Ultraschall-Fehldiagnosen

Ultraschall ist ein Instrument, das heutzutage viel und selbstverständlich bei der Schwangerschaftsvorsorge zum Einsatz kommt. Häufig wird der Eindruck übermittelt, die so entstandenen Untersuchungsergebnisse wären 100% akkurat. Das ist bei weitem nicht der Fall und das sollte jeder Frau bewusst sein, die diese Untersuchung in Anspruch nimmt. Und auch die Möglichkeit, diese Untersuchung abzulehnen, sollte gedacht werden dürfen. Babys brauchen zum Wachsen nicht essentiell Ultraschall.

Besonders in den ersten Wochen einer Schwangerschaft lässt sich im Ultraschall oft noch nicht viel sehen. Erst ein schlagendes Herz gilt als sicherer Schwangerschaftsnachweis. Das kann mit einem guten Gerät zwar schon ab der 6. Schwangerschaftswoche gesehen werden, aber offenbar gibt es da große individuelle Unterschiede und es kann auch erst zwei – drei Wochen später sein, dass man den Herzschlag sieht. In meinem Austausch mit Müttern begegneten mir immer mal wieder Babys, die eigentlich gar nicht da sein sollten. Die nur existierten, weil die Mutter nicht zur eigentlich vom Arzt angeordneten Ausschabung ging. Geschichten, die so unglaublich waren, dass ich darauf hoffte, dass es Einzelfälle waren. Nur mehrten sich die Einzelfälle und ich fragte mich, wie hoch die Dunkelziffer wohl sein mochte. Denn wie viele Frauen folgen nicht brav der Aufforderung ihres Arztes, wenn der sagt, eine Ausschabung sei nötig? Ich startete also einen Aufruf bei Facebook und bat die Frauen, die so etwas erlebt hatten, mir ihre Geschichten zu erzählen. Ich kann die Frage, wie viele Babys betroffen sind, nach wie vor nicht beantworten. Aber so viel kann ich sagen: Es sind mehr als man denkt. Und auch weitere Fehldiagnosen kommen immer wieder vor.

Dabei möchte ich betonen, dass es mir nicht darum geht, die Ärzte per se schlecht zu machen. Wie ihr in den Geschichten lesen werdet, gibt es unter ihnen solche, die Leben gerettet haben, aber auch solche, die es leichtfertig beenden wollten und auch haben. Diese Lektüre ist keine leichte und wenn ihr sensibel seid oder gerade glücklich schwanger, dann lest es bitte nicht. Es geht mir darum, Schwangere mit einer fatalen Ultraschalldiagnose zu ermutigen, die Ultraschalldiagnose nicht als unumstößliches Gottesurteil zu verstehen, die Möglichkeit eines Irrtums in Betracht zu ziehen und auch mal – wenn es so sein sollte – der Natur ihren Lauf zu lassen. Denn in den meisten Fällen kann der Körper eine Fehlgeburt gut selbst und ohne medizinische Hilfe beenden.

Ich danke allen Frauen, die mir ihre Geschichte zur Verfügung gestellt haben. Mögen dadurch andere Babys geschont bleiben.

Mir ist klar, dass nicht alle Ultraschallbefunde falsch sind. Fehlgeburten passieren und sind real. Aber es gibt mehr Möglichkeiten als die sofortige Ausschabung. Dessen sollten sich alle Frauen bewusst sein. Wenn ihr Austausch mit Frauen sucht, die den natürlichen Weg bei Fehlgeburt oder Todgeburt gegangen sind, kann ich euch diese fb-Gruppe empfehlen.

Kein Herzschlag?

Lisa: Gestern war es genau ein Jahr her, der Moment, der mir den Hals zu schnürte und mir gefühlt den Atem nahm. Die Dankbarkeit, mit der ich heute zurückblicke, ist so unfassbar groß. Vor einem Jahr saß ich beim Frauenarzt und hatte gerade gefühlt erst die Tatsache verdaut, dass in mir ein kleines Wunder wohnt, obwohl mir zwei Jahre zuvor zwei Ärzte gesagt hatten, dass ich keine Kinder mehr bekommen könne. Meine Gefühle fuhren seit Wochen Achterbahn. Bei der heutigen Kontrolluntersuchung übergab mir die Ärztin eine Überweisung ins Krankenhaus. Sie habe keine Kindsbewegungen und kein Herzschlag mehr gefunden, die Gebärmutter war gefüllt mit einem großen Hämatom und die Kollegen im Hospital sollen sich das anschauen. Ich sehe mich noch wie damals, wie ferngesteuert im Auto sitzen und in die Klinik fahren. Ich habe mein Blut in den Ohren rauschen gehört, mein Herz in meiner Brust zerspringen gefühlt und die begrüßenden Worte der Arzthelferin „Sie kommen zur Ausschabung?!“ überhaupt nicht wahrgenommen. Zwei Stunden verbrachte ich im Wartezimmer und ich konzentrierte mich darauf, Kontakt zu meinem Baby zu bekommen. Es gab da dieses Gefühl, dieses Bauchgefühl, dass mir sagt, dass alles gut wird und ich mich entscheiden muss zu vertrauen. Nun folgten Untersuchungen, Oberärzte wurden hinzugezogen und alle kamen zu dem Entschluss, dass dort kein lebensfähiger Embryo mehr war und es zu gefährlich sei, aufgrund der großen Blutmenge in meinem Uterus und meiner schlechten Gerinnung, nach Hause zu gehen. Ich ging trotzdem! Nicht wissend, ob ich das Richtige tue, gegen Unterschrift auf eigene Gefahr verließ ich das Krankenhaus, denn eine Ausschabung war keine Option.

Ich überließ meinem Körper was nun passierte, denn nach zwei Jahren Love Yourself Journey konnte ich das endlich wieder. Es war die beste Entscheidung, denn heute liegt mein tot geglaubtes Baby stark, gesund und wunderschön in meinen Armen.

Elke: Ich war in der 6. Woche schwanger und bekam Blutungen. Musste dann notfallmäßig ins Krankenhaus und da hieß es: Man sieht keinen Herzschlag, es sei keine Intakte Schwangerschaft. Ich solle mir besser keine Hoffnungen machen, aber man wolle bis in 1,5 Wochen mal schauen, was passiere. Wenn ich starke Blutungen und Schmerzen bekommen würde, dann hätte es sich von allein erledigt, dann solle ich gleich vorbeikommen. 1,5 Wochen später, in der 8. Woche, hieß es, es hätte kein Herzschlag, es sei keine Intakte Schwangerschaft, man müsse dann überlegen, ob man ausschabe oder mit Tabletten … Das Kind hatte immer die passende Größe zur Woche! Ich habe dann immer wieder gesagt, was wächst, das ist NICHT TOT! Eine Woche später, wieder passende Größe zur Woche, war dann Ende der 9. Woche endlich ein Herzschlag zu sehen. Wäre die Blutung nicht gewesen (einmalig sehr sehr kurz), hätte ich dieses ganze Drama nicht gehabt. Es waren drei extrem nervenaufreibende Wochen und schlussendlich ist der Zwerg gestern ein Jahr alt geworden und kerngesund. Wäre ich auf die Vorschläge eingegangen, wäre wohl in der 7./8. Woche der Abort vollzogen worden …

Jennifer: Meine zweite Tochter sollte auch laut Arzt ausgeschabt werden, da kein Herzschlag zu finden war. Mein Gefühl hat mir gesagt, dass es nicht stimmt. Heute ist sie eine wundervolle 14 jährige mit extrem starken Willen.

Jacqueline: Meine Schwester wurde 2011 ungeplant schwanger und hatte sich dann sehr gefreut, als sie den Test mit dem positiven Ergebnis in der Hand hielt. Sie wollte das so schnell wie möglich von einem Arzt bestätigt haben. Sie machte also einen Termin aus, aber nicht bei dem ihres Vertrauens, da er erst in einer Woche einen Termin hatte und so entschied sie sich, am nächsten Tag einen anderen Frauenarzt aufzusuchen! Sie rief mich nach dem Termin total in Panik an, dass sie zwei Tabletten vom Arzt bekommen hätte. Morgen früh sollte sie zum Ausschaben kommen mit der Erklärung, das Herz des Kindes schlägt nicht und es müsse schnell „entfernt“ (das waren exakt die Worte des Arztes) werden, denn sonst bekäme sie eine Schwangerschaftsvergiftung!!! Meine Schwester war mit den Nerven total am Ende und fing direkt in der Praxis an zu weinen. Sie fragte immer wieder, wieso ihr Baby denn nicht lebt. Die Erklärung war, die Chromosomen hätten nicht übereingestimmt und somit sei das Baby nicht lebensfähig und das Herz schlägt nicht! Ich war sprachlos und sauer zu gleich, alleine schon deswegen, wie gefühllos und kalt dieser A*** war und riet meiner Schwester, einen anderen Arzt aufzusuchen. Sie befolgte meinen Rat und zwei Tage später gratulierte ihr der andere Arzt zu ihrer Schwangerschaft! Meine Nichte ist heute fast 9 Jahre alt und kerngesund, kaum vorzustellen, dass sie heute nicht da wäre, wenn meine Schwester diesem Arzt vertraut hätte. Als meine Nichte auf der Welt war, rief ich bei dem Arzt an und fragte, wie so ein Fehler passieren konnte, dass er ein Menschenleben fast auf dem Gewissen gehabt hätte. Er meinte darauf nur: Na ja, die Geräte sind eben nicht die neuesten. Ich will nicht wissen, wie vielen Frauen so etwas passiert. Ich hätte nie damit gerechnet, dass es so etwas in dieser Zeit noch gibt.

Tamima: Mir ist das gleiche passiert mit meinem Jüngsten, der jetzt 19 Tage alt ist. Sein Herz hat angeblich nicht mehr geschlagen und ich sollte am nächsten Morgen zur Ausschabung. Ich bin nicht hingegangen.

Jules: Bei mir hat die Ärztin bei der zweiten Schwangerschaft nach der Fehlgeburt auch gesagt: Sorry, ich sehe keinen Herzschlag. Ich: Das kann nicht sein, ich weiß, dass es lebt. Sie: Es tut mir leid, ich hab gründlich geschnallt, bevor ich es ihnen gesagt hab. Ich: Das kann nicht sein. Gucken sie nochmal. Dann hat sie das Herz plötzlich gefunden. Oh Entschuldigung… Das waren für mich und meinen Mann unfassbar schlimme fünf Minuten und fürs Baby bestimmt auch. Ich bin so dankbar, dass mein Instinkt gespürt hat, dass sie lebt.

Andrea: Mir erzählte mal eine Mutter, die den Kinderwunsch schon aufgegeben hatte, dass sie plötzlich doch schwanger war. Als der Arzt in der 8.Woche keinen Herzschlag gesehen hat, machte er ihr wenig Hoffnung. In der 10. SSW meinte er, dass er jede andere Frau spätestens jetzt zur Ausschabung geschickt hätte. 11. SSW immer noch kein Herzschlag zu sehen, Kind wuchs auch nicht Zeit gerecht. Auf Grund der Vorgeschichte – er hatte sie Jahre lang begleitet – hat er ihr noch eine Woche gegeben und da war er – das Baby lebte … Kam als Frühchen zur Welt (weiß nicht mehr wie früh). Heute müsste die Maus ungefähr 12 Jahre alt sein.

Christina: Meine leere Fruchthöhle („da ist nur ein Hämatom und deshalb bluten sie“) streichelt mir gerade beim Stillen das Gesicht. Im Krankenhaus wurde nach Blutungen mehrfach geschallt und dann sollte ausgeschabt werden. Ich habe mich geweigert, selbst entlassen und noch am selben Tag bei der Frauenärztin im Heimatort war mein Wurm samt Herzschlag zu sehen.

Britta: Mir wurde auch gesagt, dass ich eine Fehlgeburt hatte in der 8. Woche, da das Herz nicht schlug. Die Ärztin bot mir an, mich sofort zur Ausschabung zu schicken, damit ich psychisch nicht belastet werde mit einem toten Embryo. Auf meinen entsetzten Gesichtsausdruck und meine Frage, ob ich denn nicht warten könnte, dass es von alleine abgeht, damit ich es betrauern kann, hatte sie kein Verständnis. Sie wollte dann aber doch nochmal Blut untersuchen lassen. Am nächsten Morgen sagte sie, die Werte seien noch normal, trotzdem solle ich mir keine Hoffnungen machen und ihr Angebot mit der Ausschabung stünde noch. Es war Freitag und sie war der Meinung, je früher, desto besser. Eine Freundin, die sehr feinfühlig ist und auch Fernheilung macht, konnte meine Kleine spüren. Ich spürte vor lauter Angst gar nichts mehr, nur Schmerz. Montag morgens war ich zum Ultraschall und ihr Herz schlug! Meine Kleine ist jetzt 3 1/2 Jahre alt. Aber das Erlebte wirkt heute noch in mir …

Susanne: Bei mir wollten sie auch eine Ausschabung machen, da der HCG Wert zu niedrig sei und keine Herztöne da waren. Hab mich geweigert. Heute ist mein kleines Wunder schon 22 Jahre alt.

Christina: Mein Baby sollte auch wegen fehlender Herztöne ausgeschabt werden. Es ist jetzt 4 Jahre alt.

Vermutete Eileiterschwangerschaft

Sibel: Es war angeblich nix drin. Kein Herzschlag, der angeblich zu 100 Prozent zu sehen sein müsste in der Woche. Bei mir selbst war absolut gar nichts zu sehen, sodass man eine Eileiterschwangerschaft vermutet hat und eine Bauchspiegelung machte. Natürlich nichts gefunden und acht Stunden nach der OP (eine Bauchspiegelung) war auf einmal die Fruchthöhle auf dem Ultraschall zu sehen.

Kristin: Romy war eine „Eileiterschwangerschaft“. Mit Einweisung bin ich ins Krankenhaus. Ich durfte nicht mal mehr nach Hause um meine Tasche zu packen!!! Ich war fertig, sollte sofort operiert werden. Beim Schallen im Krankenhaus fand die Ärztin dann eine Fruchthöhle. Niemand wusste, ob es eine „Pseudohöhle“ war oder nicht. Ich wurde komplett auf den Kopf gestellt und nochmal nachuntersucht, mit einem besseren Gerät. Zu sehen war der Umriss eines Dottersacks. Halleluja… Sie ist nun 6 Monate alt.

Claudia: Bei meiner ersten Schwangerschaft wurde ich in der siebten Woche ins Krankenhaus geschickt, da ich Schmerzen im Unterleib hatte. Verdacht auf Eileiterschwangerschaft. Nach 10 Tagen im Krankenhaus wurde ich nach etlichen Ultraschalls und täglicher Blutabnahme nach Hause geschickt mit den Worten: Der Fötus ist tot und wird in ein paar Tagen von alleine abgehen. Der Fötus ist jetzt 32. Mein neuer Frauenarzt hat dann festgestellt: Das waren die Mutterbänder.

Momo: Ich wurde ins Krankenhaus überwiesen, weil mein Frauenarzt etwas ältere Geräte hat und in der 8. Woche immer noch nichts sehen konnte. Hcg wurde immer kontrolliert und wäre angeblich nicht genug immer gestiegen. Im Krankenhaus in der 9. SSW sagten zwei Ärzte zu mir, dass es sehr wahrscheinlich eine Eileiterschwangerschaft ist und ich dort im Krankenhaus schlafen muss, um ausgeschabt zu werden. Ich habe Rotz und Wasser geweint und auch mein Mann war sehr traurig! Sie konnten einfach keinen Embryo sehen und es sollte ausgeschabt werden. Ich hatte aber keinerlei Schmerzen oder Fieber etc. In der Nacht habe ich meinen Mann angerufen, ich möchte sofort aus dem Krankenhaus raus und habe mich gegen ärztlichen Rat selber entlassen. Die Ärztin meinte noch zu mir das wäre sehr gefährlich, weil es ja eine Eileiterschwangerschaft wäre. Ich bin trotzdem gegangen und habe mir gedacht: Ich warte noch eine Woche um einen neuen Ultraschall machen zulassen oder auf evtl. Schmerzen. Eine Woche später konnte man den Embryo sehr gut sehen und das Herz hat super geschlagen. Ich bin froh, nicht auf die Ärzte gehört zu haben.

Anja: Ich wurde am 16.3.1997 mit akuten Unterbauchbeschwerden in eine Klinik gebracht. Freie Flüssigkeit im Douglasraum und ein positives Beta-HCG sprachen dann für eine nicht intakte Schwangerschaft. Am nächsten Tag beim Ultraschall sah der Assistenzarzt trotz hohem Beta-HCG keine Fruchthöhle. Seine Bemerkungen, als er meine Vulva erblickte: „Hier sieht nichts nach Schwangerschaft aus.“  (Ich wusste um die typischen Verfärbungen der Vulva.) Die Schmerzen waren mit Medikation erträglich geworden. Ich lag in einem 5 Bettzimmer umringt von alten Frauen. Ich, damals 21, solle mir nicht so Gedanken machen, ich wäre noch jung und könnte noch viele Kinder bekommen. Ich war fertig, ungeplant schwanger trotz Pille und das mitten in der Ausbildung zur Hebamme und in den Hochzeitsplanungen.  Nach 2 Tagen hatte sich das Beta-HCG regelrecht verdoppelt. Ich war jung, unerfahren, unwissend, aber ich fühlte, dass das irgendwie ok war alles. Der Assistenzarzt wollte nun nicht mehr warten und endlich eine Ausschabung machen. Für ihn sprach alles für eine nicht intakte, wahrscheinlich Eileiterschwangerschaft, schließlich hatte ich auch einen positiven Portiowackelschmerz. Ich kämpfte plötzlich für etwas, um etwas, was ich noch nicht kannte. Ich sagte: „Da die Schmerzen nun besser sind, möchte ich warten.“ Der Oberarzt, der am nächsten Tag nach mir schaute, war einer von der alten Schule und gab mir Recht. Ich solle nach Hause gehen, jedoch sofort wieder kommen, wenn ich Schmerzen verspürte. Wir würden uns in einer Woche erneut sehen. Eine Woche später erkannte er eine intakte, intrauterine Fruchthöhle. Ich weinte. Weitere drei Wochen später erkannte man eine zweite intakte Fruchthöhle. Ich weinte erneut und war fix und fertig. Zwillinge. Ohne das abwartende Verhalten wären meine Zwillinge nie 36 Wochen später gesund zur Welt gekommen, Jannik nicht mit 5 Monaten verstorben und ich keine Hebamme die ich nun bin.

Alexandra: Meine Frauenärztin wollte mir immer wieder einreden, dass ich doch starke Schmerzen haben müsste, denn sie war sich sicher, dass es eine Eileiterschwangerschaft sein muss. Ich war schon im Krankenhaus zur geplanten OP. Als die Ärztin im Krankenhaus nochmal schallte, war ein kleines Herzchen fleißig am Schlagen. Nächsten Monat wird sie 18.

Julia: Meine „Eileiterschwangerschaft“ wir bald 13 Jahre alt. Ich wusste es damals nicht besser, bin ins Krankenhaus gegangen. Am nächsten Tag vor der OP hat noch einmal ein anderer Arzt geschnallt, da war ich schon für die OP vorbereitet, Hemd, Strümpfe, Haube, LMA-Tablette… der sah dann deutlich die Fruchthülle mit Dottersack und alles wurde abgeblasen. Ich kann dieses Glück heute immer noch kaum fassen.

Annika: Meine Schwangerschaft hielt man zuerst für eine Eileiterschwangerschaft, weil der Gynäkologe beim ersten Ultraschall einfach nichts in der Gebärmutter gefunden hat. sie wollten sofort operieren, drängten mich, sofort einen OP-Termin zu machen, zeichneten mir schon mal auf ein Blatt Papier, wo und wo mein Bauch aufgeschnitten werden sollte. Ich wurde sofort panisch, weil meine Mutter vor ein paar Jahren dieselbe Diagnose hatte. Da war der Eileiter aber tatsächlich schon geplatzt und eine Not-Op rettete ihr Leben. Der Kindesvater behielt glücklicherweise einen kühlen Kopf, ging mit mir erst zu einem anderen Arzt, der nicht mal einen weiteren Ultraschall machte, sondern auch direkt operieren wollte. Er hatte schon mal rumtelefoniert und ein Krankenhauszimmer für mich reserviert. Daraufhin gingen wir zu noch einem anderen Arzt, der schließlich einen Ultraschall machte. Er fand auch den kleinen schwarzen Punkt in meiner Gebärmutter, der nun 1,5 Jahre alt, kerngesund und meine wunderschöne Tochter geworden ist. Später stellte sich heraus, dass der Arzt noch ganz neu auf dem Gebiet war und er die Befruchtungszyste (die IMMER IMMER IMMER bei einer Befruchtung entsteht) für die festgesetzte Eizelle hielt.

Abwarten und der Natur ihren Lauf lassen

Yvonne: Ich finde es so unglaublich, das Abwarten in Deutschland einfach keine Option ist! Meine erste Schwangerschaft endete mit einem verhaltenen Abort, der sich über drei Länder und Kontinente hinzog. Im Krankenhaus in Berlin hat mir die Ärztin garantiert (!), dass Abwarten schief gehen wird. Der Arzt in Israel und die Hebamme in New York hatten damit überhaupt kein Problem. Ich habe fast zwei Monate gewartet, hatte dadurch genug Zeit, mich von meinem Kind zu verabschieden und die Fehlgeburt selbst war für mich eine positive Erfahrung.

Sophie: Mein zweites Kind war ein sogenannter „Eckenhocker“, der Arzt hat mich zur Curettage geschickt, weil das Kind mit seinem US-Gerät nicht darstellbar war (9. SSW). Im Krankenhaus war es darstellbar, vital und soweit alles gut. Leider hat es sich in der 13. SSW doch noch verabschiedet, aber ich habe es zu Hause zur Welt gebracht und hatte somit die Gelegenheit, mich in Ruhe zu verabschieden. Ich kann nur alle Frauen ermutigen, an sich und ihr Baby zu glauben. Die Alleinfehlgeburt war natürlich extrem traurig, aber auch wirklich heilsam für mich, weil ich erstens das Gefühl hatte, meinem Kind noch eine Zeit der Liebe und Geborgenheit geschenkt zu haben, und weil ich dadurch zweitens erlebt habe, dass mein Körper das einfach kann – ich habe viel Kraft in die darauffolgende Geburt mitnehmen können (die erste Geburt im Krankenhaus war eine personelle Katastrophe und sehr unangenehm). Leider ist es im Anschluss zur Fehlgeburt zu einem Blutstau gekommen, mein Kreislauf ist gekippt und ich musste doch noch zur Curettage. Das war die Hölle: Das Personal hat mich wortlos festgeschnallt (wenn man noch keine Vollnarkose hatte und nicht aufgeklärt wird, ist das eine entsetzliche Erfahrung!), mit einem Narkotikum anästhesiert, auf das ich wissentlich allergisch bin usw. – Gewalt pur. Wäre das der Abschied von meinem Kind gewesen, wäre ich vielleicht emotional zugrunde gegangen.

Ich bin ungeplant beim darauffolgenden Eisprung wieder schwanger geworden. Wir haben nun zwei wundervolle Kinder und erwarten im April unser drittes.

Kesha: Mein Sohn sollte in der 7. SSW ausgeschabt werden. Und ich hab mich geweigert und hab zwei Wochen auf den Lauf der Natur gewartet. Wieder beim Frauenarzt: siehe da, alles perfekt entwickelt.

Kat: Meine mittlerweile 9 jährige Tochter hätte ausgeschabt werden sollen. Laut Gyn keine Herzaktivität in der 8. SSW. Ohne Umschweife die Überweisung in die Klinik mit der Diagnose Missed Abort bekommen. Dort wurde geschallt und ebenfalls keine Herzaktivität festgestellt, zudem sei der Embryo seit der 6. SSW nicht gewachsen. Ich sollte am nächsten Tag zur Ausschabung kommen. Ich hab mich geweigert und bin zuhause geblieben. Wollte der Natur nicht dazwischen pfuschen und eben auf einen natürlichen Abgang warten. Zudem hatte ich das Gefühl, dass mit dem Zwerg alles ok ist. Eine Woche später beim Kontrollultraschall schlug ihr kleines Herz dann fleißig und es war alles absolut ok.

Laura: Mich wollte man in der Frühschwangerschaft ausschaben, da angeblich der HCG-Wert nicht zur Schwangerschaftswoche passte, sowie das Ultraschallbild auch nicht zur Schwangerschaftswoche passte. Ich habe zum Glück abgelehnt und wollte auf den natürlichen Abgang warten. Heute habe ich ein kerngesundes Kind. Die Schwangerschaft verlief komplikationslos. Wenn ich heute darüber nachdenke, dass ich dieses zauberhafte Wesen heute nicht hätte, wenn ich auf die Ärzte im Krankenhaus gehört hätte, wird mir endlos schlecht.

Mel: Starke Blutungen gehabt, zum Arzt. Sie meinte, da ist nichts mehr und wollte mir direkt eine Überweisung zur Ausschabung geben. Hab mich geweigert und wollte abwarten, bis der Abgang von alleine passiert. Naja jetzt ist meine Tochter 4 Monate alt.

Katinka: Meine Tochter wurde in der 9. SSW für tot erklärt. Ich habe mich geweigert, etwas zu unternehmen. In der 11. SSW lebte sie dann wieder, aber war angeblich nicht lebensfähig nach der Geburt und mir wurde zu einem Abbruch geraten. Sie ist ein 5 jähriges, gesundes Mädchen.

Das Windei hat einen Namen

Katrin: Ich selbst hatte bei drei meiner 12 Schwangerschaften in der 6./7. SSW die Diagnose „Windei“, mit der Ankündigung, ein Spontanabort stehe mir in Kürze bevor. Heute tragen diese „Windeier“ Namen und sind selbst bereits Eltern. Als meine Tochter in der Frühschwangerschaft zum Arzt ging, hätte ich sie zum Glück warnen können. Tatsächlich haben meine Tochter und ihr Ehemann jetzt eine „leere Fruchtblase ohne Herztätigkeit“, die im Juni drei Jahre alt wird und ein wundervolles und gesundes Mädchen ist. Mein Rat, obwohl ich selbst Krankenschwester bin: erst spät zum Frauenarzt gehen, wenn überhaupt.

Valerie: 2014 wurde ich zum ersten Mal schwanger und war in 7+4 beim Arzt. Anscheinend eine leere Fruchthöhle, was in dieser Schwangerschaftswoche völlig abnormal wäre, dass man noch kein Baby mit Herzschlag sieht. Ich muss sofort ausgeschabt werden. Bekam die Überweisung für die Klinik in die Hand und wurde zur Tür raus geschoben. Ich habe erstmal eine Woche geheult und recherchiert, was das bedeutet, da ich nicht aufgeklärt wurde, was das bedeutet. Aus Angst vor der Ausschabung habe ich es vier Wochen vor mir hergeschoben. Übelkeit war in vollem Gange und ich habe es kaum aus dem Haus geschafft. 11+4 war ich dann in der Klinik. Der Arzt war stutzig über meine extreme Schwangerschaftsübelkeit in der 11+4 Schwangerschaftswoche ohne angebliche intakte Schwangerschaft! Ultraschall…. und siehe da! Ein zeitgerechtes Baby! Komplikationslose Schwangerschaft. Natürlich entbunden.

Yasmin: Ja habe ich auch schon erlebt. Bin 8 fache Mama und bei meinem vierten Kind wurde mir gesagt, dass es ein Windei (Fruchtblase ohne Kind) sei und sie wollten auch eine Ausschabung machen… Ich habe mich geweigert und sie hatten gesagt, in 10 Tagen soll ich kommen und das bis dorthin sicherlich die Periode schon eingesetzt hat. Als ich dann zum Termin ging, teilte man mir mit, dass ich in der 15. SSW war, herzlichen Glückwunsch!

Nadine: Mein Sohn. Ein „Windei“. Mit aller Vehemenz sollte mir eingeredet werden dass alles auf eine erneute Fehlgeburt, ein Windei hindeute, selbst der sehr hohe HCG. Jetzt ist er 5 und quietschfidel.

Nina: Angeblich leere Eizelle entdeckt. Termin zur Herausnahme/Absaugen. Noch mal Ultraschall vor der OP. Ärztin findet nichts. Oberarzt wird kontaktiert und findet intakte Eizelle. Bin jetzt in der 30. Schwangerschaftswoche mit Kind Nummer fünf.

Simone: bei der Schwangerschaft mit meinem Sohn wurde eine Fehlgeburt diagnostiziert und ich sollte Tabletten zur Abtreibung der Fruchthöhle nehmen. Er ist jetzt 16 Monate alt.

Maronka: War bei einer Freundin so. Ihr wurde gesagt das sie nur eine leere fruchthöhle hat und sollte drei Tage später zur Ausschabung. Sie hatte dann aber eine starke Erkältung und das ganze wurde um eine Woche verschoben. Am Tag der Ausschabung stellte man dann bei der OP-Voruntersuchung fest, dass sich das Kind doch entwickelt hat. Heute ist sie knapp 2 Jahre alt.

Denise: Bei uns sollte auch ausgeschabt werden in der 7. SSW, weil die Fruchthöhle leer war. Ich hörte auf mich und ließ es nicht machen. Gott sei Dank ging ich dann zu meinem Arzt und der bestätigte mir die Schwangerschaft in der 9. Woche. Ich mag gar nicht daran denken. Es ist 8 Jahre her.

Was wäre wenn …?

Mandy: Ich hatte auch nach langem Kinderwunsch einen Missed Abort. Für mich brach eine Welt zusammen und ich hab immer gesagt, es ist nicht tot, sie sehen es nur nicht richtig. Mein Gefühl war: sie nehmen es mir weg, sie töten es. Und jetzt les ich sowas. Vielleicht wäre es auch lebend zur Welt gekommen …

Daniela: Nach meinem zweiten Kind wurde ich von meinem Frauenarzt auch zweimal zur Ausschabung geschickt, weil er keine Lebenszeichen mehr feststellen konnte. Das habe ich jedes Mal machen lassen. Einmal sollten es angeblich sogar Zwillinge gewesen sein. Nach diesen beiden Ausschabungen bekam ich dann noch ein Kind. Damals dachte ich mir nichts dabei, aber als ich einige Jahre später von meiner neuen Chefin erfuhr, dass eine andere Angestellte von ihr auch zur Ausschabung geschickt wurde und auch gleich einen Termin dafür ausgemacht hat, riet die Mutter dieser Frau davon ab und wollte, dass sie zuerst noch zu einem anderen Arzt geht. Dieser stellte dann eine ganz normale Schwangerschaft fest. Da wurde mir dann echt schlecht, dass ich eventuell drei Kinder abtreiben ließ, ohne es zu wissen! Ich habe gerade meine Mutterpässe raus gesucht. Es sind davon noch zwei Ultraschallbilder mit drin, also jeweils eins und die Ausschabungen wurden im April und im Juli 1998 gemacht.

Filiz: Nachdem ich 2014 und 2015 jeweils eine Fehlgeburt zwischen der 5. – 8. Woche gehabt habe, war ich umso glücklicher, 2019 im September wieder positiv zu testen. Ich war ca. in der 5. SSW, als ich ganz, ganz leichte Blutungen bekommen habe. Zu Kontrolle fuhr ich ins Krankenhaus. Im Krankenhaus wurde sofort gesagt, man sieht keinen Embryo und keinen Herzschlag (was normal ist in dieser Woche!). Dottersack und Fruchthöhle waren aber zu sehen. Die Ärzte redeten mir ein, dass ich auf jeden Fall eine Fehlgeburt habe, obwohl mein HCG der Woche entsprechend hoch war. Ich sollte da bleiben und am nächsten Tag zu Ausschabung. Auf Grund von Notfällen wurde meine OP verschoben auf den nächsten Tag. Es wurde HCG getestet, der Wert stieg normal an (wie ich hinterher erfahren habe.) Am Tag der Ausschabung war ich total geblendet von der Meinung der Ärzte, dass es auf jeden Fall eine Fehlgeburt ist und ich ja davor auch schon zwei Stück hatte, ohne ein gesundes Kind an der Hand halten zu dürfen. Dann hatte ich die Ausschabung und bekam vorher die Tabletten, um die Gebärmutterschleimhaut besser abzulösen. Ich durfte nach der Ausschabung nach Hause. Ich fühlte mich so leer. Ich flog in den Urlaub und musste drei Wochen später zu Kontrolle. Was ich da erfuhr, ließ mich erstarren. Ich war immer noch schwanger, in der 8. Woche. Mit einer bereits 5,5 cm großen Fruchthöhle und einem Mini-Embryo. Der am Tag der Ausschabung nicht zu sehen war!

Also hat sich etwas weiter entwickelt trotz Ausschabung. Durch die Tabletten ist mein Baby allerdings abgestorben, weil es keinen Halt mehr in der Schleimhaut hatte. Es muss eine Zwillingsschwangerschaft gewesen sein, wie die Autopsie ergeben hat. Die Ärzte haben viel zu schnell reagiert und hätten mich einfach noch mal nach Hause schicken müssen. Ich bin nach dem Arztbesuch ins Krankenhaus und wollte die OP-Unterlagen einsehen und den Arzt, der mich operiert hat, fragen wie meine OP verlaufen ist. Er berichtete ganz stolz, dass alles gut verlaufen ist, sie etwas entnommen haben. Als ich ihm dann sagte, wie kann es sein, dass ich dann in mir ein weiterentwickeln Embryo habe, war er sprachlos und wollte etwas mit einem Oberarzt besprechen. Nach ca. zwei Stunden kamen vier Ärzte, die ganz gekonnt eine Geschichte erfunden haben! Warum es sein kann, dass ich noch immer schwanger bin bzw. einen toten weiterentwickelten Embryo in mir trage! Das Ende von Lied: Keiner fühlte sich für diesen Fehler verantwortlich! Die Ärzte haben einfach viel zu schnell ausgeschabt, obwohl mein HCG immer weiter gestiegen ist!

Es ist so unendlich traurig was passiert ist und ich kann nur jeden raten lieber 2-3 Wochen länger zu warten! Und sich niemals von Ärzten einreden zu lassen, dass man eine Fehlgeburt hat! Vor allem nicht in der Frühschwangerschaft, wo zwei Tage schon viel ausmachen, wenn man sie falsch berechnet.

Eine zweite Meinung

Andrea: Meiner Freundin erging es so! Zum Glück hat sie bei einem anderen Arzt eine zweite Einschätzung eingeholt und den Ausschabungstermin nicht wahrgenommen! So durfte mein Patenkind überleben!

Petra: Mir ist das auch so beim dritten Kind passiert. Ich bin dann einfach zu einem anderen Arzt gegangen. Und schon war die Kleine wieder lebendig.

Julia: Meine Prinzessin sollte auch tot sein, da sie sich nicht entwickelt und keinen Herzschlag hat. Dazu hat die Ärztin einfach gesagt: „Es ist tot, ich mach das seit 25 Jahren. Wenn ich sage, das ist tot, dann ist es das auch.“ Habe mich geweigert, ausschaben zu lassen und habe einen anderen Arzt drüber gucken lassen. Der sah dann den Herzschlag.

Anna: Mir wurde bei unserem 5. Kind in der 5. SSW nahe gelegt, mir einen Termin zur Ausschabung zu machen, da die Schwangerschaft nicht intakt sei. Habe ich zum Glück nicht gemacht und zwei Tage später konnte man bei einem anderen Frauenarzt eine zeitgerecht entwickelte Schwangerschaft mit Herzaktivität sehen. Das Kind ist jetzt 3 Jahre alt.

Raissa: Mich würde es heute eigentlich nicht geben. Meine Mama war damals mit mir schwanger und bekam wohl starke Blutungen. Sie war bei meinem Großeltern zu Besuch und ist dann dort ins Krankenhaus. Der Arzt schallte und meinte ich sei tot und er würde sofort alles für die Ausschabung vorbereiten. Meine Mutter lehnte ab und meinte, sie geht dann lieber nochmal zu ihrem Arzt in der Heimat. Naja, gut für mich, denn bei dem eigenen Arzt war alles okay, mein Herz schlug und mittlerweile bin ich ja auch erwachsen und hab selber einen Sohn.

Jana: Mir wurde gesagt, als ich mit Blutungen ins Krankenhaus ging (durch ein schlimmes Erlebnis), das sie nur einen Dottersack sehen würden und da nix mehr leben würde, es wären jetzt halt die Abbruchblutungen und ich solle da bleiben zur Überwachung und zur Not die Ausschabung. Ich hab mich selbst entlassen auf eigene Verantwortung, und bin, nachdem mein Frauenarzt wieder aus dem Urlaub kam, ca. 2 Wochen später zur Kontrolle mit dem Krankenhausbericht. Dieser schüttelte den Kopf, war wütend und machte den Ton an und wir hörten ihren Herzschlag. Jetzt ist sie Jahre alt und gesund.

Jessica: Meine Mutter hat sowas erlebt und meinem Bruder geht es super. War bei ihr auch ein Besuch im Krankenhaus, als ihr Arzt im Urlaub war. Sie weigerte sich und man hat ihr noch gesagt, dass sie eine Vergiftung riskiert. Sie hat gewartet auf ihren Arzt und Herzschlag war da.

Daniela: Bei meinem zweiten Kind sagte die Frauenärztin, dass eine Auflockerung (im Prinzip mehr Durchblutung) im Mutterkuchen sei. Es könnte ein behindertes Kind sein. Bin runter vom Untersuchungsstuhl, zog mich an und anschließend fragte sie uns, ob wir uns überlegt hätten, es weg machen zu lassen. Unglaublich – wann bitte hätte ich mir das überlegen sollen?! War dann bei einem Feindiagnostiker, weil sie mich dorthin überwiesen hat. Der fragte mich während der Untersuchung, was ich hier wolle – man würde doch eindeutig sehen, dass mit meinem Kind alles ok ist. Der hat nur mit dem Kopf geschüttelt. Das schlimme war aber, dass sie mir solche Unsicherheit verursacht hat, dass ich die ganze Zeit versucht habe, keine Bindung zu dem Kind aufzubauen – das funktioniert natürlich nicht und gibt eine fehlerhafte Bindung. Sie ist jetzt 8 und ich merke das heute noch:-(.

Lara: Bei mir war es anfangs auch so ein Thema … In der Frühschwangerschaft. Und ich glaube ehrlich gesagt auch, dass öfters grundlos Ausschabungen gemacht werden könnten, eben aufgrund dieser meiner Erfahrung. Ich war nicht zur Ausschabung, da mir gesagt wurde, es wird von selber „abgehen“. Das allein war aber schon ein ziemliches Trauma. Ich hatte auch immer wieder Blutungen. Hab dann die Frauenärztin gewechselt und die neue hat dann von oben anstatt vaginal geschallt und plötzlich konnten wir sogar schon Herztöne hören! Mein Sohn ist jetzt 3 1/2 Jahre alt und top gesund.

Tanja: Mein Sohn sollte auch ausgeschabt werden, da er angeblich ein Windei sei. Ich sollte direkt am nächsten Tag nüchtern zur Ausschabung kommen. Gott sei Dank bin ich auf Anraten meiner Tante zu einem zweiten Arzt. Cedrik ist gerade 17 Jahre alt geworden.

Maria: Bei uns war es so; da ich zuvor schon mehrere Fehlgeburten hatte. Ich war schwanger, der Arzt meinte, es sind nur Zysten und es sei nicht alles zeitgerecht. Mein Hcg entwickelte sich zeitgemäß, so wie es sein sollte. Fruchthülle war leer laut Arzt. Ultraschall war auf einen Freitag, er sagte, ich solle am Montag zur Ausschabung kommen. Dies lehnte ich ab, weil ich wusste, diesmal liegt er falsch mit seiner Aussage. Ich wollte es nicht wahrhaben und machte ein Termin bei meinem Arzt der Kinderwunschklinik. Dort sah man das Herzchen schlagen, statt seinen Zysten, die er meinte, waren zwei Fruchthüllen. Das eine ist abgegangen und das zweite wird im April zwei Jahre alt. Trotzdem bin ich noch mal zu diesen Arzt hin, damit er schaut, dass er falsch diagnostiziert hat. Er war selbst sprachlos. Seitdem war ich nie wieder bei Ihm. Hätte ich damals nicht auf mich gehört, wäre mein Sohn nicht bei mir. Sowas ist echt nur traurig und man darf gar nicht denken wie vielen Frauen sowas passiert.

Assmae: Ich war mit meiner ersten Tochter schwanger und in der 8. SSW bin ich zur Kontrolle. Da hieß es: Gehen Sie bitte nochmal raus und trinken sie ihre Wasserflasche leer. Ich habe schon geahnt was sie sagen wird. Saß im Wartezimmer, trank mein Wasser und habe geweint. Nachdem ich fertig war, bin ich wieder rein. Sie hat geschallt, guckt mich an und sagt: Dein Baby ist nicht Zeit gerecht entwickelt und es hat auch kein Herzschlag. Sie hatte mich auch gleich ins Krankenhaus geschickt zur Ausschabung. Für mich ist eine Welt zusammen gebrochen, aber mein Mann sagte: Komm, wir gehen jetzt zu einem anderen Gyn. Das taten wir dann auch und was stellt der fest? Baby ist zeitgemäß entwickelt und man konnte das Herz schlagen sehen. Hätte ich damals auf diese Ärztin gehört, hätte ich jetzt dieses kleine Wunder nicht mehr. Allein nur das Schreiben darüber lässt mich wieder bitterlich weinen. Dieses tot geglaubte Baby ist heute 2 Jahre und 4 Monate alt.

Julia: Ich war in der 7. Schwangerschaftswoche beim Arzt wegen leichten Blutungen und wollte es klären lassen (erster Termin in der Schwangerschaft). Er nahm Blut ab um den HCG zu bestimmen und machte am zweiten Termin (zwei Tage später) einen Ultraschall. Dort sah er nur eine leere Fruchthöhle (mit seinem uralt-Gerät). Der HCG sei zwar gestiegen aber so minimal, „da kann nix Intaktes sein“. Da er in der Woche keinen Termin mehr frei hatte, überwies er mich ins Krankenhaus zur Ausschabung. Ich bat um etwas Zeit. Zwei Wochen und dann nochmal schauen. Mein Bauch sagte mir, dass er sich irrt. Aber er meinte nur „Sie können abwarten, aber ich will nicht, dass Sie dann jetzt ständig hier auftauchen zum Gucken. Da keine Hoffnung besteht, habe ich da keine Lust drauf!“. Ich bin dann völlig verzweifelt nach Hause und am Nachmittag ins Krankenhaus. Offiziell wegen „Missed Abort“, in Wirklichkeit wollte ich nur eine zweite Meinung und dann wieder gehen. Eine Ausschabung kam für mich so oder so nicht in Frage. Ich hätte dann auf einen natürlichen Abgang gewartet. Im Krankenhaus sah man dann, dass da in der Fruchthöhle definitiv was war. Sogar minimale Bewegung. Ich sollte die Hoffnung nicht aufgeben und drei Tage später wieder kommen. Da sah man dann deutlich das Herz schlagen! Mein Baby lebte. Mein Bauch hatte Recht. Jetzt liegt mein Baby vor mir. Fünf Tage alt. Fit und gesund. Ein kräftiger Junge und meine VBA2C.

Falsch berechnet

Belgin: Man hat mir in der 9. SSW gesagt, dass der Embryo keinen Herzschlag hat und sie es ausschaben müssten. Ich war am Boden zerstört, konnte es nicht glauben. Bin total zerstört nachhause gegangen. Es war meine erste Schwangerschaft. Gott sei Dank hat mein Umkreis direkt reagiert und mich ins Krankenhaus gefahren. Dort sagte man mir dann, ich sei in der 7. SSW und es ist alles wunderbar. Wo denn das Problem sei, warum ich dort bin. Wir hatten aus Angst vorher nix vom Gynäkologen erzählt. Das Ende vom Lied: Die Ärztin im Krankenhaus war schockiert über die unwahre Aussage vom Kollegen und konnte sich nicht erklären, wie er denn dazu kam, überhaupt sowas zu behaupten, da ja offensichtlich alles normal war.

Ema: Bei mir wurde eine Eileiterschwangerschaft diagnostiziert und die Ärzte wollten eine OP machen. Habe abgelehnt. Sie haben mich für verrückt gehalten. Heute ist das mein vierjähriger Sohn. Wäre nie geboren, hätte ich nicht auf mein inneres Gefühl gehört. Drei Ärzte haben die Diagnose bestätigt … War einfach, dass ich zwei Wochen früher war als gerechnet, da sich mein Zyklus dank vollstillen verschoben hat.

Laura: Meine 3,5 jährige sollte eine Zyste sein und ausgeschabt werden in der Frühschwangerschaft. Dann ging es weiter: Der HCG Wert wäre zu niedrig und zu langsam gestiegen. Windei sagte sie auch noch. Es wäre vermutlich sonst eine leere Fruchtblase. Am Ende stellte sich einfach raus, dass ich 4. -5. SSW war und alles ganz normal. Ein Glück, dass ich standhaft geblieben bin und andere Ärzte ihr auch noch die Meinung in dem Krankenhaus gesagt haben.

Nicole: Vor 7 Jahren testete ich positiv und bin daraufhin zu meinem Frauenarzt. Er schallte und stellte eine Fruchthöhle fest ohne Embryo. Er meinte da schon, ob ich vielleicht doch meine Periode an einem anderen Tag hatte. Ich verneinte. Eine Woche später sollte ich nochmal kommen, da ich beim ersten Mal in der 6. SSW war und es durchaus sein kann, dass man da noch nichts sieht. In der darauffolgenden Woche sah man zwar etwas in der Fruchthöhle, allerdings ohne Herzschlag. Er meinte da schon zu mir, es hätte sich viel weiter entwickeln müssen und wahrscheinlich endet die Schwangerschaft in einer Fehlgeburt. Ich solle drei Tage später nochmal kommen, denn da sei ich dann in der 8. SSW und da müsse man dann etwas sehen. Ansonsten überweist er mich in die Klinikum zur Ausschabung. Diese Tabletten wollte ich nicht. Einen normalen Abgang kannte ich zu dieser Zeit nicht, ich wusste nicht, dass man auch einfach warten kann. Als ich dann erneut bei meinem Frauenarzt war, war wieder kein Herzschlag darstellbar, sodass er mich ins Krankenhaus schickte. Ich vereinbarte dort einen Termin für die Ausschabung und ging mit meinem Mann dahin. Der Arzt dort war sehr nett und bot mir an, nochmal zu schauen. Er fragte mich, ob ich mir sicher sei, wann meine Periode war und schaute. Auch da war ein Embryo in der Fruchthöhle darstellbar aber ohne Herzschlag. Ich hab furchtbar geweint und meinte zu ihm, dass ich mir sicher bin, dass sich der Arzt verrechnet haben muss. Er sagte dann, dass wir nach dem HCG schauen können als letzte Option. Das taten wir auch und ich sehe mich noch heute völlig verheult in dem Zimmer neben meinem Mann sitzen, eine Ärztin kommt rein und setzt sich … lacht und sagt, der Wert ist super und passt genau zu dem, was ich sage. Er wäre sogar deutlich höher. Irgendwas mit 6000 hab ich noch im Kopf. Ich bin dann nach Hause gegangen ohne Ausschabung. Mein Sohn ist heute 7 Jahre alt.

Schwangerschaftsbeendigung per Ausschabung

Annette: Bei meiner ersten Schwangerschaft musste ich wegen Gewichtsabnahme ins Krankenhaus. Die Schwester kam morgens rein und teilte mir mit, dass jetzt eine „Abrasio“ gemacht werde und beharrte auch nach meinem Protest darauf. Ich bestand auf einem Gespräch mit dem Chefarzt, der sich dann für dieses Missverständnis (?) entschuldigte. Einzig die Tatsache, dass mir der medizinische Begriff geläufig war, hat eine Abtreibung meines kerngesunden Sohnes verhindert.

Angelika: Meine Mutter hatte Blutungen in der Frühschwangerschaft (Sie war angehende Ärztin und musste im Krankenhaus trotz Schwangerschaft Nachtdienste machen). Ihr Frauenarzt und Chef wollte eine Ausschabung machen. Sie hat es verweigert. Nach einer Hochrisikoschwangerschaft kam ich nach 9 Monaten mit 1,8 kg und Schiefhals zur Welt, hatte als Prognose eine Behinderung mit Spastik. Nix da, überlebt, keine Behinderung, Schiefhals austherapiert, mittlerweile 43 und selbst dreifache Mutter.

Natalie: Ich habe 2010 auch so ein Mist mitgemacht, war schwanger und kurze Zeit drauf sagte mir der Arzt, es wäre immer noch kein Herzschlag zu sehen. Er sagte, ich hätte innerliche Blutungen. Man sah aber von außen nichts. Ich war am Boden zerstört. Nächster Tag war dann die Ausschabung in der Klinik. Die Ergebnisse kamen vier Wochen später. Es war drin gestanden, es wäre kerngesund und altersentsprechend groß, keine Anzeichen einer Erkrankung. Ich hatte so geweint, bin depressiv geworden.

Vanessa: Ich bin in der 6. SSW zu einer Frauenärztin mit meinem positiven Schwangerschaftstest. Sie hat geschallt aber nicht mehr als eine Fruchthöhle gesehen. Ich solle in einer Woche wiederkommen. Nach einer Woche bekam ich eine braune Schmierblutung. Sie hat mich wieder geschallt, die Fruchthöhle war zu sehen, sie ist auch gewachsen aber immer noch kein Baby/Herzschlag. Sie hat mir Bettruhe verschieben und ich sollte nochmals eine Woche warten (nun 8. Woche). Sie hat dann wieder geschallt. Ich hatte immer noch die leichte Blutung. Wieder ist die Fruchthöhle gewachsen aber immer noch kein Baby. Da meinte sie, dass dies ein Windei wäre und sich dort nie ein Kind eingenistet hätte. Sie wollte, dass ich in eine Klinik zum Ausschaben gehe, da durch die Blutung eine hohe Infektionsgefahr vorliegen würde. Ich bin völlig fertig nach Hause und habe aber gesagt, dass ich bis zur 12. Woche warten will, komme was solle. Ich bin nach einer Woche zu einem anderen Frauenarzt, der auch viel bessere Geräte hatte. Er hat geschallt und was war zu sehen? Ein kleines Gummibärchen, was einen kräftigen Herzschlag hatte. Mein Sohn ist nun fast 2 Jahre alt. Hätte ich meiner alten Frauenärztin geglaubt, wäre ich nach ihrem Willen noch am selben Tag zur Ausschabung gegangen.

Melanie: Ich hatte bereits einen 4jährigen Sohn und kämpfte drei Jahre um wieder schwanger zu werden. Endlich im November 2015 einen positiven Test in der Hand! Wir waren überglücklich und freuten uns unglaublich! In der 5. SSW hatte ich einen Termin beim Frauenarzt. Zum Glück war alles ok! Alles dran und am richtigen Ort!  In der 10. SSW der nächste Termin. Ich saß auf den Stuhl, die Ärztin (Chefärztin) untersuchte mich. Ich vergesse NIE wieder, wie sie mir sagte: Es tut mir leid, aber ihr Baby lebt leider nicht mehr. Das Herzchen schlägt nicht mehr und es ist alles voller Blut. Habe einen Termin zur Ausschabung bekommen nach zwei Tagen. Ich war ratlos und ging heulend nach Hause. Es ging mir so schlecht, aber ich hatte immer das Gefühl: Das kann doch nicht sein! Nach zwei Tagen (eine der schrecklichsten Zeit in meinem Leben) ging ich ins Spital zur Ausschabung. Als ich den Arzt sah, wollte er mich gerade für die Ausschabung mitnehmen, aber ich bestand darauf, noch einen Ultraschall zu machen, weil ich konnte das nicht glauben. Eine Assistenzärztin machte also einen Ultraschall UND WAS SAH SIE DA? Mein Baby mit einem Herzschlag!!! Und sie wollten eine Ausschabung machen! Die Ärzte waren verblüfft und ich war einfach nur noch wütend und enttäuscht! Ich verließ das Spital und ging dort nie wieder rein! Heute ist meine Maus drei Jahre alt!

Schwangerschaftsbeendigung mit Tabletten

Simone: bei der Schwangerschaft mit meinem Sohn wurde eine Fehlgeburt diagnostiziert und ich sollte Tabletten zur Abtreibung der Fruchthöhle nehmen. Er ist jetzt 16 Monate alt.

Zur OP genötigt

Karla: Mir wurde damals in der Schwangerschaft erzählt, ich hätte eine Eileiterschwangerschaft. Ich war da mit meinem Zweiten schwanger. Für mich gab‘s keinen großen Unterschied zu sehen, ob es wahr war oder nicht, AAAAABER da ich genau wusste, dass ich erst eine oder zwei Wochen hätte schwanger sei können, wollte ich dies auch abwarten und nochmal zu einem anderen Arzt. Da ich aber direkt ins Krankenhaus bei uns gefahren bin, da mein Frauenarzt auch dort auf der Neugeborenstation arbeitet, durfte ich nicht mal das Krankenhaus verlassen und musste quasi sofort in den OP, da angeblich Lebensgefahr bestände. Überzeugt hat mich das ganze allerdings nicht. Als er mir dann drohte die Polizei zurufen, um mich seiner Ansicht nach zu schützen und kein weiteres Risiko einzugehen, musste bzw. hab ich mich dann doch dazu entschlossen, da zu bleiben, aber es hängt mir heute noch im Kopf…

Fehlprognose: Missbildungen, Behinderungen, nicht lebensfähig

Andrea: Meiner Mutter wurde bei ihrem vierten Kind zur Abtreibung geraten wegen starken Missbildungen. Sie weigerte sich! Meine Schwester ist völlig gesund und wird dieses Jahr 30 Jahre alt.

Corinna: Ich habe mit einem tot diagnostizierten Baby meine Ausbildung gemacht. Ihre Mutter war wohl schon recht weit in der Schwangerschaft und weigerte sich. Sie war der festen Überzeugung, dass ihr Kind lebt und brachte ein gesundes Mädchen zur Welt.

Zeynep: Meiner Schwägerin wurde gesagt, dass ihr Sohn schwerste körperliche und geistige Behinderungen hat und sie zu einer Spätabtreibung raten, da das Kind nicht lebensfähig sei. Sie hat zum Schluss einen kerngesunden Jungen zur Welt gebracht.

Joanna: Mir wurde in der 22. SSW gesagt, dass mein Kind das Downsyndrom hat. Die haben mich versucht zu überreden, die Schwangerschaft zur beenden. Heute ist sie fast 5. Völlig gesund. Versucht schon lesen und schreiben.

Antje: Zur Dopplersonographie sagte man mir, das Gehirn meiner Tochter würde sich nicht ausbilden. Daraufhin drängte man mich zu einer Fruchtwasseranalyse und schlug mir möglichst rasch eine Abtreibung vor. Beides lehnte ich kategorisch ab. Eine weitere Untersuchung 6 Wochen später ergab dann, dass sich das Gehirn wohl nun doch ausbilden würde, aber immer noch ein Loch da wäre. Wieder lehnte ich eine weitere Diagnostik ab. Meine Tochter kam kerngesund und ohne jegliche Einschränkungen zur Welt. Sie ist mittlerweile 18, intelligent und im Leistungssport unterwegs. Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich mich von der ganzen Diagnostik gegängelt gefühlt habe. Sie hat mir sehr viel unnötige Angst in einer ansonsten wunderschönen Schwangerschaft beschert und lässt mich nun an dem ganzen System zweifeln.

Ulrike: Es ist schon viele Jahre her, da wurde meiner angeheirateten Cousine gesagt, dass ihr Kind wohl behindert zur Welt kommen würde und es wurde ihr geraten abzutreiben. Meine Cousine hat sich Gott sei Dank entschieden, das Kind trotzdem zu bekommen und siehe da: Das Mädchen erfreut sich bester Gesundheit und ist heute 22 Jahre alt!

Julia: Unsere Tochter sollte angeblich nicht lebensfähig gewesen sein und wir sollten sie abtreiben … Wir haben auf unser Herz gehört und uns dagegen entschieden. Sie ist kerngesund zur Welt gekommen und kommt dieses Jahr in die Schule.

Susi: Habe in meiner letzten Schwangerschaft (6.Kind) einem Ultraschall zugestimmt in der 22. Woche, ansonsten auf eigenen Wunsch ohne Betreuung. Der Arzt stellte eine Veränderung im Hirn fest und als er hörte, dass ich eine Hausgeburt plane, prognostizierte er den Tod von mir und meinem Kind, das sowieso nicht lebensfähig wäre. 18 Wochen später erlebte ich meine 5. Alleingeburt und meine Kleine war kerngesund. Die Schwangerschaft war aber nach dem Termin nicht mehr so unbeschwert, Albträume und Angst nahmen zu. Mein Mann verhalf mir zu meiner alten Stärke. Wir spürten beide, dass es dem Kind gut geht. Nie mehr sieht mich so ein Arzt, der nebenbei bemerkt selbst einige angeborene Einschränkungen hatte.

Vanessa: Mein Baby wurde nicht totgesagt, aber es hieß, er hat das Downsyndrom aufgrund zu großer Nackenfalte und er hätte ein ,leeres‘ Herz und mir wurde DRINGEND zur Abtreibung geraten! Mein Baby lebt und ist nun gestern 1 Jahr alt geworden! Top fit, kein Herzfehler! Kein Downsyndrom! Meine Schwangerschaft war die absolute Hölle …

Tini: Ich hatte eine Zwillingsschwangerschaft, zweieiig. Mein Sohn starb in der 11. Woche, meine Tochter lebte. Im fünften Monat wurde sie beim Ultraschall als „zu klein“ eingestuft, des weiteren zu wenig Fruchtwasser, Kopf zu groß für den Körper, Lunge zu groß, Nieren nicht funktionell. Ich wurde für eine Zweitmeinung zum Spezialisten geschickt. Der ordnete eine Fruchtwasserpunktion an, sowie zwei Mal in der Woche Ultraschall. Nach der Punktion sagte er mir, mein Kind wird mit Gewissheit spätestens bei der Geburt sterben. Ich solle mich lieber um eine Beerdigung als um ein Kinderbett kümmern und empfahl mir eine Abtreibung. Das war in der 23. Woche. Ich lehnte ab und sagte, dass ich der Natur vertraue. Sollte sie nicht lebensfähig sein, wird sie selbst entscheiden zu sterben. Bis Ende der Schwangerschaft wurde nach wie vor zweimal in der Woche geschallt (ich bereue das alles zutiefst). In der 38. Woche wurde sie schließlich via Kaiserschnitt geholt, da ja noch immer gesagt wurde, sie überlebt es nicht. Hätte ich auf meine Gefühl gehört, hätte ich abgelehnt und zur Not eine stille Geburt gehabt. Aber die Angst war da zu groß. Aus meinem Bauch wurde ein wunderschönes, kerngesundes Mädchen gerissen, dass durch all diese Belastungen eine Menge Ballast mit ins Leben gebracht hat. Zwei Jahre brauchte sie, um überhaupt hier richtig anzukommen. Nach wie vor ist sie emotional gar nicht stabil. Ihr wurde das Urvertrauen gestohlen, so wie mir auch. Ich hoffe, ich kann sie in ihrer Kindheit soweit aufbauen, dass sie damit irgendwann keine Probleme mehr hat.

Mehrere Fehldiagnosen in einer Schwangerschaft

Katharina: In der 10 SSW meinte der Arzt zu uns: „Da stimmt was nicht, das Baby ist tot.“ Kurz zuvor war ich bei ihm in der Umkleide und berührte meinen Bauch. Ich hatte das Gefühl, meine Tochter sagt zu mir: „Egal was sie dir sagen, glaub es ihnen nicht.“ Also antwortete ich ihm, dass alles gut ist und er nochmal genauer schauen soll. Zuerst diskutierte er und erklärte mir, dass das eben vorkommt. Er meinte, heute schon das vierte Mal und rief in der Klinik an. Ich bestand darauf, wurde sehr klar und er stellte fest, dass er sich tatsächlich irrte. Wir wechselten den Arzt. In der 16. Woche rief der neue Arzt an, dass wir sofort kommen sollen, das Baby hätte Trisomie 18. Er hatte ohne unsere Zustimmung einen Test machen lassen. Als wir dort waren, meinte er, eigentlich denkt er eher Trisomie 21. Danach ging es zur Feindiagnostik. Dort wurde festgestellt, dass unsere Tochter gesund ist. Aber die Plazenta sich löst. Auch da sagte ich, dass ich das nicht glaube. Sie meinten, unser Baby würde vor der 22. Woche zur Welt kommen. Ich erinnerte mich an den Satz, den mir meine Tochter in der zehnten Schwangerschaftswoche zukommen ließ und gab zu verstehen, dass alles in Ordnung mit ihr ist. Insgesamt hatten wir 6 Fehldiagnosen. Unsere Tochter kam völlig gesund zur Welt.

PS: Aufgrund einer früheren Krebserkrankung entschieden wir uns für Begleitung mit Ultraschall. Hier gaben mir die Ärzte schon lange vorher zu verstehen, dass ich nie wieder schwanger werden könnte … Dennoch träumte ich immer wieder sehr eindrucksvoll von unserer Tochter und siehe da: Sie ist ein kleines zauberhaftes, gesundes Wesen. Was ich damit sagen will: Ich glaube, es gibt keine stärkere Verbindung als die zwischen Baby und Mama. Was auch immer Ärzte oder Gerätschaften sagen.

Ala: Als meine Schwiegermutter 1978 mit ihrem ersten Sohn (meinem Mann) schwanger war, hieß es, dass er ausgeschabt werden sollte und nicht mehr lebt. Zum Glück ging Sie nicht ins Krankenhaus. Später als die Schwangerschaft dann weiterging, behauptete der gleiche Arzt, dass das Kind behindert zur Welt kommen würde. Nix von dem ist eingetroffen! Mein Mann wurde völlig gesund geboren.

Ein Zwilling geht ab

Yvonne: Jetzt in meiner letzten und sechsten Schwangerschaft hab ich den Test zu Hause gemacht und kurze Zeit später Blutungen bekommen. War dann ein paar Tage später zum Ultraschall, weil wir ins Ausland sind und ich einfach eine Kontrolle wollte, ob alles ok ist oder Rückstände sind. Im Ultraschall sah man eigentlich nur Blut und die Ärztin meinte, man solle besser ausschaben, weil man so nix sieht. Ich sagte: Nein, meine letzte Fehlgeburt 2018 kam auch natürlich und ich warte ab. Zwei Wochen später hatte ich heftige Schmerzen und bin wieder hin und man sah unsre kleine Holly. Es waren Zwillinge und hätte ich der Ausschabung zugestimmt wäre unser drittes Wunder nicht da. Jetzt frage ich mich allerdings: Ich hatte vier Fehlgeburten. Was war mit den ersten beiden, wo ich Ärzten noch traute? Ein schrecklicher Gedanke.

Ina: Mir ging es auch so, sollte zur Ausschabung wegen Missed Abortion mit Zwillingen und Blutungen in der 8. Schwangerschaftswoche, hab mich aber geweigert und siehe da, mein Kleiner ist jetzt 5 Monate. Habe damals nur eins der beiden verloren.

Ala: Bei mir hieß es „bitte zur Ausschabung ins Krankenhaus gehen“, HCG passt auch nicht. Zum Glück habe ich auf mich selbst gehört. Habe sehr lange geblutet in der Schwangerschaft und dann direkt nur noch homöopathisch begleitet. Sein Zwilling ist leider abgegangen und deshalb hatte ich geblutet. Mein Sohn hat überlebt und wurde gesund geboren und ist heute auch top gesund mit seinen 3,3 Jahren.

Iva: Ich habe Zwillinge erwartet. In der ganz frühen Schwangerschaft habe ich plötzlich eine Blutung bekommen. Es war die 6. Woche. Ich wusste, dass ich schwanger war, doch nicht, dass es Zwillinge sind. Bin wegen der Blutung zum Arzt (Vertretung wegen Urlaub). Der hat eine Zwillingsschwangerschaft bestätigt mit der Aussage, es schlägt nur ein Herz und dass eine Baby ist tot. Ich habe eine ganze Woche getrauert und mich gleichzeitig gefreut. Eine Woche später bin ich zu meinem regulären Arzt gegangen. Die hat ganz verwundert festgestellt, dass beide Babys leben. Herzschlag war da. Verwirrung pur! Sechs Wochen später war dann tatsächlich ein Baby tot. Also schien eventuell schon damals mit dem Baby was nicht in Ordnung zu sein. Meine einzige Erklärung bis heute.

Steffi: Mich wollte man 2010 auch in der 13. SSW ausschaben. Ich hatte starke Blutungen und man ging davon aus, dass die Schwangerschaft vorbei ist. Habe mich geweigert. Drei Tage später war das Blut weg und meiner Tochter ging es super. Es stellte sich heraus, dass es der Abgang eines nicht entwickelten Zwilling meines Kindes war.

Das Kind lebt trotz Abbruch/Abbruchversuch

Petra: Ich war 1989 schwanger und brauchte die Bestätigung für den Arbeitgeber. Ich solle mir kein Kind einreden, sagte man mir, auch der Bluttest war angeblich negativ. Hab dann eine Spritze bekommen, die meine Regel auslösen sollte. Hab ich auch abends kurz gehabt aber früh war nichts mehr. Hab dann den Arzt gewechselt und siehe da, ich war schwanger in der 12. Woche.

Sophie: Einer Freundin wurde im November ein Windei diagnostiziert. Sie hat Abtreibungstabletten bekommen. Die Kontrolle am 8.1. zeigte ein völlig zufriedenes Baby, zeitgerecht entwickelt.

Natascha: Das war bei mir der Fall. In der 14. Woche wurde eingeleitet und hab nen Jungen zur Welt gebracht, der sich noch bewegt hat. Die Hebammen waren total entsetzt wegen den Ärzten. Kein Herzschlag und keine Bewegungen angeblich, haben aber nur zwei Minuten geschnallt. Wenn ich mich zurück erinnere, wie die Ärztin damals reagierte, als ich sagte, ich will einen natürlichen Abgang, obwohl sie wenige Minute nach Feststellung schon mit dem Krankenhaus telefoniert hat, um am besten am selben Tag noch eine Ausschabung zu erreichen, wird mir schlecht. Sie war richtig sauer und sowas von unfreundlich und reserviert. Das war nicht schön in so einer Situation. Wahnsinn was die treiben, echt.

Es geht auch anders

Rebekka: Als mein Baby in SSW 8+0 keinen Herzschlag hatte, meinte mein sehr guter Frauenarzt, dass es sein könnte, dass ich eine Fehlgeburt haben werde, ABER dass wir warten sollen und verschiedene Blutuntersuchungen in regelmäßigen Abständen machen werden. Er empfahl mir wenn, auf eine natürliche Abgang zu warten. Nach einer Woche zeigte sich der Herzschlag im Ultraschall. Nach einem Monat erfuhr ich von einer Freundin der genau zur gleichen Zeit dasselbe widerfahren war und man ihr im Krankenhaus sofort eine Ausschabung machte. Da ich ihr zuerst von meiner Geschichte erzählt hatte, war sie danach panisch und am Boden zerstört.

Madeline: Ich habe am 31.12.19 positiv getestet. Ist mein drittes Kind. Am 8.1.20 hab ich Blutungen bekommen und bin ins Krankenhaus gefahren. Man konnte nichts sehen im Ultraschall. Ich sollte am nächsten Tag zu meinem Gyn. Dort das gleiche Ergebnis. Er sprach von Verhaltener Fehlgeburt. Eine Ausschabung sagte er, sei erstmal nicht nötig. 14 Tage später, also heute zur Kontrolle: Fruchthöhle und Dottersack deutlich zu sehen. Intakte Schwangerschaft. Die Blutungen kamen von einem Hämatom, welches noch da ist. Ich bin so froh, dass mein Arzt nicht gleich zur Ausschabung überwiesen hat. Jetzt warte ich gespannt, wie es weiter geht und hoffe, dass alles so bleibt, wie es ist.

Leyal: Bei mir war es genau andersrum. Nach vier vorausgegangen Fehlgeburten, von denen ich zwei unbedingt so abgehen lassen wollte ohne Ausschabung, was im Desaster geendet ist, wollte ich die fünfte unbedingt ausschaben lassen und das möglichst schnell, da ich so Angst vor den Schmerzen vom Abgang hatte. Die Ärztin weigerte sich, mir eine Überweisung für eine Ausschabung zu geben, obwohl ich Sturm gelaufen bin und sie für verrückt erklärt habe, dass da noch was passiert. Vier Wochen zu klein … Naja, ist tatsächlich ein Kind draus geworden, dass jetzt anderthalb ist.

Alina: In meiner fünften Schwangerschaft stieg das HCG super an. Leider konnte man lange Zeit nichts sehen außer die Fruchthöhle. An einem Wochenende (es war so 8. Woche rum) hatte ich komisches Bauchweh. Ich fuhr ins Krankenhaus, weil ich wieder Angst hatte, dass etwas nicht stimmt. Man sah immer noch nur die Fruchthöhle. Mein HCG wurde bestimmt und es hieß, wenn alles okay ist, rufen sie nicht an. Wenn irgendwas wäre, melden sie sich. Aber ich solle mich drauf einstellen, dass es wohl abgeht, wenn bis jetzt immer nur noch die Fruchthöhle da ist. Um 23:26 Uhr bekam ich einen Anruf aus der Klinik. Mein HCG betrug 30.000 und ein paar Gequetschte. Die Ärztin hat eine totale Panik verbreitet und meinte, es wäre eine Blasenmole. Ich solle am besten sofort zur Ausschabung kommen, weil es so unglaublich gefährlich wäre und es definitiv keine intakte Schwangerschaft ist. Ich war natürlich verzweifelt und habe geheult. Stunden lang. Aber ein innerliches Gefühl brachte mich davon ab hinzufahren. Ich bin dann erst montags zu meinem Frauenarzt, der mich erst mal beruhigen musste und einfach nur ein Engel in der Situation war. Er sagte nur, dass es zwar ein hoher Wert ist dafür, dass man noch nichts sieht, aber er nicht über der Grenze ist, also gerade so drunter noch. Er wollte es beobachten und wir haben abgemacht, dass ich alle zwei Tage komme zum Ultraschall und HCG bestimmen. Ihm hätte auch einmal die Woche gereicht, aber er hat mir zuliebe diese strengere Kontrolle zugelassen. Und mein innerliches Gefühl sollte mich nicht täuschen. Nach sechs Tagen sah man plötzlich einen super entwickelten Embryo mit Herzschlag. Als wäre vorher nie irgendwas Bedenklichen gewesen. Mein Sohn ist jetzt ein Jahr geworden und ich bin jeden Tag glücklich, auf mein Gefühl gehört zu haben und so einen tollen Frauenarzt zu haben, der mich jedes Mal von meinen Panikattacken runtergeholt hat und mich beruhigt hat. Hätte ich mich auf die Ärztin im Krankenhaus blind verlassen, wäre mein kleiner Engel nicht gerade neben mir selig am Schlafen.

Lebensretter

Julia: Mich selbst gäbe es nicht, hätte nicht ein sehr netter – und eigentlich nicht zuständiger Arzt meine weinende, zur Ausschabung vorbereitete Mama erneut bzw. „zur Sicherheit“ geschallt! Das war eigentlich nicht vorgesehen … Dank ihm darf ich mich seit 34 Jahren am Leben erfreuen.

Kristin: Am 23.12.2017, machte ich morgens einen Schwangerschaftstest und testete positiv. Ich war geschockt, da die Ärzte mir versicherten, ich könne erst nach meiner OP im Januar Kinder bekommen. Ich habe vermutlich Endometriose und sollte mich deshalb einer Laparoskopie unterziehen. Ich habe daher nicht damit gerechnet, so schnell schwanger zu werden… Noch am selben Tag brauchte ich Gewissheit, kaufte noch einen Test und vereinbarte einen Termin bei einem Bereitschaftsarzt, da meine Frauenärztin im Urlaub war. Bei der Untersuchung bestätigte er mir die Schwangerschaft. Ab da an konnten wir uns richtig freuen! Ein Weihnachtswunder! Am 24.12. teilten wir der gesamten Familie unser Glück mit. Es sollte nur nicht lange halten. Bei den nachfolgenden Kontrolluntersuchungen bei diesem Bereitschaftsarzt machte er mir immer weniger Hoffnungen: „Da entwickele sich nichts, aber wir warten ab.“ Tag um Tag verging. Wir kamen um vor Zweifel und Ungewissheit. Beim letzten Kontrolltermin schüttelte er wieder den Kopf. Bei der Schwangerschaftswoche müsse man mehr sehen, das Kind müsse weiter entwickelt sein. Er riet mir zur Ausschabung und wollte einen Termin vereinbaren. Ich war wie betäubt vor Trauer. Die Einzige, die ich im Moment an mich ran lassen wollte, war meine Mutter. „Du wartest ab! Da wird nix ausgeschabt! Wenn‘s so sein soll, macht die Natur das von ganz alleine!“ Beim Termin bei meiner Frauenärztin nach ihrem Urlaub, war ich sehr aufgeregt. Würde sie dasselbe sagen? Sie beruhigte mich, meinte, wir schauen jetzt mal ganz in Ruhe nach. Und, siehe da, ein kleines Herz, das deutlich auf dem Bildschirm des Ultraschallgeräts zu sehen war! Mir kamen die Tränen vor Erleichterung! Ich durfte eine wundervolle, komplikationslose Schwangerschaft und Geburt erleben. Bis heute bin ich meiner Mutter unendlich dankbar dafür, dass sie mir Mut gemacht hat NEIN zu sagen. Sonst hätte ich heute nicht dieses kerngesunde, wundervolle 1,5 Jahre alte Mädchen an meiner Seite. Zu gerne würde ich mit ihr an der Hand in die Praxis marschieren und ihm mein Kind zeigen. Nicht, um ihn anzugreifen, sondern um ihm zu raten, manchmal einfach abzuwarten und der Natur ihren Lauf zu lassen. Leben will leben!

Beatrice: Geboren bin ich 1981 in Paris. Damals wurde meiner Mutter mitgeteilt, dass ihr Baby gestorben sei und dass auch noch wie Ärzte das gerne machen – ohne Samthandschuhe, wie eine Ohrfeige. Meine Mutter musste alleine mit dieser Nachricht klarkommen und lief dann weinend nach Hause. Wochen später war dann erst der Termin an dem das Baby – ich – aus ihrem Bauch geholt werden sollte. Meine Mutter glaubte fest an ihre Schwangerschaft. Sie glaubte an mich, sie glaubte daran, dass ihr Baby am Leben war. Und so insistierte sie bei den Ärzten solange, bis sie einwilligten nochmal nachzuschauen, um ihr die Gewissheit zu geben. Und so kam es, dass ich doch am Leben bin. Denn natürlich fanden die Ärzte heraus, dass sich das Baby bewegte und beim letzten Ultraschall vielleicht einfach einen ganz ruhigen Moment hatte. Hätte meine Mutter nicht nochmal nachgebohrt, insistiert und Türen geöffnet, so wäre ich heute nicht am Leben. Es ist ein sehr schönes und zugleich sehr trauriges Thema, das meine Mutter danach jahrelang mit sich getragen hat.

3 Gedanken zu „Ultraschall-Fehldiagnosen“

  1. Ich hätte auch eine Geschichte, die aber vielleicht nicht ganz rein passt. Als ich mit Sohn 2 schwanger war, ging ich noch ganz normal zu den Vorsorgeuntersuchungen. Der Arzt wollte nett sein und hat auch jedesmal einen 3D Ultraschall gemacht, um mir das Kind deutlicher zu zeigen. Und ich kann mich noch sehr gut dran erinnern, wie er einmal 10min lang versucht hat, die rechte Hand richtig darzustellen. Es wollte einfach nicht klappen. „Naja alle 10 Finger sind jedenfalls dran.“ scherzte er noch. War dann wohl doch nicht so. Mein Sohn hatte dann doch nur 7 Finger. Man hatte die Fehlbildung trotz intensiven Schallens nicht gesehen. Ich bin froh darüber. So sind mir viele Untersuchungen und Angst erspart geblieben. Die fehlenden Finger waren mir nach der Geburt nämlich völlig egal.

  2. Das ist unglaublich. Bei dem Gedanken, was das bedeutet und welches Ausmaß das hat dreht sich mein Gedankenkarussell…😭
    Danke für deine Arbeit, Sarah und all den Mütter, die ihre Geschichten geteilt haben.
    Für mich stand immer fest, kein US vor der 12. Woche (in Realität war es dann auch erst in der 18. Woche), einfach um diesen unnötigen Scheiß nicht erleben zu müssen.

  3. Ich habe am 03. 08.2020 positiv getestet, ich habe drei Tests gemacht, weil ich es nicht glauben konnte. Gestern am 06. August bin ich ins Krankenhaus, weil ich leichte Blutungen hatte und wollte diese abchecken lassen. Meine letzte Periode bekam ich am 02.07.20. Also müsste ich laut Rechnungen in der 6 ssw sein, was ich aber nicht glaube, da man ja theoretisch gar nicht wirklich ab dem ersten Tag der letzten Periode schwanger sein kann. Da war ich nun im Krankenhaus und es wurde ein ultraschall gemacht und es war nur ein Punkt zu sehen und keine fruchthöhle. Die haben mir Blut abgenommen und herauskam das ich nicht genug hcg habe und das die Schwangerschaft nicht intakt sei und von selbst abgehen wird und das ich bald etwas mehr bluten werde. Ich glaube allerdings nicht daran, bei meiner ersten ssw habe ich gewartet bis das zweite mal die Periode ausblieb und bin dann erst zum Frauenarzt gegangen, der stellte dann fest das ich in der 7ssw war und heute ist er 3 Jahre alt. Ich habe bei einem anderen Frauenarzt eben angerufen und der sagte das es vielleicht auch erst die einnistungsblutung war und ich noch gar nicht so weit sei, das man etwas erkennen könnte und noch warten soll wie bei meinem ersten Kind. Also ich werde noch weiter warten und hoffen das diese ssw bestehen bleibt, nachdem ich die ganzen Geschichten hier gelesen habe, habe ich umso mehr Hoffnung.

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