Selbstbestimmte Geburt nach 3 KAISERSCHNITTEN (VBA3C)

Eine natürliche Geburt nach drei Kaiserschnitten? Die Mutter im folgenden Bericht hat diesen Traum für sich wahr machen können – mit einer geduldigen Begleitung im ausgewählten Krankenhaus und vor allem mit ganz viel Gottvertrauen.

Gott ist mit mir/uns einen sehr interessanten Weg gegangen mit den Geburten. Die erste Geburt war als Hausgeburt geplant gewesen und wurde zu einem Notkaiserschnitt wegen Präeklampsie. Vorher konnte ich nicht glauben, dass Gott auch in einer Geburt im Krankenhaus wirken kann, aber Er hat mich eines Besseren belehrt! Bei der nächsten Geburt suchten wir nach einer Möglichkeit, normal zu entbinden, aber es schien keinen Weg zu geben und wir erlebten trotz allem Gottes Führung. Bei der dritten fiel es mir schon sehr schwer, zu glauben, dass Gott eine normale Geburt schenken könnte, ich hatte mich schon fast an die Kaiserschnitte gewöhnt. (Ich liebe es, wenn sich Dinge wiederholen und fühle mich dann gut aufgehoben und sicher). Aber Gott hat weiter an meinem Herzen gearbeitet. Bei der Fehlgeburt 2019 in der 17. SSW erlebte ich Gottes Nähe auf besondere Art und durfte sozusagen eine ‚Hausgeburt‘ erleben und zum ersten Mal leichte Wehen erfahren. Irgendwie war das ein Wendepunkt, und dann war die Art der Geburt plötzlich nicht mehr wichtig für mich, sondern es wurde vorrangig, Gottes Wege zu gehen, auf seine Stimme zu hören und Ihm zu vertrauen, dass Er alles am besten weiß.
Und so konnte ich mit ganz viel Offenheit der Geburt von Benaya entgegensehen und wissen, dass alles möglich ist, sowohl eine normale Geburt, als auch ein Kaiserschnitt, und dass Gott der sein wird, der alles gut lenkt.

Am Dienstag, 16.6.2020 bin ich vier Tage über dem Termin. Die letzten zwei Ultraschallmessungen haben etwas wenig Fruchtwasser ergeben, ansonsten alles bestens (5,9 am 13.6. und 8 am 15.6. bei verschiedenen Ärzten). Tagsüber habe ich leichte Wehen und kurz vor Mitternacht einen Blasensprung mit klarem Fruchtwasser (wahrscheinlich die Blase vor dem Kopf). Danach setzen sofort stärkere Wehen ein, alle 3-4 min, Muttermund ist weich und auf 1,5 cm. Bei den Wehen kommt immer wieder mal ein Schwall Fruchtwasser mit, diesmal leicht grünlich (wahrscheinlich hat das Baby zu einem früheren Zeitpunkt Mekonium abgesetzt und nun wird das bei den Wehen sichtbar). Wegen dem grünlichen Fruchtwasser und den regelmäßigen Wehen, beschließen wir, in die Klinik zu fahren, bevor der Berufsverkehr richtig startet. In der Klinik ist das CTG gut, die Entzündungswerte leicht erhöht. Der Arzt klärt uns über die Risiken auf und empfiehlt eine Einleitung mit Ballonkatheter und evtl. Oxytocin. Wir lehnen ab und einigen uns auf CTG Kontrollen zweimal täglich und Blutkontrolle täglich. Wir dürfen ein Familienzimmer beziehen (wie ein Hotelzimmer, mit normalem Doppelbett, Vollpension und wegen Corona sogar Zimmerservice) und den sonnigen Tag im Park genießen. Die Wehen sind nur noch schwach, Fruchtwasser wird immer klarer, Entzündungswerte sinken.

Am nächsten Tag (Donnerstag) beginnen erst am Nachmittag wieder Wehen, die abends und nachts relativ stark werden. Abends setzt das Baby nochmals frisch Mekonium ab, bei den Wehen geht es ganz schwarz ab. CTG und Blutwerte sind gut, daher kein Antibiotika und keine Intervention notwenig (obwohl es der Arzt jeden Tag anbietet/empfiehlt). In der Nacht packt mich einmal die Angst ganz stark und ich bilde mir ein, dass das Baby nicht mehr lebt. Mein Mann ermutigt mich und es stellt sich heraus, dass das Baby einfach trotz Wehen selig geschlafen hat. Gegen Morgen ist mein Muttermund bei 3-4cm, die Wehen schwächen wieder ab und kommen erst nach 24 Stunden wieder zurück. In der Zeit ohne Wehen trinke ich viel und das Fruchtwasser wird wieder klarer.

Wir haben einen schönen Freitag und eine sehr erholsame Nacht. Nach dieser Angst-Attacke brauche ich dringend Ermutigung von Gott und Er schenkt sie mir in Form von zwei Geschichten: Petrus, der auf dem Wasser läuft und ins Zweifeln gerät, als er auf die Wellen schaut, obwohl er unter seinen Füßen gerade ein Wunder erlebt. In dem Moment war es ihm keine Hilfe, auf seine Erfahrung zu schauen! Und die Geschichte von Joschafat (2. Chr. 20), der in seiner Angst Gott suchte. Und Gott sprach zu ihm (durch einen Propheten aus einer Benayah-Linie 😁): Fürchte dich nicht, verzage nicht! Nicht ihr werdet kämpfen sondern Ich. Ihr müsst nur hintreten, stehen und zusehen, wie Ich helfe. Diese Ermutigung hält bei mir bis heute an!

Am Samstag beginnen die Wehen am Nachmittag wieder. Meine Schwiegermama und die Kinder besuchen uns, ich muss öfters mal die Augen schließen und innehalten, um die Wehen zu verarbeiten. Gegen 20:00 werden die Wehen intensiver und ab 22:30 brauche ich Hilfe von meinem Mann, weil ich bei den Wehen starke Schmerzen im Kreuzbein habe. Ich muss erbrechen (war auch in den Tagen vorher bei stärkeren Wehen der Fall) und um Mitternacht gehen wir zum Kreißsaal. Dort wird 1,5 Stunden ein CTG geschrieben, danach fragt die Hebamme, ob wir ins Zimmer zurück wollen oder im Kreißsaal bleiben wollen. Ich empfinde die Wehen als sehr intensiv und überwältigend, so habe ich es mir bei 8-9 cm vorgestellt. Deshalb will ich im Kreißsaal bleiben. Es ist 01:30, wir müssen in einen anderen Kreißsaal wechseln, der vorbereitet ist, mein Mann holt ein paar Sachen aus dem Zimmer. In der Zeit habe ich zwei Wehen, die ohne seine Unterstützung schwer auszuhalten sind. Die Hebamme schlägt mir eine andere Position vor, damit sich meine Beine entspannen können, aber als ich es versuche, sind die Wehen noch schlechter auszuhalten, weil der Druck auf dem Kreuzbein so stark ist. Dann soll ich mich aufs Bett legen, damit sie sehen kann, wie weit der Muttermund ist. Gerade, als sie mir das schöne Ergebnis mitteilen will, rollt wieder eine Wehe an, die im Liegen fast nicht zu ertragen ist. Mein Mann ist wieder zurück und als ich wieder aufnahmefähig bin, teilt sie uns voller Freude mit, dass ich auf 5-6 cm bin. Ich bin total enttäuscht! Sie will noch erklären, dass der Muttermund sehr verkrampft ist und ich bei der nächsten Wehe versuchen soll, auf alle Vier zu gehen, um den Druck vom Kopf etwas wegzukriegen. Bevor sie ausgeredet hat, rollt die nächste Wehe an, in der ich ziemlich Panik schiebe. Ich versuche, mitten in der Wehe der Anweisung der Hebamme zu folgen und mich umzudrehen, gleichzeitig muss ich ein paarmal total pressen und habe eine Riesenangst, dass der Muttermund reißt, weil er doch noch nicht offen ist. Ich sage der Hebamme, dass ich pressen muss und geistesgegenwärtig kontrolliert sie den Muttermund gleich nochmal – er ist ganz verstrichen! Da kommt auch schon die nächste Wehe und ich darf das Baby rauspressen, was für eine Erleichterung! Ich finde eine super Position auf den Knien oder in der Hocke (weiß ich gar nicht mehr) und kann das Baby ganz sanft mit meiner Hand nach draußen begleiten. Die Hebamme bitte ich, keinen Dammschutz zu machen, weil ich das als unangenehm empfinde und es mich nur ablenkt. Diese zwei Minuten, wo ich das Baby rauslotsen kann, sind wunderschön! Das ganze Baby kommt problemlos nach draußen und ich sehe sofort – es ist ein kleiner Benny! Hallelujah!

Was für ein Wunder – vom 5-6cm offenen Muttermund bis das Baby da war geschah in fünf Minuten! Wenn da nicht die Gebete der letzten fünf Tage gebündelt erhört wurden!
Die Plazenta ist auch neun Tage nach dem Termin ohne Verkalkungen, ich habe zwei unkomplizierte Risse bei den Schamlippen, die ohne Nähen problemlos verheilen. Benny ist von Anfang an quitschfidel, ohne Atemprobleme (das könnte eine Komplikation sein, wenn Babys im Bauch Mekonium absetzen), APGAR 10/10/10. Er ist auch ganz sauber, ohne Käsesschmiere, keine Spur von Mekonium, einfach schön durchgewaschen von den fünf Tagen im Fruchtwasser-Fluss.
Den ganzen Sonntag ruhen wir als Familie aus und am Montag um 10:00 dürfen wir nach Hause gehen!

Am Tag der Entlassung habe ich den Arzt am Gang getroffen und mich für seine Geduld mit uns bedankt. Er meinte, von den fünf Geburten in dieser Nacht war unsere Geburt die ‚normale‘, alle anderen waren kompliziert!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.