Alleingeburt beim 5. Kind – Den Segen zuhause empfangen

Diese Mama bekommt ihr 5. Kind – und entscheidet sich für eine Geburt in Eigenregie und im Vertrauen auf Gott. Wie sie die Geburt nach vier Krankenhausgeburten erlebt hat, schildert sie im folgenden Bericht.

Die Gedanken an eine Haus- bzw. Alleingeburt kamen erst in der fünften Schwangerschaft. Zum fünften Mal schwanger … Zum fünften Mal das Privileg zu haben, ein Leben in sich zu tragen und diesem kleinen Wesen auf die Welt zu verhelfen. Großartig! Danke …

Die Schwangerschaft verlief komplikationslos bis auf die gut ertragbare Übelkeit am Anfang, die ja meistens dazugehört. Habe viel über Geburt nachgedacht, die vergangenen vier nochmal im Kopf abgespielt und analysiert. Nein, ich möchte diesmal MEINE Geburt haben. Habe viele Berichte über Alleingeburten und natürlich das Buch von Sarah „Alleingeburt“ gelesen. An dieser Stelle muss ich sagen, das hat mir viel Mut und Positivität gegeben. Unterstützung meines Mannes in dieser Frage bekam ich auch. Schön!

Zuerst dachten wir an eine Hebamme als Unterstützung, bekamen aber keine, da diese schon längst ausgebucht waren. So kam die Entscheidung: mit Vertrauen auf Gott und Vorbereitung unsererseits wollen wir es zuhause passieren lassen … 😊

Obwohl ich gehofft und es mir gewünscht habe, das Baby vor dem errechneten Termin zu bekommen, kam es dennoch nicht dazu. (Bei anderen vier Kinder war ich auch über ET). Baby weiß besser, beruhigt ich mich immer wieder. Die Versuchung etwas den Prozess zu beschleunigen kam. Doch ich gab nicht nach. Als der errechnete Termin kam und das Baby immer noch auf sich warten ließ, dachte ich „okay“.

ET + 3 morgens früh: alles ruhig, nicht mal Senkwehen. Dann geht es heute ab, shoppen! Gesagt – getan. Etwas erschöpft zuhause angekommen: alles ruhig bis auf die sanften Babybewegungen, die mir verraten, dass es dem Baby gut geht.

Abends beteten wir, dass es bitte bald kommen soll. Um 4 Uhr morgens weckte ich meinen Mann mit Worten: „Das Baby ist unterwegs“. Er fragte nur, wie ich das meine. Ich hoffte sehr, dass es ernst ist, denn „die Wehen“ kamen in 7-8 min Abstand. Wehen kann ich dazu nicht sagen, weil es noch alles so entspannt war. Mein Mann kam runter und machte sich ein Kaffee, er fragte mich, ob wir zuhause bleiben. Ja, war meine Antwort. Ich ging noch in die Badewanne, um noch etwas zu entspannen. Leider ließ es sich schlecht im kalten Wasser entspannen (Die Zeitschaltuhr war so eingestellt, dass es nachts kein heißes Wasser gab). Mein Mann hat schnell heißes Wasser organisiert. Ich blieb aber nur kurz drin, es war mir zu wenig Platz, ich wollte mich bewegen. Wieder im Wohnzimmer angekommen, legte ich mich hin und bin eingenickt. Wehen? Oh nein! Keine Wehen mehr. Fehlalarm. Tut mir leid, Schatz, hab dich umsonst geweckt.

6 Uhr morgens. Oh, Wehe! Und die muss ich veratmen, arbeite richtig mit. Wir beten um Segen für die bevorstehende Geburt. Trotzdem kreisen Gedanken in meinem Kopf, dass es noch nicht ernst ist. Alle Kinder schlafen. Abstände zwischen den Wehen zähle ich nicht mehr, ich bewege mich viel. So fühlt es sich alles richtig an. Keine Hektik, keine Fremden in der Nähe, keine unangenehmen Eingriffe in so einen intimen Prozess. Aber irgendwie alles viel zu entspannt. Ob es am Lavendel-Öl liegt, den ich vom Tuch immer wieder einatme? Es muss doch viel intensiver sein, ich zweifle weiter. Ich kläre meinen Mann über die Übergangsphase auf. Dass diese kommen muss und was alles auf ihn zukommen kann. Registriert! Super, jetzt ist er vorgewarnt, denke ich. Er sagt nur, dass es schon ernst ist und nicht mehr aufhören wird.

Wir nehmen „die Geburtskiste“ und verlagern uns ins andere Zimmer, wo man die Tür abschließen kann. Für den Fall, wenn Kinder wach werden. Haben nämlich offenes Wohnzimmer.

Ab jetzt wird es auch für mich ernst. 7 Uhr morgens: der Jüngste wird wach, er ist ein Frühaufsteher. Mein Mann geht aus dem Zimmer, er telefoniert, organisiert schnelle Kinderbetreuung. Das klappt, seine Schwester kommt. Mir ist es recht, dass ich allein bin. Die Wehen sind jetzt intensiv, ich bete und weine zwischendurch. Wie lange soll das noch gehen? Ich weiß ja gar nicht, wie weit ich bin. Wenn ich das nur wüsste … Ich frage meinen Mann, wie lange noch?! Er sagt immer wieder: „Alles wird gut“.

Ich befinde mich mitten in der Übergangsphase und kapiere es nicht. Ich denke, es muss noch schmerzhafter sein, so kenne ich das von den anderen Geburten im Krankenhaus.

Ich frage Gott: „Was soll ich machen? Ich weiß nicht mehr weiter!“. Mein Mann ist bei mir, er betet auch.

Langsam merke ich, dass ich pressen muss. Wie, jetzt schon??? Ja, jetzt! Soll ich mich freuen? Ich stehe da und bin voll konzentriert darauf was als nächstes kommt. Eine Wehe, ich schiebe mit. Jetzt tut es auch nicht mehr weh, ich warte nur auf die nächste Wehe. Mitschieben … der Kopf zeigt sich, rutscht aber zurück. Das fühlt sich aber in dem Moment richtig an. Nächste Wehe: halber Kopf ist geboren. Dann der ganze Kopf. Mein Mann feuert mich an und sagt: „Weiter, weiter!“ Ich aber mache Pause und warte auf die nächste Wehe. So bewusst habe ich die Austreibungsphase noch nie erlebt. Ich wusste nie, wann ich pressen soll bei anderen Geburten. Mein Körper und das Baby arbeiten zusammen und machen alles richtig. Die Wehe kommt, Schulter kommt raus und das ganze Baby hinterher. Mein Mann fängt es meisterhaft auf. Es ist ein Mädchen (später gewogen: 4570 g). Sie schreit. Er gibt sie mir und reicht mir ein Handtuch. 7 Uhr 49. Schon geschafft? Kaum zu glauben, sie ist da! Unser großes, kleines Wunder ist geboren. Mein HERR, wie groß bist DU! Später beten wir, danken Gott und segnen unser Kind. Ich bin mir sicher, sie wird uns ein Segen sein, genauso wie auch unsere anderen Kinder.

Etwas später werden Geschwister geweckt, alle begrüßen das neue Familienmitglied.

Happy …

Ein Gedanke zu „Alleingeburt beim 5. Kind – Den Segen zuhause empfangen“

  1. Ach, wie schön, da kommen mir glatt die Tränen! Ob das an den Schwangershaftshormonen liegt (bin in der 36. SSW)? 😉 Ich freue mich sehr für dich, dass du so eine wunderschöne Geburt erleben durftest, und so einen Segen noch dazu! Alles Gute für dich und deine Familie!

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