„Ich wollte ehrlich gesagt keine weitere Geburt“ – Heilsame Alleingeburt beim zweiten Kind

Die Mama im folgenden Bericht bekam ihr erstes Kind im Krankenhaus. Sie war mit dem Erlebnis nicht zufrieden und entschied sich beim zweiten Kind für eine Geburt in Eigenregie. 

Nachdem ich meinen ersten Sohn im Krankenhaus entbunden habe, wollte ich ehrlich gesagt keine weitere Geburt mehr erleben. Vor der Geburt meines Sohnes vor drei Jahren habe ich mich zwar mit Hypnobirthing und Alleingeburt befasst, aber die Alleingeburt habe ich etwas gescheut und das Hypnobirthing funktionierte während der Krankenhausgeburt nur bedingt. Ich kam bis zum Vorbereitungsraum und wurde dort dann von dem Krankenhauspersonal total bedrängt, weil ich nicht “nach ärztlichen Leitlinien“ entbinden wollte. Sprich, ich wollte nicht am CTG liegen oder einen Ultraschall machen, weshalb ich vom Personal massiv bedrängt und genötigt wurde, das doch zu tun. Ich war schon in der aktiven Geburtsphase und nach 2,5 Stunden kam mein Junge dann.
Das im Hinterkopf graute es mir vor einer erneuten Krankenhausgeburt. Einen Tag nach dem errechneten Entbindungstermin ging ich zur Kontrolle ins Krankenhaus. Festgestellt wurde, dass die Plazenta in Ordnung ist, ebenso das Fruchtwasser, Nabelschnur und Kindslage. Mit diesem Wissen ging ich ruhig nach Hause und machte keinen zusätzlichen Termin zum CTG. 7 Tage nach errechnetem Termin dachte ich, meine Kleine muss jetzt kommen und sie kam. Am Abend davor trank ich 1,5 l Himbeerblättertee. Ich ging schlafen, weil ich sehr müde war. Gegen Mitternacht wurde ich wach, weil ich aufs Klo musste. Mein Darm entleerte sich. Gegen 0.30 Uhr bekam ich leichte, periodenartige Schmerzen. Diese wurden immer stärker, ich lief herum, um sie zu verstärken. Als sie stärker wurden, veratmete ich sie über einem Pezziball und hörte dabei Hypnobirthing-Videos auf YouTube. Gegen 3 Uhr waren die Kontraktionen sehr stark. Ich hatte insgesamt drei Presswehen. Die erste schlug ich aus, in dem ich meinen Damm festhielt, weil ich Angst hatte der Kopf würde ihn mir sprengen. Bei der zweiten Presswehe ging ich in die Hocke ’squat‘ und der Kopf war da. Mit der dritten kam der Körper und ich fing die Kleine auf. Nach einem kurzen Verschnaufen ging ich zu meinem Mann und weckte ihn. Er kam zu mir ins Wohnzimmer und wir begrüßten die Kleine in Ruhe. Er wollte wissen, ob ich einen Notarzt brauche, aber das kam mir zu stressig vor.

 

Irgendwann nach circa einer Stunde kam die Plazenta in einem Schwung heraus und die Geburt war beendet. Wir nabelten die Kleine dann mit der Zeit ab, als wir wieder einen sauberen Zustand herstellen wollten. Die Schnur war längst auspulsiert und so schnitt mein Mann sie durch, nachdem er sie mit Zahnseide angebunden hatte.

Nachmittags, als alles dann entspannt war, ließ ich mich zur Kontrolle dann doch in die Klinik fahren, aber den Dammriss ersten Grades wollte der Arzt doch nicht nähen.

Insgesamt war diese Geburt eine schöne, heilsame Erfahrung. Meiner Kleinen geht’s super. Sie ist total ausgeglichen und das Stillen klappt diesmal auf Anhieb und ohne wunde Brustwarzen.

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