil gehabt zu haben, mein Wochenfluss war nicht von langer Dauer.

Ich möchte noch erwähnen, dass ich das Wochenbett sehr positiv empfunden habe. Ich bin gleich am nächsten Morgen alleine duschen gegangen und hatte keine Probleme mit meinem Kreislauf. Ich hatte einen kleinen, innen liegenden Scheidenriss, der sehr gut von selbst abgeheilt ist und mir keine Probleme bereitet hat.

Bei meiner nächsten Geburt werde ich mich wieder für eine Alleingeburt entscheiden, weil es für mich der beste Weg ist zu entspannen und mich voll und ganz auf die Geburt und mein Kind zu konzentrieren.

Auf youtube erzählen sie ihre Geschichte ebenfalls:

Alleingeburt mit vorzeitigem Blasensprung

Ihr Lieben, die Mama im folgenden Bericht bekommt ihr drittes Kind. Die ersten beiden waren Krankenhausgeburten mit den üblichen Interventionen. Bei dieser Geburt wollte sie endlich so gebären, wie sie es sich wünschte. Und das hat sie getan. 🙂

Ich heiße Franzi und werde bald 26 Jahre alt. Ich habe drei Töchter. Meine erste ist 7 Jahre, meine zweite 3 Jahre und meine Dritte kam am 26. November zur Welt.
Meine zwei ersten Kinder kamen im Krankenhaus zur Welt. Bei meiner ersten Tochter war ich zwei Wochen über den Termin als mir die Wehen einsetzten und nach 25 Stunden platzte mir die Fruchtblase, ab ins Krankenhaus. Dann wurde alles ganz dramatisch und ich musste sofort an CTG, weil das Kind gestresst war, also war meine gewünschte Wassergeburt nicht mehr möglich. Nach weiteren 11 Stunden Wehen und einer PDA hieß es dann Kaiserschnitt und dann setzten die Presswehen ein und ich entband doch normal.
Bei meiner zweiten Tochter war ich ebenfalls zwei Wochen über den Termin. Am Samstag sollte ich im Krankenhaus anrufen wegen Einleitung, doch niemand nahm ab, also gingen wir nochmal spazieren. Die Wehen setzten ein und nach einer Stunde platzte mir die Fruchtblase. Ab ins Krankenhaus, sofort sagte ich, dass ich gerne in der Wanne gebären würde. Die Hebamme meinte, das sei kein Problem, ich freute mich wahnsinnig. Über Nacht dann ein Wehenstopp und am Morgen wurden mit einer Tablette die Wehen wieder angeschubst. Am Sonntag um 5 Uhr fingen die Wehen also wieder an und sofort waren sie wahnsinnig schmerzhaft. Um 7 Uhr kam dann die Hebamme zu mir und meinte: Es täte ihr leid aber der Kreißsaal mit der Wanne wurde jetzt einer Dame gegeben, die im Bett entbinden möchte und daher müsste ich jetzt in den anderen Kreißsaal. Man war ich sauer. Kurz danach war meine Tochter geboren.
Kind Nummer 3 sollte also nun so auf die Welt kommen wie ich es möchte. Eine Alleingeburt sollte her. Ich sprach mit meinem Mann drüber und er war sofort einverstanden. Ein Tag vor Geburtstermin saß ich gerade am PC, stand auf und die Fruchtblase platzte. Es war ein Freitagmorgen und ich rief meinen Mann an. Er fragte, ob er kommen sollte. Ich verneinte. Ich kümmerte mich also um meine 2 Großen und verbrachte den Tag nun mit Wehen und offener Fruchtblase. Leider hörten die Wehen immer mal wieder auf und fingen dann auch wieder an. Am Abend kam mein Mann heim und die Wehen waren weg. Die Nacht also sehr ruhig. Am Samstagmorgen wieder leichte Wehen. Also gingen wir einkaufen und danach noch etwas wandern. Immer mal wieder Wehen doch nichts Dauerhaftes. So ging es nun den ganzen Tag. Am Samstagabend um 18 Uhr war ich dann nun sehr erschöpft und legte mich ins Bett, während mein Mann sich um die Großen kümmerte. Kaum dass ich lag, fingen wieder Wehen an und diesmal blieben sie auch. Um 19 Uhr brachte mein Mann die Großen ins Bett und ging nochmal Gassi. Um 20 Uhr richtete er alles für die Geburt. Ich veratmete meine Wehen, mal im Stehen, mal im Sitzen und mal im Liegen, gerade so wie es mir passte. Um 21 Uhr ließ mein Mann Badewasser ein und meinte, ich soll mich in die Wanne legen, da ich inzwischen im Zwei-Minuten-Takt Wehen hatte. Ich ging nochmal auf die Toilette und legte mich dann in Wasser. Dann meinte mein Mann, das Baby müsste jetzt gleich kommen, die Wehen kommen nun im 30-Sekunden-Abstand. Ich bekam Presswehen und nach dreimal drücken war meine Tochter geboren. Dieser Augenblick war sehr emotional und unbeschreiblich. Das möchte ich bei meinem 4. Kind wieder haben. 🙂

Alleingeburt mit vorliegender Hand – 17 Tage nach Termin

Ihr Lieben, mit der Geburt im folgende Bericht habe ich vor nicht langer Zeit life über fb selbst mitgefiebert. Eine spannende Geschichte über Geduld und Vertrauen. Es ist das sechstes Kind dieser Mama und ihre erste Alleingeburt. Viel Spaß beim Lesen! 🙂

Ich muss etwas ausholen, meine anderen Geburten waren recht interventionsreich. Man sagte mir im Krankenhaus, ich hätte eine Wehenschwäche. Selbst bei meiner vierten Geburt, die nur drei Stunden ging und ich schon mit 5 cm offenem Muttermund im Krankenhaus ankam, hieß es „Wehenschwäche und der Wehentropf muss sein“.
Bei jeder Geburt war es so, dass die Wehen sofort nachließen, wenn ich auch nur an das Krankenhaus dachte, was natürlich die Diagnose „Wehenschäche“ auch noch bestätigte. Was tatsächlich eine Wehenschwäche ist, lernte ich erst später. Was alles während der fünf Geburten vorgefallen ist, soll nun aber Nebensache sein. Die Hauptsache ist, was ich über mich lernte in der letzten Schwangerschaft.

Die gesamte Schwangerschaft über wusste ich, dass ich eine Alleingeburt will. Niemand fasst mich an, keiner sagt was ich tun soll, ich kann gebären wie ich will. Darauf habe ich mich auch vorbereitet.
Natürlich habe ich nichts meiner Frauenärztin erzählt. Ich wusste, dass sie selbst Hausgeburten nicht sehr positiv gesonnen ist.
Kurz vor dem Entbindungstermin war ich also bei meiner Frauenärztin. Nach der Untersuchung, wo keinerlei Probleme ersichtlich waren, sagte sie mir mit einem Lächeln im Gesicht: „So, Frau C., wenn das Baby dieses Wochenende nicht kommt, bekommen sie am ET+1 eine Überweisung zur Einleitung. Das ist doch auch in ihrem Interesse, oder?“
Ich antwortete mit einem selbstbewussten: „Nein.“
Das Lächeln in ihrem Gesicht war ganz schnell weg und eine ernste Miene zeichnete sich ab. Die Diskussion, die nun folgte, war fast schon lächerlich, da die gute Dame ihre eigenen Ergebnisse und Untersuchungen anzweifelte, nur um mir Angst zu machen. Hat aber nicht funktioniert.
Ich sagte zu meinem Mann: „Die Frau sieht mich nie wieder.“ Und so war es dann auch.

Der Entbindungstermin verstrich also, es hält sich ja auch kaum ein Baby dran, alles noch normal. Ich hatte dann auch mal einige Tage nach dem ET einen Fehlalarm. Immer mal wieder Wehen. Meinem Mädchen schien es gut zu gehen, sie strampelte und bewegte sich sehr gut. Ich kam an die magische Grenze, ET+14 und ab da muss ich zugeben, geriet ich doch etwas in Panik. Das war meine Grenze, und ich entschied mich, ich gehe über diese Grenze. Das ist nur ein Datum, nur ein Datum … mein Baby braucht eben noch etwas. Sämtliche Versuche die Geburt anzuregen, haben nicht funktioniert. Von Rizinusöl halte ich nichts, davon hab ich die Finger gelassen.

An ET+16 angekommen, hatte ich abends gute und recht eindrucksvolle Wehen. Aber sie waren nicht ganz so regelmäßig. Ich hatte dennoch meine Freundinnen informiert, die sollten ja dabei sein. Geburtsort war vorbereitet. Mein Mann war in Panik, also alles normal. Am Abend ging und ging aber nichts vorwärts, ich konnte nicht so recht abschalten und loslassen denke ich. Es kam mir auch so vor, als ob der Kopf einfach noch nicht so richtig im Becken war. Also was macht man dann in so einem Fall? Ich habe zumindest dann Sarah Schmid gefragt und die hat mir dann auch gut geholfen, nebenbei hat es mich auch etwas abgelenkt. Ich habe ein paar Übungen (sind auf der Seite von Sarah Schmid) gemacht, damit mein Baby den Weg ins Becken findet. Wenn das dann so passiert ist, hören die Wehen erst mal auf und das taten sie dann auch. Ich habe diese Pause dann auch genutzt um noch etwas zu schlafen.

ET+17, ich wache um ca. 2 Uhr auf mit heftigen Wehen, sie waren regelmäßig alle 3 Minuten und ohne Veratmen nicht mehr auszuhalten. Nach einer halben Stunde weckte ich erst mal meinen Mann und offenbarte ihm, dass nun das Baby kommt. Ich konnte so nicht mehr liegen, die Schmerzen waren im Liegen nicht sonderlich angenehm. Also bin ich aufgestanden und hab meiner Freundin über Whatsapp mitgeteilt, sie und meine andere Freundin sollen sich doch bitte auf den Weg machen. Was ich nicht mitbekommen habe, die beiden scherzten wohl, dass es vermutlich doch wieder nur ein Fehlalarm ist und das Baby vermutlich in meinem Bauch die Volljährigkeit feiert.

Um ca. 3 Uhr sind sie dann auch bei mir aufgetaucht, ich habe ihnen die Türe geöffnet und musste auch prompt in der Türe eine Wehe veratmen. Es tat mir gut, wenn ich bei jeder Wehe leicht mitgeschoben habe und das tat ich auch die ganze Zeit über. Wir standen im Wohnzimmer, es war abgedunkelt, ein Stuhl stand recht mittig und ich stand an der Rückenlehne. Meine zwei Freundinnen und mein Mann waren mit mir im Raum. Eine Freundin machte sich einen Kaffee und ich wollte auch einen. Es war ja früh und ich mag halt Kaffee, anscheinend auch in der Eröffnungsphase. Also stand ich da und zwischen den Wehen habe ich einen Schluck Kaffee genommen. Um 4:30 Uhr merkte ich dann, dass es wohl knapp wird mit dem Kaffee und hab ihn recht zügig getrunken. Ich habe meine Freundinnen gesagt, dass es nun recht gut wäre, die Plane und die Decken auf den Boden zu legen. Meine Beine fühlten sich an wie Wackelpudding und ich wusste, dass ich nicht mehr lange stehen konnte. Um 4:40 Uhr lag ich also mit dem Oberkörper auf dem Stuhl so, dass meine Position kniend war und unten rum nackt. Mein Gefühl sagte mir pressen und ich konnte auch nicht mehr anders als diesem Gefühl nachzugeben. Um 5:10 Uhr begann ich also zu pressen. Mein Mann hat gebetet und meine Freundinnen hielt den Rest meiner Freunde auf dem Laufenden. Während der ganzen Zeit wollte ich nicht angefasst werden und gab das auch lautstark zu verstehen, als mir mein Mann die Hand halten wollte. Ich presste und spürte wie sich mein Baby bewegte und teilte auch den anderen mit, dass alles ok ist. Ich fühlte, wie der Kopf tiefer trat und dachte der Kopf kommt nun gleich. Nach einigen Malen Pressen wunderte ich mich, wo der Kopf bleibt. Aber dann kurz drauf spürte ich, wie der Kopf seinen Weg fand, regelrecht wie ich mich dehnte, das nahm ich ganz bewusst war. Eine Flüssigkeit tropfte aus meiner Scheide, es roch nach Baby, da musste dann die Fruchtblase nachgegeben haben. Ich presste weiter. Dann meinte meine Freundin: „Ich seh den Kopf, da ist die Hand davor, macht das was!?“. Ich sagte energisch: „Nein!“ (Was soll das auch machen, wenn beides schon fast draußen war, so mein Gedanke). Meine Freundin: „S., der Kopf ist ……….“

Noch bevor meine Freundin den Satz beenden konnte, musste  sie meine Tochter auffangen. Sie ist felsenfest davon überzeugt, meine Tochter wäre sonst wie eine Rakete durch die Wand in die Wohnung unseres Nachbarn geschossen. Um 5:45 Uhr wurde meine Tochter mit der Hand am Kopf geboren, 53cm und 3960 gr., wie später festgestellt wurde.

Sie hatte keine Probleme, hat sofort geatmet und geweint. Nach einiger Zeit auch an der Brust getrunken. Eine absolut entspannte Geburt, in der ich lernte mir zu vertrauen und loszulassen. Wir haben dann erst mal unser neues Familienmitglied ausgiebig begrüßt und auch meine zwei großen Kinder kamen dazu. Eine halbe Stunde später kam dann auch die Plazenta ohne Probleme. Die Blutungen blieben gering. Laut Kinderarzt hatte sie kaum Übertragungszeichen. Die Zeugung war definitiv so wie angegeben, zufällig war ich kurz nach dem Eisprung beim Ultraschall und man sah noch den Gelbkörper und genau in diesem Zyklus wurde ich schwanger.

So viel zur Wehenschwäche und ja, es gibt diese Geburtsblase tatsächlich. So bewusst hatte ich keine andere Geburt zuvor erlebt.

 

Alleingeburt beim ersten Kind: „Ich mach einfach mal.“

Ihr Lieben, dieser Geburtsbericht stammt von Linda Stegmann, die uns von ihrer Alleingeburt bei ihrem ersten Kind berichtet. Sehr ehrlich, sehr kraftvoll. Von ihr gibt es auch zwei E-Books. Aber dazu lasse ich sie selbst erzählen. Viel Spaß beim Lesen! 🙂

Wie fange ich an? In den letzten Wochen haben Oscar und ich so viele inspirierende und bewegende Geburtsberichte gelesen, als wir das E-Book „Von uns für dich“ zusammengestellt haben, sodass ich mich nun frage: Wie möchte ich meinen Geburtsbericht eigentlich schreiben? Witzig? Bewegend? Sehr detailliert oder eher nur das Gefühl?

Was mir unter anderem erst nach der Geburt bewusst geworden ist und woran ich immer mal wieder denken muss, ist der Tag VOR der Geburt.

Es ist der 2. April 2016 und ich weiß noch, dass Oscar und ich spazieren waren. Mir ging es, wie die meiste Zeit meiner Schwangerschaft sehr gut und ich genoss den Gang – wir gingen sooo viel spazieren, das war so schön!
Was mir in Erinnerung geblieben ist, ist, dass ich sehr bewusst und im Hier und Jetzt war. Alles war leicht und „klar“. Ich war dort, wo ich gerade war: Bei den Bäumen, der Frühlingssonne und meinem Körper. Ich hatte keine Vorahnung, dass es morgen soweit sein könnte, aber wenn ich eben jetzt zurückdenke, war es wirklich ein sehr schöner Tag, an dem ich mich sehr wohlfühlte, was sicher mit dem kleinen Wesen in mir zu tun hatte, dass beschlossen hatte, am nächsten Tag zu kommen.

Diese „Klarheit“ konnte ich natürlich gut gebrauchen und es wäre schön gewesen, wenn sie den ganzen nächsten Tag geblieben wäre, doch am Tag danach war auch mein Verstand wieder wacher, aber ich erzähle nun mal. 🙂

Am Morgen des 3. Aprils 2016 wachte ich, wie so oft in der Schwangerschaft, gegen 4 Uhr auf. Ich kochte mir einen Kamillentee, da ich so ein Drücken im Bauch spürte und dachte es sei eine Verstopfung (der ET war übrigens der 8. April). Komisch oder? Ich dachte immer, ich sei bewusst genug, um zu merken, wenn es losgeht, aber ich wollte es mir wohl irgendwie nicht eingestehen, denn selbst als es immer doller wurde und ich eine Ahnung bekam, sagte ich zu Oscar, als dieser so gegen 9 Uhr fragte, ob ich Wehen habe: „Vielleicht …“ mit eine zerknirschten Gesicht.

Ich hatte alles einfach auf mich zukommen lassen. Kein Frauenarztbesuch und auch kein Vorbereitungskurs, einfach nur meine persönlichen Vorbereitungen, die mir so kamen.
Es war eine wunderschöne Zeit! (In meinem E-Book „Haus- / Alleingeburt – Verstanden werden und mit Ängsten umgehen“ beschreibe ich genauer, was mir in der Schwangerschaft guttat.) Und nun kam einfach DER TAG. Es war soweit. 🙂

Langsam war klar, dass es losging. Vor allem, als ich mich etwas später, so gegen 10 Uhr wohl, bei jeder Wehe anlehnen musste. Alles klar! Dann mal an den Plan! Oscar machte sich also an die Vorbereitungen und baute alles so auf, wie ich es mir vorher aus- und wirklich aufgemalt hatte. Er baute den Pool auf und ging auch noch einmal etwas zu Essen einkaufen.

Ich erinnere mich nicht so genau an den Vormittag, nur dass ich plötzlich etwas gestresst wurde, da ich ein Skype-Gespräch und ein Interview für den Tag geplant hatte und ich dachte an diese Verabredungen, die ich jetzt nicht einhalten konnte. Ich saß da also auf dem Sofa und war wirklich in den Wehen! 😀 Unglaublich!

Ja, nach was war uns? Das Wasser lief in den Geburtspool und wir kuschelten uns mit Eckhart Tolles „JETZT! Die Kraft der Gegenwart“ aufs Sofa. Noch war liegen wohl okay und Oscar las laut vor, während ich die Wehen veratmete. „Lies du nur weiter, ich muss einfach zwischendurch tief atmen, damit es nicht wehtut.“ Waren glaube ich meine Worte. Ich machte echt einfach so drauf los! 😀
Ich weiß den Abstand nicht und ich dachte auch nicht daran, dass es wichtig sein könnte, das zu kontrollieren. Es kam mir aber schon ziemlich schnell hintereinander vor.

Irgendwann wechselte ich in den Pool und blieb dort eine ganze Weile alleine für mich. Ich döste vor mich hin. Die Wehen hatten sich wohl wieder etwas beruhigt oder ich war einfach tiefenentspannt. Ich kann nicht sagen, wie lange ich dort lag. Irgendwann sagte Oscar, der die ganze Zeit auf dem Sofa saß: „Das dauert aber lange.“ Ich bekam tatsächlich ein schlechtes Gewissen ihm gegenüber, da er da nur saß und „nichts geschah“. Das brachte mich irgendwie raus. Schade, denn jetzt kann ich sagen, dass das einer der schönsten Momente in den Wehen war.

Nach einer Zeit, ich weiß nicht mehr wie lange oder was genau geschah, kam Oscar dann zu mir in den Pool. Die Wellen wurden nun stärker und ich erinnerte mich an das Tönen. Ich lag in Oscars Armen und ließ mich wirklich gehen. Ich tönte das O, das I, das E, das U… (Jede Welle hatte ihren eigenen Ton, mit welchem sie transzendiert wurde, das E ist mir als besonders helfend in Erinnerung geblieben). Diese Phase erinnere ich als sehr kraftvoll, loslassend und vertrauend.

Zwischendurch wurde ich sehr emotional. Es dauerte schon eine Weile und die Wehen wurden immer stärker. Ich hatte in der Schwangerschaft so viele schöne, kraftvolle, schmerzfreie, geduldige, inspirierende Alleingeburtsgeschichten gelesen, dass ich es mir irgendwie nicht erlaubte „schwach“ zu sein. Ich wollte, wie diese Frauen, einfach in Präsenz, in Hingabe und schmerzfrei gebären, doch nun ließ ich los. Ich erzählte auch Oscar, der noch mit mir im Pool war, davon und auch er ermutigte mich, meine Emotionen zuzulassen, sodass ich losweinte. Es tat gut, dass er da war und zuhörte.
Er fühlte dann irgendwann meinen Muttermund. „Doch, du öffnest dich!“ Auch ich fühlte mit meinen Fingern und tatsächlich: Ich war dort sehr offen. Ich versuchte mit meinen Fingern zu messen, ca. 7 Zentimeter, glaubte ich… Beim Fühlen, dass sich mein Muttermund sich öffnete, fasste ich neuen Mut.

Als es irgendwann ziemlich in meinem unteren Rücken zog, bat ich Oscar, mich dort mit einem warmen Lappen zu massieren. Er war mir wirklich ein treuer Helfer und tat es genau dort, wo ich es wollte und in der Art und Weise wie es sehr gut tat und mich entspannte. (Ich nahm außerdem die Bachblüte Oak, wie in “The Birthkeepers” empfohlen).

Später wollte ich dann wieder alleine im Pool sein. Es wurde nun alles ziemlich intensiv und ich brauchte komplette Ruhe.

Es wurde immer schwerer, präsent und entspannt zu bleiben und als die letzen Öffnungswehen kamen, war ich dann doch total mit meinen Gedanken identifiziert.
Großer Widerstand baute sich in mir auf: “Ich will nicht mehr!”, “Wie lange noch!”, “Es tut so weh!”, “Oh nein, gleich kommt wieder eine Wehe …!”

Ich stand im Pool, meine Hände am Rand festgekrallt und schrie meinen ganzen Schmerz aus mir heraus.

Ich konnte wirklich sehen wie die Gedanken und mein Widerstand die Schmerzen noch stärker oder überhaupt erst zu Schmerzen werden ließen und konnte lange Zeit nicht loslassen.

Auch dachte ich an die Nachbarn und an alle möglichen Sachen. Ich war wirklich in meinem Kopf und der wollte einfach nicht, was dort passierte. Die Ungewissheit und dieses scheinbare „Gefangen sein“ in dieser Situation machte es mir eine Zeit lang sehr schwer, mich auf mich, meinen Körper und vor allem auf mein Baby zu konzentrieren. Ich hatte auch Angst vor dem, was da passierte.

Ich habe keine Ahnung, wie lange diese Phase dauerte, vielleicht 1-2 Stunden? Oscar hatte ich weggerufen. Ich musste einfach für mich sein. Er setzte sich also auf das Sofa und machte nichts mehr.

Es schüttelte mich am ganzen Körper. Doch ich atmete weiter, mit den Worten “Ich bin offen.” in meinem Kopf wiederholend, runter zu meinem Muttermund. Das half mir wirklich sehr.

„Ich bin offen.“ „Ich bin offen.“ „Ich bin offen.“ Ich ließ es weiter einfach geschehen. Was hatte ich für eine andere Wahl? Ich konnte niemanden rufen. Das würde alles nur verschlimmern. Hier musste ich alleine durch. Nur so würde es gehen. Irgendwann ging ich auf die Knie (ich kann mich nicht mehr daran erinnern, es kam einfach über mich). Ich stütze mich mit den Ellenbogen ab und nun ENDLICH, ging ich den Schritt und fühlte meine Hände. Ich tat es einfach. Egal, was da alles in meinem Kopf los war. Bei jedem Angstgedanken, der kam, ging ich mit meiner Aufmerksamkeit wieder in meine Hände und fühlte ihr Energiefeld. Die Alternative wollte ich nicht mehr.

Während ich dort im Wasser kniete, hatte ich immer noch Angst. Ich hatte Angst davor, dass der Kopf rauskommt, dass er nicht durchpasst und ich reiße. Hier half es mir auch, immer wieder in meinem Kopf zu wiederholen: Mein Körper ist dazu gemacht, ein Kind zu gebären.

Auch kam das Resignationsgefühl, ein Anflug von Depression auf, die mich in meinem Leben oft und zeitweise sehr stark begleitet hatten. Ich hatte Angst vor der bevorstehenden Veränderung in meinem Leben. Ich musste mich für das Hier und Jetzt entscheiden, um nicht weiter zu leiden und das tat ich. Ich sagte also JA zum Leben. Bei jeder Wehe hauchte ich nun also: “Ja! Ja! Ja!”

Das brachte mich aus meinen Gedanken raus und die Affirmation ließ mich ebenfalls lebensbejahend fühlen. Ich wollte einfach raus aus meinem Kopf, ich musste! Bald darauf (ich weiß nicht, wie lange es dauerte, das Gefühl von Zeit hatte ich nicht mehr), flutschte dann der Kopf raus! Dies holte mich schlagartig aus meinen Entspannungszustand oder Trance heraus und ich stand auf. „Oscar hilf mir!“ kam aus meinem Mund, ohne, dass ich an sich Hilfe benötigt hätte. Ich war einfach sehr erschrocken und wollte ihn nun rufen, da ja der Kopf nun tatsächlich draußen war! 🙂

Oscar hatte die ganze Zeit in eine Decke gewickelt auf dem Sofa gesessen und war eingenickt. Nun schreckte er hoch und dachte natürlich, dass ich Hilfe brauchte und versuchte den Kleinen dann irgendwann leicht herauszuziehen, was sich gar nicht richtig anfühlte, worauf er es ließ. Ich wollte ja im Wasser gebären, also hockte ich mich wieder in das Wasser. „Nein!“ sagte Oscar „Der Kopf ist doch schon draußen.“ Er dachte, der Kleine würde ertrinken. Tief in mir wusste ich eigentlich, dass das nicht sein kann, aber auch ich fühlte mich in der Hocke und mit dem Kindskopf dort unter Wasser unwohl und stellte mich wieder hin.
Nun stand ich da und irgendwie presste ich dann etwas. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern. Auf jeden Fall, fiel unser Kleiner kurze Zeit später „platsch“ in den Pool. Ich hatte nicht ein Mal daran gedacht, meine Hände davor zu halten, um ihn zu fangen. Im Nachhinein habe ich mir dafür manchmal Vorwürfe gemacht, aber so war es nun mal in dem Moment.

Ich holte ihn aus dem Wasser heraus und schaute ihn an. Er hatte die Augen zu, sah aber etwas  „gepresst“ aus. Oscar sagte: “Er hat die Nabelschnur um den Hals“. Oh ja! Sie war ziemlich fest und zweimal herumgewickelt. Ich wickelte sie schnell ab, woraufhin der Kleine sofort ganz tief Luft holte und losschrie. Ich nahm ihn an meine Brust und hielt in nah an mich. Es dauerte nicht lange bis er sich beruhigte, seine Augen öffnete und mich ansah …

Ich liebe diesen Gedanken daran! 🙂 Wow, was für ein Blick! Unbeschreiblich… Er röchelte etwas, also saugte ich – wie ich es in einer der Geburtsgeschichten in „The Birthkeepers“ gelesen hatte, ein bisschen an seinem Mund, falls dort etwas Schleim drin war, doch es war alles ok. Es war mittlerweile dunkel geworden. Ich weiß nicht, wie spät es war, doch Oscar meinte später, es muss so zwischen 21 und 22 Uhr sein.

Ich wollte schnell aus dem Pool. Das Wasser war schon kalt und voller Blut. Der Versuch, mich mit dem Kleinen aufs Sofa zu setzen scheiterte kläglich, da ich mit der Plazenta noch in mir, nicht sitzen konnte. Also wieder hinstellen, den Kleinen auf dem Arm und die Plazenta rauskommen lassen. Oscar schien dies notwendiger als mir, ich wusste, dass sie schon irgendwann kommen würde, aber er machte sich da in dem Moment mehr Sorgen, wie sie nun herauskommt. Ein kleines bisschen Pressen und sie flutschte heraus (in die Schale, in der wie sie dann auch die nächsten vier Tage aufbewarten).

Nun endlich konnten wir aufs Sofa und der Kleine uns ganz genau anschauen. Er war in meinem Arm, zwischen uns und schaute von einem zum anderen. „Ja, hallo, wir beide begleiten dich nun eine ganze Weile.“ 🙂

Kurze Zeit später stillte ich ihn das erste Mal. Unser Sohn war geboren und wir konnten ihn bei Kerzenlicht, in Ruhe, geborgen bei uns zu Hause begrüßen, sowie er uns.

Lotusgeburt und Babymoon

Wir schnitten die Nabelschnur nicht ab, weder nach der Geburt, noch als sie aufhörte zu pulsieren. Sie blieb dran, bis sie am vierten Tag nach der Geburt von alleine abfiel. Es war wirklich wundervoll, als ich aufwachte und sah, dass sie abgefallen und unser Sohn uns nun endlich vollkommen “gegeben” war. Wir begruben sie ein enTag später hinten im Garten und pflanzten einen Baum darauf.
Es war alles sehr emotional, wie viele der ersten Schritte mit unserem Kleinen zusammen in unserem ein Monat andauernden „Babymoon“ zu dritt, für den ich von Herzen dankbar bin. So viel Nähe, Kennenlernen, unbeschreibliche Gefühle der Liebe und des Seins, die dort ihren Raum und Zeit bekamen.

Die Alleingeburt war genau das Richtige für mich, da bei dieser Geburt unter keinen Umständen, Störungen von außen hilfreich gewesen wären. Ich habe in einem Moment während der Geburt als ich so mit mir gekämpft habe, gedacht, dass es angenehm wäre, eine weibliche Energie dabeizuhaben, aber Menschen, die in irgendeiner Weise etwas kontrollieren müssen oder wollen und ihre Sorgen und „Verantwortung“ mitbringen, hätten die Situation eher „verkompliziert“.

In keinem Fall sage ich, dass die Alleingeburt für jede Frau das Richtige ist, jedoch möchte ich zeigen, wie „normal“ Geburt an sich und wie einzigatig sie jedes Mal ist. Ich möchte die Frauen dazu ermutigen, hinzufühlen, wo, wie und mit wem an ihrer Seite sie gebären möchten.
Ich bin sehr froh, dass nur wir da waren, als Finn rauskam und keiner, der anschließend irgendwelche Tests machen musste oder ähnliches. So konnten wir mit der Situation umgehen und ihn so willkommen heißen, wie wir sind und genau das machen, was wir fühlten.

Etwas mehr als ein halbes Jahr nach der Geburt fing ich an, mein E-Book über meine Schwangerschaft zu schreiben, das Schwangeren, die sich eine Haus- oder Alleingeburt wünschen nun ermutigen soll, in der Schwangerschaft „bei sich“ zu bleiben, zu wissen, wie sie sich vorbereiten und mit Ängsten umgehen können.

Mir hat es in der Schwangerschaft sehr geholfen, Geburtsgeschichten von anderen zu lesen, um mich einzustimmen, in das Vertrauen zu gehen, dass ich in der Lage bin, es zu tun und einfach, um zu fühlen, dass ich nicht alleine bin.
Deswegen gibt es nun ein E-Book dazu, in welchem 10 Frauen wunderbar, tief berührend, lustig und mitreißend von ihren Haus- und Alleingeburten berichten.

Hier kannst du dir beide Bücher anschauen.

Alles Liebe, Linda