Ein Baby an Heiligabend

Die Mama im folgenden Bericht bekommt ihr drittes Kind und entscheidet sich nach zwei Krankenhausgeburten für eine Hausgeburt.

Am 24.12.2020 ist unsere Tochter Gyda bei einer wunderbaren Hausgeburt in unsere Arme gepurzelt. Ich wurde von einer sehr tollen Hebamme begleitet, die seit über 30 Jahren Hausgeburten begleitet. Zwei Kinder habe ich im Krankenhaus zur Welt gebracht, wünschte mir aber bei meinem dritten Kind unbedingt eine Hausgeburt. Die Schwangerschaft verlief ohne Probleme, aber dass wirklich ET+4 an Heiligabend unsere Geburtsreise starten würde, hätte ich mir nicht träumen lassen. 


Morgens erwachte ich gegen 5.00 Uhr und bemerkte, dass ich einen Blasensprung hatte. Zuerst dachte ich: Warum heute? Die Familie würde kommen und meine Kinder freuten sich so auf die Bescherung. Aber ich war sehr entspannt und kontaktierte meine Hebamme gegen 9.00 Uhr. Sie war ebenfalls sehr entspannt. Wir haben besprochen, dass wir den Tag einfach passieren lassen. Sie sagte, das Baby wird heute schon kommen.

Ich merkte den Vormittag über noch gar nichts. Zwar wurde der Bauch immer wieder hart, dies hatte ich aber schon seit gut zwei Wochen. Wir richteten den Tisch und alles weitere und erwarteten gegen 14.00 Uhr unsere Gäste zum Kaffee und Kuchen. Ich hielt auch noch Rücksprache mit der Hebamme, aber da es nichts Neues gab, haben wir beschlossen, später nochmal Kontakt aufzunehmen. Eine halbe Stunde später bei Kaffee und Kuchen überkamen mich Wellen im 3-Minuten-Takt. Ich ließ mich nicht weiter davon stören, veratmete, aß noch einen Kuchen und bediente die Familie. Die Wellen wurden rasch stärker, sodass wir die Bescherung vorzogen und die Kinder wurden vorbereiten, dass heute wohl auch die Geburt ihrer Schwester passieren würde. Um 15.45 Uhr begab ich mich ins Schlafzimmer, wo ich die Wellen immer mehr veratmen musste. Ich war immer stehend und ließ mein Becken kreisen, liegen war unmöglich und sehr sehr schmerzhaft. Meine Mama und mein Freund schauten immer wieder nach mir, aber ich wollte alleine sein. Ich bewegte mich sehr viel und merkte beim Toilettengang, dass Blut mit abging. Sogleich wusste ich, dass das ein Zeichen war: Am Muttermund tut sich was. Gegen 16.00 Uhr hatte ich so eine Wellenzunahme, dass ich meinen Freund bat, die Hebamme anzurufen, denn sie hatte einen längeren Weg zu uns. Sie machte sich auch sogleich auf den Weg. Um 17.00 Uhr verabschiedeten wir die Familie. Die Kinder gingen mit zu ihrer Oma, wo sie auch übernachten durften. Das war für die beiden ein tolles Highlight. Die Kinder kamen zu mir ins Schlafzimmer, drückten mich herzlich und ich versprach mich zu melden, sobald die kleine Maus da ist. Mein Freund baute in der Zwischenzeit unseren Pool im Wohnzimmer auf. Mir ging es gut. Es war eine traumhafte Atmosphäre: der Christbaum, die Krippe und daneben der Pool. Endlich klingelte die Hebamme um 17.20 Uhr. Sie hörte am Tönen, dass die Geburt kurz bevor stand. Sie massierte mein Becken, tanzte mit mir und half mir beim Entkleiden. Ich begab mich ins Wasser in den Vierfüßlerstand und sagte: „Ich habe so ein Bedürfnis zu schieben.“ Sie sagte: „Fass doch mal hin!“ Und tatsächlich spürte ich ca. 5 cm vom Eingang ihren Kopf mit Haaren. Freude überkam uns, mein Partner saß vor mir und streichelte mich. Der Pressdrang wurde stärker und drei Wellen später war der Kopf geboren. Ihre Augen waren offen. Meine Hebamme saß hinter mir und ließ mich machen. Sie fing die kleine Maus nur im Wasser auf, als bei der nächsten Welle der Körper geboren wurde. Ich griff nach unserem Baby und legte sie mir auf die Brust. Wir waren überglücklich. Es war geschafft. Unser Baby, unsere Gyda, war um 17.43 Uhr geboren. Wir blieben nicht mehr lange im Wasser, sondern gingen dann auf das Sofa. Die Kleine war putzmunter und gesund. Die auspulsierte Nabelschnur durfte der Papa durchschneiden und ein wenig später wurde auch die Plazenta geboren. Unsere Gyda wurde dann noch gemessen und gewogen: 3700gr. und 57cm. Sie kam uns in dem Augenblick gar nicht so groß vor. Wir ließen den Abend mit einem Glas Sekt ausklingen und gegen 21.00 Uhr ging unsere Hebamme nach Hause. 
In etwas über 3 Stunden, ohne Interventionen, ohne eine Untersuchung. Einfach friedlich. Es war so eine tolle Erfahrung. Wir schwärmen als Eltern noch heute davon. 

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