Heilsame Alleingeburt beim zweiten Kind

Die Mama im folgenden Bericht bekommt ihr zweites Kind. Bei der Geburt des ersten musste sie sich vom Krankenhaushauspersonal beschimpfen und bedrohen lassen, weil sie eigene Wünsche hatte. Das soll diesmal nicht passieren. 

Meine heilsame, kraftvolle und wunderschöne Alleingeburt am 06.02.19

Heute bin ich bei ET + 10. Es ist eine Hausgeburt geplant. Ob wir die Hebamme anrufen wollen, ist noch nicht sicher. Je nachdem was mir mein Gefühl während der Geburt sagen wird. Aber es ist geplant, dass wir eine Alleingeburt wollen. Insgeheim wünsche ich mir sehnlichst eine Alleingeburt und bitte Gott immer wieder darum, mir es zu ermöglichen. Andererseits habe ich Angst, vielleicht durch die traumatische Krankenhausgeburt, wo mir mit Polizei und Jugendamt gedroht wurde. Diesmal soll es anders, heilsam und ohne psychische Gewalt sein.

Morgens um 07.00 Uhr stehe ich auf und bin noch sehr angeschlagen und müde. Die Strapazen der letzten Tage, weil ich über Termin bin, haben Spuren hinterlassen. Ich habe keine Lust mehr. Die Hebamme hat mir wegen der Terminüberschreitung sehr viel Energie geraubt und ich fühlte mich von ihr unter Druck gesetzt.

Um 07.20 Uhr verlasse ich das Haus. Ich bin sehr geladen und will nur noch weinen, aber da ich unterwegs bin, unterdrücke ich es. Ich bitte Allah darum, dass meine Tochter heute auf die Welt kommen soll – und diesmal soll ich erhört werden. In der Stadt bummel ich und versuche mich abzulenken. Ich kaufe mir Datteln vom Markt, sollen ja gut sein für die Entbindung.

Es ist 08.30 Uhr. Ich habe periodenartige Unterleibsschmerzen. Ich messe dem keine Bedeutung bei, da ich das schon letzte Woche hatte, aber dass sich das heute in die Länge ziehen wird oder ich sogar heute entbinden werde, ahne ich noch nicht. Mein Mann ruft mich an und bittet mich nach Hause zu kommen, da meine Kleine sich irgendwie nicht beruhigt. Komisch, denke ich mir, sonst ist sie auch mal den ganzen Tag ohne mich. Anscheinend spürte sie es, dass ihre Schwester heute kommt.

Bis 10.00 Uhr bleibe ich noch in der Stadt und erledige ein paar Dinge. Irgendwann habe ich dann keine Kraft und Lust mehr und fahre nach Hause. Um 10.30 Uhr bin ich da, lege mich hin und stille meine Tochter. Meinem Mann erzähle ich von den Unterleibschmerzen, die ich jetzt schon seit zwei Stunden habe. Die Unterleibschmerzen sind nicht mehr andauernd, sondern kommen und gehen. Es ist unangenehm. Mein Mann gibt die Abstände in der App ein. Sie kommen ca. alle 5 Minuten und halten 30 bis 45 Sekunden an. Sie sind aber noch relativ unregelmäßig.

Um 11.00 Uhr lässt mein Mann die Badewanne ein und ich steige rein. Im Wasser werden die Wellen erträglicher und schwächer. Ich bin mir unsicher, ob es jetzt bald losgeht. Wir entscheiden uns, die Hebamme nicht anzurufen. Mein Mann lässt auf meine Bitte den Pool ein, denn ich befürchte, dass, wenn es losgeht, ich es nicht mehr rechtzeitig in den Pool schaffe. In der Wanne werden die Wellen dann doch heftiger. Eine Welle reißt mich sogar auf den Badewannenboden. Man, wie kraftvoll das war und ich habe den Drang, auf Toilette zu gehen und mein Darm zu entleeren, obwohl ich überhaupt keine Lust habe.

Um 12.00 Uhr steige ich in den Pool und es wird immer heftiger. Mein Mann ist mit der Kleinen beschäftigt, putzt und räumt auf. Er ahnt in keinster Weise, dass es jetzt losgeht und schätzt es auf abends. Ich bin die ganze Zeit im Vierfüßlerstand und vertöne die Wellen mit: „Ya Allah, ya Rab“. Ich habe irgendwann keine Kraft mehr und bin nur noch müde und will schlafen. (Dabei ahne ich nicht, dass ich schon in der Übergangsphase bin.) Ich bitte Gott darum, dass ich bitte nur schlafen will oder dass meine Kleine kommen soll. Es kommt eine heftige Welle und ich bitte um eine kurze Pause, die ich dann auch bekomme. Ich spreche abwechselnd Bittgebete auf Arabisch und Deutsch. Ich spüre Druck. Mein Mann kommt in dem Moment rein und ich sage ihm das. Dann spüre ich Pressdrang und frage und wundere mich, dass die Fruchtblase immer noch nicht geplatzt ist.

Mein Mann fragt mich nochmal, ob wir die Hebamme rufen sollen und ich daraufhin: „Nein.“ „Ok Schatz, wir machen das so wie Du das möchtest und für richtig hälst.“ Er vertraut meiner Urkraft und zweifelt keine Sekunde an mir. Spricht mir Mut zu und sagt immer wieder, dass ich das schaffen werde. Es tut gut, diese Worte zu hören. Sie geben mir Kraft. An dieser Stelle danke ich ihm sehr für sein Dasein und Zuspruch.

Während dem Pressen brülle ich wie eine Löwin. Wow, ich hätte niemals gedacht, dass ich so brüllen kann. Ich springe kurz auf und halte seine Hand fest. Der Kopf ist geboren mit der Fruchtblase. Dann platzt sie auch. Ich gehe wieder in die Knie und mit der nächsten Welle ist der Körper geboren. Puh. Es ist 13.30 Uhr. Mein Mann ruft die Hebamme an und ich bin froh, dass sie kommt und sich um uns kümmert. Wir sind überwältigt. Meinem Mann wurde schwarz vor Augen, als der Kopf geboren war und er war kurz vorm Umkippen. Aber er reißt sich zusammen, erzählte er mir im Nachhinein. Ich nehme meine Kleine hoch. Ich habe Unterleibschmerzen und Rückenschmerzen – kannte ich von meiner ersten Geburt noch – und als ich damals auf Aufforderung der Hebamme drückte, kam dann nämlich die Plazenta raus. Ich drücke, weil ich denke, dass die Plazenta raus will aber vergebens. Nachdem meine Tochter endlich die Brust nimmt, klappt es nach ein paar mal Drücken, aber ein kleines Stück bleibt in der Scheide stecken und ich ziehe es vorsichtig raus. Die Plazenta ist um 14.00 Uhr geboren. Wow, was für eine heilsame, kraftvolle und wunderschöne Geburt! So geht Geburt, ohne Drohung, unnötige Interventionsversuche und gewaltfrei, denke ich mir.

Um 15.00 Uhr ist die Hebi da und macht mir Vorwürfe wegen der Alleingeburt. Ich unterbreche sie und bitte sie darum, ihre negativen Äußerungen sein zu lassen, da ich sie nicht um Ratschlag gefragt habe. Sie gibt nach und guckt, ob ich verletzt bin. Leichter, oberflächlicher Scheidenriss, mit einem Stich ist es getan. Sie erledigt noch Papierkram. Uns geht es soweit gut, außer die fiesen Nachwehen in den ersten paar Tage.

Glaubt an euch, vertraut eurer Intuition und eurer Urkraft! Seit Jahrtausenden gebären wir schon. Es ist in unserer DNA gespeichert, wie Gebären geht. Dein Körper hat neun Monate lang Dein Kind versorgt, wieso sollte er also nicht wissen, wie es den Weg ins Leben findet ? Danke fürs Lesen.

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