Geplante Alleingeburt bei Zwillingen wird traumatischer Kaiserschnitt

Die Mama in diesem Bericht ist zum zweiten Mal schwanger: diesmal mit Zwillingen. Sie wünscht sich eine Hausgeburt wie bei ihrem ersten Kind. Da Hebammen in Deutschland seit wenigen Jahren keine Zwillingsgeburten mehr zu Hause begleiten dürfen, plant sie eine Alleingeburt. Leider geht die Geburt ab einem gewissen Punkt nicht mehr voran. Die Mama erhofft sich geburtshilfliche Unterstützung bei einer natürlichen Geburt im Krankenhaus. Leider ist dazu kein Arzt bereit und die Babys werden per Sectio entbunden.

****Triggerwarnung (grobe Behandlung/Gewalt durch medizinisches Personal)

Aus einer geplanten Alleingeburt wurde ein Kaiserschnitt 😢. Zwillingsschwangerschaft. 36 +5

Am 29.9 um zwei Uhr nachts wurde ich durch ein lautes Knacken wach. Sofort floss ziemlich viel Wasser im Schwall. Juhu, die Geburt beginnt! Wie bei meiner Erstgeborenen habe ich mich sehr gut vorbereitet und ging komplett ohne Angst an die Sache heran. Hatte ne tolle Frauenärztin während dieser Zeit der Schwangerschaft. Gleichzeitig machte ich Babystunden, eine Art Hypnose, und Verbinden mit den Kindern. Ich hatte glaube ich bis zu 7 Sitzungen. War mega und hat mir sehr geholfen.

Nach dem Blasensprung ging ich zurück ins Bett. In völliger Vorfreude. Von Wellen noch nix zu spüren. Es war alles ruhig. Den Samstag über hatte ich immer leichtes Ziehen, Wellen kamen so im 15 bis 10 Minuten Abstand. Mein Mann und meine Tochter begleiteten mich den Tag über. Ich saß gut 2 Stunden gegen Samstag Abend im Pool. Nochmal gestärkt, ging es etwas knackiger zur Sache. Ich konnte gut veratmen. Unsere Tochter schlief im Familienbett. Mein Mann massierte mich. Ich machte kreisende Übungen, um die Kids im Bauch bissle anzuschubsen. Aus einer Beckenendlage von Zwilling eins war wieder eine Kopflage laut Besuch beim Frauenarzt eine Woche vorher. Irgendwie kamen wir nicht vorwärts zuhause. Tasten traute ich mich nicht, zwecks Infektionsgefahr. Samstag Nacht gegen 22 Uhr beschloss ich, ins Krankenhaus zu gehen. Die Uroma wurde für unsere kleine Tochter organisiert. Mein Mann fuhr mit mir. Krankenhausweg war ca. 15 Minuten. Eingentlich sollte es einen guten Ruf haben. Alle anderen waren mehr als ne gute Stunde entfernt. Das hätte ich nicht mehr fahren können. Der Druck wurde immer schlimmer. Unterwegs musste ich im Auto noch gut vier starke Wellen unter lautem Tönen veratmen. Angekommen am Krankenhaus und der Horror begann. Eine Hebamme nahm uns freundlich auf. Ich denke sie war in unserem Alter. Knapp Mitte 30. Sie untersuchte mich. Muttermund 5 cm… Sie muss wie immer den Arzt hinzuziehen. Dieser kam. Ans Ctg und Ultraschall kam ich. Laut ihm war das Ctg schlecht. Herztöne fallend… ( ich bin im übrigen Pflegefachkraft). Ich sagte, dass es nicht stimmt, ich es selbst auswerten kann und ich lediglich Hilfe benötige zur normalen Geburt. Mein Mann wäre ihm fast an die Gurgel gegangen. Der Hebamme waren die Hände gebunden. Kein Wehenmittel, nix um es anzustoßen. So kamen noch zwei Ärzte … Jeder redete auf mich ein. Plötzlich lagen die Kinder laut Ultraschall in Beckenendlage usw… Ich war dermaßen fertig. Verlegung kam für sie nicht in Frage. So schnell kam es dann zum Kaiserschnitt. 4 Uhr Montag morgen. Ich wurde nicht ernst genommen, keinerlei Schutz der Intimsphäre. Ich war nackt allen und jedem ausgeliefert. Kein Abdecken, nix. Bei mir wirkt keine Teilnarkose. Das hat man mal festgestellt als ich 16 Jahre alt war beim Zahnarzt. Ich brauche eine Vollnarkose bei größeren Eingriffen. Nix hat man mir geglaubt. Die haben mich hingestellt, als wäre ich eine Spinnerin. Ans Bett gefesselt, ab in OP. Ich habe nur gebetet, dass ich es überleben werde. Mein Mann saß neben mir, weinte, schrie und beruhigte mich. Plötzlich zack, stach es im Unterleib und der Arzt legte mir einen Blasenkatheter, ohne mir Bescheid zu geben. Der Bauchschnitt kam und mir war ganz schwarz vor Augen … Ich schrie und zappelte auf dem OP Tisch. Keiner hat geholfen … Es hieß immer nur: Stellen sie sich nicht so an! Atmen sie tief ein und aus. Es war noch ne junge Ärztin beim Chirurg … Er sagte: „So, jetzt machen wir uns auf die Suche nach den Kindern!“ Er wurstelte im Bauch rum, nicht normal. Ich hatte einen starken Brechreiz. Das Mädel wurde zuerst geholt. Sie schrie ununterbrochen 20 Minuten. Mir hat es das Herz zerrissen. Dann kam der Junge. Völlig ruhig. Ich schickte meinen Mann sofort zu den Kinder. Ich hab im Vorfeld gesagt: kein Vitamin k, Plazentas nehmen wir mit. Der ganze Prozess im OP war in 40 Minuten vorbei. Ich hatte dermaßen Schmerzen. Um die Plazentas zu lösen, stieg der Arzt auf mich mit seinen Ellenbogen. Wie ein Stück Schlachtvieh wurde ich behandelt. Den Arzt bekamen wir nicht mehr zu Gesicht. Die Hebamme, die uns aufgenommen hat, verabschiedete sich sehr innig von uns, entschuldigte sich für die Situation und bat uns Hilfe für ein Gespräch an. Das lehnten wir ab, denn ich wollte nix Sehnlicheres als jetzt meine Kinder im Arm zu halten. Ich und mein Mann wurden auf Station geschoben. Völlig kalte Gänge, überall Zugluft. Die Babys nur im Handtuch. Als die Babys geholt wurden, waren sie voll mit Käseschmiere. Bekommen haben wir sie mehr als abgerubbelt mit blauen Flecken. Auf Station angekommen, haben wir beide massiv geweint und uns erstmal in den Arm genommen. Ich war dankbar, dass ich diese Prozedur überhaupt überlebt habe. Den ganzen Tag kamen ständig Schwestern ins Zimmer. Es klopfte niemand an. Ständig ging die Türe auf. Sämtliche Untersuchungen wollten sie machen, ständig die Kinder mitnehmen. Ich lehnte dankend ab. Nachts legte mir die Nachtschwester die Kinder trocken und hat doch tatsächlich an den Fersen beider Kinder Zucker gemessen … das Mädchen wog 2800 g, der Junge 2600 g. Beide putzmunter. Ich hab mich am Tag drauf selbst entlassen. Alle im Umfeld, meine Hebamme, sind einfach schockiert. Ich selbst komme mir dermaßen als Versagerin vor. Es ist alles eingetreten, was wir nie wollten. Trotz immer positiv zu fokussieren. Mir kommen täglich die Tränen. Ich bin dankbar, dass ich meine gewünschten Kinder sofort annehmen konnte und vor allem stille ich sie beide voll. Der Milcheinschuss kam Zuhause während wir in die Garage fuhren. Die erste Geburt war eine traumhafte Hausgeburt, die zweite eine Horrorgeburt. Mir wurde ganz tief im Inneren soviel Leid und Schmerz zugeführt. Daran werde ich noch sehr lange zu knabbern haben … Ich bin dankbar, einen so tollen Mann an meiner Seite zu haben, der mich in allem und jedem so unterstützt und mir beisteht. Auch er hat noch ziemlich zu knabbern. Ich weiß nicht, wie abgestumpft Menschen werden bzw. sein können. Im Lebtag würde ich nie so mit meinen Patienten umgehen. Im OP waren an die 14 Leute. Jeder hatte ein Herz aus Stahl.

The role of the homebirth midwife / Die Rolle der Hausgeburtsebamme

Judy Slome Cohain ist eine Hausgeburtshebamme aus Israel, die in 35 Jahren 1011 Hausgeburten begleitet hat. Dabei hat sie schon vieles erlebt und sich viele Lebensträume erfüllt. Ein Traum bleibt noch: Sie möchte gern Drillinge zu Hause zu begleiten und ein Video davon auf Youtube stellen. Davon erzählt sie am Ende des Textes. Zuerst beschreibt sie, was sie als ihre Aufgaben bei einer Hausgeburt ansieht und was Mütter im Blick haben sollten, wenn sie in Eigenregie gebären. (Deutsche Übersetzung unter dem englischen Text.)

Judy Slome Cohain is a homebirth midwife from Israel, who has attended 1011 births in 35 years of practice. She has experienced a lot and fulfilled most of her dreams. One dream remains: Attending a triplet homebirth and posting a video of it on YouTube. In the end of her text she explains more about this. Also she describes what she sees as her tasks at a homebirth and what one should be aware of when birthing unattended.

Tips for unattended birth from a midwife with 35 years of experience and 1011 private births

My job at births is 3 fold: Resuscitation; Preventing hemorrhage; Reassuring the mother.

Resuscitation: 99% of babies breathe spontaneously upon being born. Often I see the nose flare when only the head is out. That is the baby taking its first breath. Once the baby breathes once, it will probably continue to do so. 1% of babies do not breathe at birth. Perhaps the cord is pressed on the way out which depresses the baby. These 1% have a heart rate but do not breathe. They are born floppy without muscle tone, the body is either purple or white color. Purple means the baby is better oxygenated than white color and will require less effort to start them breathing. I hold them face up, one hand behind the head and one holding the body. I let my hands fall down quickly, so they feel like they are falling. Many will take a breath. If not, I begin to softly breathe into their mouths – mouth to mouth. I breathe gently 5 times, gently to avoid rupturing a lung. This brings oxygen to them and they usually start to breathe. If not, i repeat until they do. In one case, after a shoulder dystocia that took 6 minutes to get the shoulders out, the baby was born without a heart beat. If you put your finger on the chest, you easily feel a newborns heart beating. This baby had none. Of course the color was white. Still, i knew this baby had not been dead for long. I blew as hard as I could into the mouth, 30 times, not worrying about puncturing the lungs, without looking at the baby. When i stopped, the baby was pink, oxygenated, but not breathing. I think my strong breaths had physically started the heart. Then I pinched both of the babies lips as hard as I could, which is very painful and 10 seconds later, it took a breath and even made a very weak wimper.

In 2 cases per 1000, the baby will come out breathing and the mother holds it and talks to it. Between 5 and 10 minutes after the birth, the baby who breathed will stop breathing. Usually the mother does not notice the baby has stopped breathing and is turning purple between 5 and 10 minutes after the birth. Someone should have the job to make sure the baby continues breathing in the first half hour. In both cases, the mother was completely unaware the baby had stopped breathing and was turning dark purple. It is easy to resuscitate these cases by stimulating the baby by massaging its back. But if no one notices it, the baby will die. This happened to a midwife friend in hospital, who felt it was not her job to watch for this, because the mother was paying a private doctor for the birth, but the doctor left 5 minutes after the birth. That baby died 10 minutes after the birth.

My other medical job at birth is preventing postpartum hemorrhage. This is quite easy. In 95% of cases, it makes no difference what you do, the mother will not have a hemorrhage. But in 5% of cases, the mother will hemorrhage unless you get into squatting between 3 and 4 minutes postpartum and push out the placenta without a contraction by 5 minutes postpartum. 5% means 1 in 20 women will lose over a liter of blood after birth, in the first hour. There is no way to predict who these women are. The average woman has only 3,200 cc of blood at birth, so over a liter is about a third of her blood and losing this will leave her quite tired and vulnerable. It is clear to me after 1,011 births that this is the way all animals avoid hemorrhage and this is what humans should do also. No animal hemorrhages after birth. Doing this, no women has hemorrhaged over 450 cc in the first hour, including very high risk women with platelet levels below 35, twins, retained placenta, breech, and vbacs. The women who think squatting out the placenta by 5 minutes is interfering in the birth process, need to be more honest with themselves and stop pretending they are not interfering with the birth process. They all use one of the following to interfere with the birth: cars, phones, electric lights, indoor plumbing, food from stores, vitamins, supplements, homeopathic remedies, essential oils, internet, birthing pools, birthing chairs, birthing balls, yoga mats, yoga, music players, blood tests, ANTI-D, dopplers to hear the fetal heart, stitches, disposable everything, courses to prepare for childbirth, hypnobirthing tapes, vaginal exams, latex gloves, cutting the cord and exposing their newborn at birth to a range of strangers.

My third role is reassuring the woman. Women having unattended births have decided they dont need this and I agree, they dont. But I will admit, I have had a few clients return to me for subsequent births after unattended births, because they felt my presence reassured them greatly because they did not feel the feeling that they were dying in the last moments before the birth.

My dream: I will go anywhere to deliver triplets at home if the mother agrees to video it. In order to get to 37 weeks, the mother will have to eat 150 gm of complete protein per day.  1 per 1000 births are triplets! There is no triplet homebirth on YouTube and I think it would move the birth world closer to understanding that birth is not as scary as hospitals want you to think. If you want to contact me, email to judyslome@gmail.com.

Alleingeburtstipps einer Hebamme mit 35 Jahren Erfahrung und 1011 begleiteten Geburten

Bei einer Geburt habe ich drei Kernaufgaben: Wiederbelebung des Neugeborenen, Vorbeugen von Blutungen und Beruhigung der Mutter.

Reanimation: 99% aller Babys atmen bei der Geburt spontan. Oft sehe ich schon eine Bewegung der Nasenflügel, wenn nur der Kopf draußen ist. Da macht das Baby seinen ersten Atemzug. Sobald das Baby einmal atmet, wird es dies wahrscheinlich auch weiterhin tun. 1% der Babys atmen bei der Geburt nicht. Vielleicht wurde die Nabelschnur auf dem Weg nach draußen abgedrückt, was das Baby beeinträchtigt hat. Diese 1% haben einen Herzschlag, atmen aber nicht. Sie werden schlaff ohne Muskeltonus geboren, der Körper ist entweder lila oder weiß. Lila bedeutet, dass das Baby besser mit Sauerstoff versorgt ist als weiß und es weniger Anstrengung benötigt, um mit dem Atmen zu beginnen. Ich halte sie mit dem Gesicht nach oben, eine Hand hinter dem Kopf und eine, die den Körper hält. Ich lasse meine Hände schnell runterfallen, so dass sie das Gefühl haben zu fallen. Viele werden Luft holen. Wenn nicht, fange ich an, vorsichtig Mund zu Mund-Beatmung zu machen. Ich atme fünfmal sanft, um eine Lungenruptur zu vermeiden. Dies bringt ihnen Sauerstoff und sie fangen normalerweise an zu atmen. Wenn nicht, wiederhole ich es, bis sie es tun. In einem Fall wurde das Baby nach einer Schulterdystokie, die 6 Minuten dauerte, um die Schultern herauszuholen, ohne einen Herzschlag geboren. Wenn man den Finger auf die Brust legen, kann man leicht das Herz eines Neugeborenen schlagen fühlen. Dieses Baby hatte keinen Herzschlag. Natürlich war die Farbe weiß. Trotzdem wusste ich, dass dieses Baby nicht lange tot war. Ich bließ 30 Mal so fest ich konnte in den Mund. In dem Fall machte ich mir keine Gedanken darum, die Lunge zu verletzen. Als ich aufhörte, war das Baby rosig, mit Sauerstoff angereichert, atmete aber nicht. Ich glaube, mein kräftige Beatmung hatte das Herz in Schwung gebracht. Dann drückte ich beide Lippen des Babys sehr fest, was schmerzhaft ist und 10 Sekunden später holte es Luft und gab sogar einen schwachen Laut von sich.

In 2 Fällen pro 1000 wird das Baby geboren, atmet, die Mutter hält es und spricht mit ihm. Aber dann, 5 bis 10 Minuten nach der Geburt, hört das Baby, das bereits geatmet hat, plötzlich auf zu atmen. Oft merkt die Mutter gar nicht gleich, dass das Baby aufgehört hat zu atmen und 5 bis 10 Minuten nach der Geburt violett wird. Jemand sollte also die Aufgabe haben, sicherzustellen, dass das Baby in der ersten halben Stunde weiter atmet. In beiden von mir begleiteten Fällen hatte die Mutter überhaupt nicht bemerkt, was da passierte. Es ist einfach, diese Fälle wiederzubeleben, indem das Baby durch Massieren des Rückens stimuliert wird. Aber wenn es niemand merkt, stirbt das Baby. Dies passierte einer Hebammenfreundin im Krankenhaus, die meinte, dass es nicht ihre Aufgabe sei, darauf zu achten, da die Mutter einen privaten Arzt für die Geburt bezahlte. Der Arzt war jedoch 5 Minuten nach der Geburt schon wieder gegangen. Das Baby starb 10 Minuten nach der Geburt.

Mein anderer medizinischer Job bei der Geburt ist die Verhinderung einer Blutung nach der Geburt. Das ist ganz einfach. In 95% der Fälle spielt es keine Rolle, was man tun, die Mutter wird keine Blutung haben. In 5% der Fälle blutet die Mutter jedoch, es sei denn, sie hockt sich 3 bis 4 Minuten nach der Geburt hin und schiebt die Plazenta 5 Minuten nach der Geburt ohne Wehe heraus. 5% bedeutet, dass jede zwanzigste Frau in der ersten Stunde nach der Geburt mehr als einen Liter Blut verliert. Es gibt keine Möglichkeit vorherzusagen, wer diese Frauen sind. Die durchschnittliche Frau hat bei der Geburt 3.200 ml Blut, sodass über ein Liter etwa ein Drittel ihres Blutes ausmacht. Wenn sie so viel verliert, wird sie danach ziemlich müde und kraftlos sein. Mir ist nach 1.011 Geburten klar, dass alle Tiere auf diese Weise Blutungen vermeiden, und dies sollte auch der Mensch tun. Kein Tier verliert nach der Geburt viel Blut. Die Frauen, die bei mir dieses Prinzip berücksichtigten, verloren in der ersten Stunde nie über 450 ml, auch Frauen mit hohem Risiko wie Thrombozytenwerten unter 35, Zwillingen zurückgebliebene Plazenta, Beckenendlage und vaginaler Geburt nach Kaiserschnitt. Wer denkt, dass 5 Minuten nach der Geburt die Plazenta im Hocken herauszupressen den natürlichen Ablauf der Geburt stört, sollte sich bewusst machen, dass der moderne Mensch auch mit vielen anderen Dingen Einfluss auf die Geburt nimmt: Autofahren, Telefonieren, elektrisches Licht, Vitamintabletten, Nahrungsergänzungsmittel, homöopathische Mittel, ätherische Öle, Internet, Geburtsbecken, Geburtsstühle, Yoga, Musik-Player, Blutuntersuchungen, ANTI-D-Spritze, Doppler, um das fetale Herz zu hören, Naht von Dammrissen, Verwendung aller möglichen Einmalutensilien, Kurse zur Vorbereitung auf die Geburt, hypnobirthing, vaginale Untersuchungen, Latexhandschuhe, Durchschneiden der Nabelschnur und der Brauch, das Neugeborene zur Geburt einer Reihe von Fremden auszusetzen.

Meine dritte Rolle ist es, die Frau zu beruhigen. Frauen, die ohne Hebamme gebären, haben entschieden, dass sie das nicht brauchen, und ich stimme zu, dass sie es nicht brauchen. Aber es ist auch so, dass einige Klienten nach einer Alleingeburt für spätere Geburten zu mir zurückgekommen sind, weil sie sich durch meine Anwesenheit sehr beruhigt fühlten und weil sie dann nicht das Gefühl hatten, in den letzten Augenblicken vor der Geburt zu sterben.

Mein Traum: Ich komme überall hin, um Drillinge zu Hause zu begleiten, wenn die Mutter zustimmt, dass die Geburt gefilmt werden darf. Damit sie es bis 37 Wochen schafft, soll sie täglich 150 g Eiweiß über die Nahrung aufnehmen. 1 von 1000 Geburten sind Drillinge! Es gibt bislang kein Video einer Drillingshausgeburt auf Youtube. Ich glaube, so ein Video würde der Geburtswelt die Tatsache näher bringen, dass Geburt nicht so furchteinflößend ist, wie die Krankenhäuser einen gerne glauben lassen. Um mit mir Kontakt aufzunehmen, schreib an judyslome@gmail.com.

Kommentar: Da ich bisher davon ausgegangen war, dass die Plazenta unterschiedlich lange braucht, um sich zu lösen und mir einige Frauen bekannt sind, bei denen das voreilige Herausziehen der Plazenta zu starken Blutungen geführt hat, habe ich bei Judy nachgefragt. Laut ihr ist entscheidend, dass die Frau die Plazenta in aufrechter Haltung selbst gebärt. Also was anderes als wenn jemand Fremdes Hand anlegt.

Ich denke nicht, dass man sich Stress machen sollte, wenn die Plazenta nicht innerhalb von 5 Minuten geboren ist. Aber vor allem Frauen, die schon einmal stark nach der Geburt geblutet haben, haben hier eine Möglichkeit, dem bei einer weiteren Geburt vorzubeugen und allgemein ist es sicherlich gut, diese Option im Hinterkopf zu haben.

Selbstbestimmte Geburt in der Natur

Die Mama in diesem Geburtsbericht bekommt ihr erstes Kind. Die Umstände sind ein bisschen anders als bei den meisten. Sie lebt nämlich mit ihrem Mann in einem Bauwagen. Taugt das für eine Hausgeburt? Aber als es dann losgeht, passt alles und das Wetter macht mit für eine romantische Draußengeburt im Pool.

Geburtsbericht 16.07.2019❤

Achtung, lange Gedankensammlung, manchmal seicht geschrieben, manchmal kitschig.

Kurzinfo zu den Rahmenbedingungen, die doch minimal anders waren als normal.
Ich, 30, wohne mit meinem Mann im Bauwagen auf einem großen Grundstück im Grünen nur 7 Minuten vom Krankenhaus weg. Ich hatte mir schon relativ zeitig zwei Hebammen für eine Hausgeburt gesucht. Ich war mir zwar selbst noch nicht sicher, ob ich das wirklich will – meine Bedenken waren eher, dass es mir räumlich zu eng wird und ich vielleicht kurzfristig doch lieber ins Krankenhaus gehe. Musste mir beide Optionen im Kopf immer offen halten, da meine Hebammen zusätzlich auch noch fest angestellt sind und es so vorkommen hätte können, dass sie einfach gerade keine Zeit haben. Heißt, bis zuletzt war ich für die Geburt relativ offen, beide Optionen hatten ihre Berechtigung für mich.
Ich hatte nie großartig das Bedürfnis einer Wassergeburt, platztechnisch eh nur draußen bei mir möglich und dafür muss auch noch das Wetter passen, und Heißwasser in der Menge ist bei uns auch ein Problem im Bauwagen. Eine andere Hebamme meinte auf meine Frage, ich werde eh lieber drin bleiben in der sicheren Höhle und ihr wäre es im ganzen Berufsleben nie passiert, dass eine Frau, auch noch erstgebährend, ins Freie für die Geburt will. Kurzfristig hab ich mir relativ nebenbei trotzdem ein Planschbecken im Internet besorgt.

Die Schwangerschaft war unkompliziert, habe aber erst die letzten 5-6 Wochen angefangen die Schwangerschaft, die ich mir immer gewünscht habe, richtig zu genießen. Obwohl es natürlich anstrengend wurde, hat mit der letzte Teil am besten gefallen.
Bei 39+5 meint der Frauenarzt die Klassiker – zu wenig Fruchtwasser und Plazenta verkalkt, Überweisung Krankenhaus mit evtl Einleitung. Es war grade Wochenende und wir hatten das riesen Problem, dass uns komplett das Wasser abgestellt wurde und wir wussten nicht wieso und konnten niemanden mehr offiziell erreichen. Damit erschien mir die Option Krankenhaus viel angenehmer als Zuhause ohne fließendes Wasser …
Letzter Termin zur Untersuchung war dann Sonntag bei 40 +1 im Krankenhaus. Ich habe die Überweisung extra nicht abgegeben, damit nochmal komplett neutral untersucht wird und nicht sofort Richtung Einleitung weitergeschaut wird. Gleiches Ergebnis, keine Verschlechterung, sollte Dienstag wieder zur Kontrolle.
Montag, Wasser geht wieder! Juhuu! Es war ein Wasserrohrbruch – und das Wetter ist auch endlich wieder angenehm warm. Der Babyjunge darf jetzt kommen!
Montag Abend 7 Uhr leichte Wehen in Abständen zwischen 15 und 10 Minuten. Hab meinen Hebammen nur mal proforma Bescheid gesagt, hatte das eine Woche vorher auch schon und war nix. In der Nacht dann kürzere Abstände aber sehr gediegen und nicht schmerzhaft. Um 12 nachts ca. alle 6 Minuten. Morgens um 7 hat die Intensität dann zugenommen und teilweise alle 2 Minuten. Nochmal Hebammen Bescheid gegeben, aber ich hab dann selbst weiter gemacht bis 10 Uhr. Mir war klar, dass das jetzt höchstwahrscheinlich richtige Wehen sind weils wirklich schon anstrengend wurde. Aber man möchte ja nicht zimperlich sein und Fehlalarm auslösen. Außerdem war ich zufrieden damit, die Wehen selbst zu managen im Bett. Hab mich bemüht, immer wieder auszuruhen und sogar einzuschlafen zwischendrin. Um 10 Uhr wars dann im Liegen nicht mehr machbar und ich wollte von der Hebamme einen Zwischenstand haben. Sie kam -3 cm offen – war sehr zufrieden mit dem Startergebnis.
Hab sie wieder weggeschickt – sie wohnte eh nur ca. 10 Minuten weg, deswegen hatte ich lieber meine Ruhe und wollte so weitermachen wie bisher.
Mein Mann hat währenddessen draußen rumgewerkelt und immer mal wieder nach mir gesehen, aber ich konnte auch ihn nicht brauchen. Zwischendurch hat er mir eine Schale mit klein geschnittenem Obst oder was Süßem hingestellt, verschiedene Sachen zum Trinken gebracht und sich weiter im Hintergrund gehalten. Ein bisschen geredet und Scherze gemacht – wenn er kurz da war, wars super angenehm.
War absolut im Flow mit den Wehen, konnte bis zum Schluss die Schlafpausen durchziehen. Es war natürlich eher wegtreten als echter Schlaf, aber es fühlte sich absolut erholsam an, sich direkt nach jeder Wehe wieder hinzulegen. Wenn ich nicht eh liegen geblieben bin, war der Vierfüßler meine einzige Stellung, die ich verkraftete.
Die Hebamme kam nochmal nach 3 Stunden: 5 cm. Ich war zufrieden als sie mir sagte, dass es zwar aussieht, als würde es lange dauern, aber das sei nicht schlecht und oft besser, als wenn es so schnell geht und die Frauen hängen dann bei den Presswehen fest. Also stellte ich mich irgendwie auf das ein, was ich vorher immer in der Theorie über Wehen gelesen hatte – jede Stunde ein cm – heißt bis zur vollen Eröffnung 10 Stunden ungefähr. Das konnte ich mir gut vorstellen. Irgendwie ein greifbarer Plan, der mir Halt gab und mich nicht ungeduldig werden ließ.
Zwischenzeitlich hatte mein Mann den Pool aufgestellt – das war seine Aufgabe. Ich hatte fast schon ein schlechtes Gewissen, dass ich ihn sonst nicht involvieren konnte zum Unterstützen und er fast nichts vom Vorbereitungskurs anwenden konnte. Aber da unsere Wohnsituation doch anders ist, war die Poolaufgabe zeitlich für den ganzen Nachmittag vorgesehen, denn Heißwasser mussten wir aufkochen und das dauert in solchen Mengen …
Im Wagen hatten wir extra einen Haken an der Decke angebracht, für ein Tragetuch zum dran festhalten, genau am Bettrand. So konnte ich es im Bett nutzen und auch vor dem Bett, während ich auf dem Ball gesessen bin. Unser Bett ist ein gutes Stück erhöht, sitzend am Ball konnte ich dann auch da super den Kopf zum Schlafen aufs Bett legen.
Ab 15 Uhr blieb die Hebamme dann und es wurde schon sehr schmerzhaft. Sie bot mir etwas Leichtes gegen die Schnerzen an, aber ich empfand es noch lange nicht als nötig. So ging es kontinuierlich weiter bis 16 Uhr, 9 cm. Sie meinte, ich könnte jetzt in den Pool. Es wäre der perfekte Zeitpunkt und evtl. entspannender. Entspannender – überzeugt! Ich sprang sofort auf und ging raus in den Pool, obwohl ich bis zu dem Zeitpunkt überzeugt war, das Kind im Wagen zu bekommen und es eher als Beschäftigungsmaßnahme für meinen Mann gesehen habe den Pool aufzufüllen.
Wirklich angenehm im warmen Wasser, aber pressen durfte ich noch nicht.
Das hat mir gar nicht so gepasst, also weiter aushalten und kurz realisieren, wie schön es hier draussen ist. Kitschig fast, im Grünen unter der tief hängenden Weide, die Abendsonne scheint mir auf den Rücken, das warme Wasser ist unheimlich angenehm. Bisher war alles so super entspannt, dass ich es gar nicht glauben konnte.


Aber die Wehen werden krasser und der kurze Moment, in dem ich die Umgebung realisiere, ist schnell vorbei.
Noch schnell Wassertemperatur besser anpassen – wieder ein guter Job für meinen Mann, der immer wieder literweise heißes Wasser nachkippt bis ich abnicke, dass es passt.
Am Ende musste ich mich während der Wehen schon extrem konzentrieren. Dafür brauchte ich die Hand meines Mannes zum Festhalten – jede Bewegung von ihm und von aussen, also wenn er sich oder den Pool bewegt hat, war zu viel und hat mich vom Wesentlichen abgebracht, aber das hat er Gott sei dank gut von selbst verstanden. Während der Wehe hat er mir seine Hand gegeben und absolut still gehalten und dazwischen wieder warmes Wasser in den Pool geschüttet.
Hab nur ganz leicht mitbekommen, dass es Gespräche der Hebammen über die fallenden Herztöne gab während der Wehe, vorher waren sie immer top, aber ich konnte mich erinnern oft gelesen zu haben, dass das anscheind normal sei.
Ich wollte eeeendlich pressen … und genau zu der Welle, in der ich es eh nicht mehr verhindern hätte können, bekam ich die Zusage der Hebamme, die in dem Moment nochmal tastete, dass es jetzt ok wäre. Und hab gepresst – die erste Presswehe … soooo anstrengend, sie hat mich vollkommen überrannt. Hatte Problem mit dem Atmen, weil mir wirklich die Luft weg blieb – durch den Pressdrang hätte ich vorher besser einatmen müssen – mir ging direkt die Luft aus. Dachte mir nur: Das ist so verdammt anstrengend. Da hab ich so Null Lust drauf und mach jetzt alles und noch viel mehr, damit das schnell geht. Zweite Presswehe – alles gegeben was ich konnte damit der Kopf richtig kommt. Die Hebamme war verblüfft, dass er so schnell in der richtigen Lage war. Also Kräfte sammeln – dritte Presswehe – pressen halten pressen halten pressen – Kopf draussen- Druck halten – und langsam, damit alles schön langsam gedehnt wird, wieder pressen mit aller aller Kraft und Ausdauer … und da ploooop – ist er das schon? So schnell ? Schwimmt er mir zwischen meine Beine nach oben entgegen! Er ist es ! Ich kanns nicht fassen! Ist es schon vorbei? So schnell ? Er ist da, oh mein Gott. Hab ihn selbst aus dem Wasser auf meine Brust gehoben und konnte einfach nicht fassen, dass er wirklich da ist. Gerade war er doch noch in meinem Bauch. Und er hatte Haare! Viele blonde Haare. Und so sauber! Ich musste weinen!
17:07 sagt mein Mann und wir weinen zusammen.
Die extrem dicke Nabelschnur kann er ziemlich zügig durchtrennen. Sie ist so schnell auspulsiert. Der kleine Babymann ist mit einem Handtuch auf meiner Brust zugedeckt. Da wir ja draussen sind, ist der leichte Wind trotzdem zu viel und eine Hebamme und mein Mann bringen ihn nach drinnen.
Die Plazenta kommt auch sofort mit ein bisschen Pressen hinterher und ich leg mich sofort zu meinem Mann und unserem kleinen Wunder ins kuschelige Bett. Ich lege ihn an meine Brust, wo er sofort richtig anfängt zu trinken. Ich kann es immer noch nicht fassen, dass er jetzt da ist. Und an meiner Brust trinkt -ich hab mich so sehr aufs Stillen gefreut und es klappt auf Anhieb. Währenddessen untersucht mich die Hebamme – nichts gerissen, anscheinend eine leichte Abschürfung, von der ich aber im Nachhinein gar nichts merke.
Nachdem er eingeschlafen ist, wird er vermessen. 53 cm, 3470g.

Eine wunderbare Geburt. Sicherlich anstrengend, aber alles war gut machbar, und durchgehend konnte ich nicht glauben, dass es einfach so dahin laufen kann … ohne Probleme oder Höhen und Tiefen, einfach kontinuierlich und zielstrebig ans Ziel.
Ich bin unendlich dankbar. Man kann sich das nicht aussuchen. Ich bin froh, dass ich das Glück hatte, so eine wunderbares Erlebnis zu haben. Und auch den Mut, beim ersten Kind Zuhause zu bleiben, obwohl viele Stimmen gerade wegen der Bauwagensituation abgeraten haben. Hier spielte vor allem meinen Mann die größte Rolle, der vom ersten Gedanken an eine Hausgeburt absolut hinter mir stand, so dass ich im Laufe der Schwangerschaft das nötigen Selbstvertrauen dafür fand. Das gleiche gilt für die zwei Hebammen, die sich mit ihrer wunderbar offenen Art um mich kümmerten. Sie ließen mir jede Freiheit und ich fühlte mich von Anfang bis Ende bestens aufgehoben und unterstützt, auch in den Phasen, in denen ich alleine sein wollte. Zur Krönung gibt es auch noch Fotos und ein Video genau von der letzten Wehe und der Geburt. Hatte vorher überlegt ob ich extra wen zum fotografieren haben möchte, aber mich wegen der hohen Preise und auch dem Platzmangel im Wagen dagegen entschieden und ganz vergessen, dass die Hebammen meinten, wenn alles passt und es gewollt ist machen sie zwischendurch gern Fotos und Videos.

Meine absolute Traumgeburt, in der Abendsonne draußen in der Natur im Wasser.

Ich freu mich auf nächstes Jahr, wenn ich mit dem kleinen Babymann im Geburtsbecken planschen darf. ❤

Wenige Tage nach der Geburt

Gut zu wissen: Eigentlich braucht frau niemanden, der den Muttermund überprüft und die Erlaubnis zum Pressen gibt oder das Pressen anleitet. Wenn es soweit ist, signalisiert der Körper mit dem Pressdrang von selbst, dass es so weit ist und man muss dem Körper nur folgen.

Wenn das Baby nicht optimal liegt, sondern sich zum Beispiel in Sternenguckerlage (hinterer Hinterhauptslage) befindet, kann es aber mal zu vorzeitigem Pressdrang kommen. In dem Fall gibt es dann trotz Pressdrang und Pressen keinen Fortschritt und das Baby kommt nicht tiefer. Dann ist es besser, dem Pressdrang nicht nachzugeben, sondern zu veratmen und eventuell mit Übungen dem Baby beim Dreh in einen bessere Lage zu helfen. Mehr dazu unter Optimierung der Kindslage.